Ursachen der Gewalt und der Stellenwert der Kunst

7. Oktober 2018 von Gastautor: Ralf-Michael Seele
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Meine Suche nach Zusammenhängen auf der Seelen-Ebene
Hier stehe ich und kann nicht anders! Gott helfe mir, Amen!
Martin Luther (1483 – 1546)

 

Prolog

Zweifel überkommen mich, heftige Zweifel ob meines Vorhabens, einige Gedanken zu den Ursachen von Gewalt in einem kleinen Aufsatz zu bündeln, in der Hoffnung, bewusstseinsbildend und damit befriedend zu wirken, angesichts der drohenden Gefahr eines dritten Weltkrieges mit gleich mehreren möglichen Anfangsszenarien. Wir gedenken deutschlandweit zweier Weltkriege und zugleich sind deutsche Soldaten in aktuellen Kriegshandlungen verwickelt, werden verletzt und getötet. Und zugleich bieten wir in unserem Land fremden Militärmächten Stützpunkte für schwer durchschaubare Kriegsspiele. Wieder so ein Paradoxon, das ich nicht auflösen kann. Hat es Sinn, unter den finsteren Wolken eines nahenden Weltbrands sich in philosophischen Gedanken zu ergießen? Sollte ich mich nicht besser mit Selbstschutzmaßnahmen, Lebensmittelbevorratung und Krisenvorsorge beschäftigen? Dies würde helfen, meinen Leib zu retten bzw. mein irdisches Leben vielleicht um einige Zeit zu verlängern. Die Philosophie (Liebe zur Weisheit), angeregt durch die Kunst, könnte jedoch meiner Seele helfen, mit positiver Einstellung den ohnehin einmal eintretenden Tod heilsam zu überleben. Unter der Annahme eines dreigliedrigen Weltbildes aus Seele – Körper – Vernunft (0) sehe ich eine Chance, diesem Paradoxon, wenn nicht zu entfliehen, so doch wenigstens etwas Sinnstiftendes entgegen zu setzen. Nur wer der Wahrheit ins Auge sieht, findet eine Chance. Und stets ist jeder Einzelne gefordert. Also, ich kann nicht anders, als diesen meinen Aufsatz zu schreiben, in der Hoffnung, nicht nur für mich Klärung zu befördern. Wohin werden mich meine Gedanken führen?

Der sich und andere spaltende Mensch

Als Kunstwissenschaftler spüre ich den Anlässen von Kunstwerken zum Thema „Krieg“ nach – die Ursachen, Manifestationen und Folgen von Krieg als mehrfach potenzierte Gewalt. Ich vergleiche diese mit den Kräften, die den Stellenwert der Kunst in der Öffentlichkeit verantworten. Lassen sich die herrschende Gewalt-Kultur und die gerade noch geduldete Rolle der Kunst außerhalb eines ökonomischen (Kunst-Markt) und machtpolitisch-manipulativen Nutzens (Kultur-Politik) auf gemeinsame Ursachen zurückführen? Meist vernehme ich nur etwas von Reparaturmöglichkeiten und oberflächlichen Beschreibungen der Gewaltphänomene. Könnten Kunstwerke innerhalb einer latent kriegerischen, macht- und streitsüchtigen, Gewalt akzeptierenden Kultur, die den status quo einer tendenziell unbewussten Konsens-Realität als naturgegeben betrachtet, ein ausbalancierendes Wirken entfalten? Der Beobachter bestimmt das zu Beobachtende oder als Analogie zur Physik: Teilchen-Experimente erbringen Teilchen-Ergebnisse, Wellen-Experimente bestätigen den Wellen-Charakter des Lichtes. Nach meiner Erfahrung ist die bewusste Wahl des Standpunktes für das Untersuchen eines Phänomens entscheidend. Nach dem Gesetz der Resonanz komme ich gemäß der Auswahl des Ausschnittes aus der Realität in der Regel zu Ergebnissen, die meine Grundannahmen bestätigen. Suche ich konsequent nach friedlichen Formen menschlichen Zusammenlebens, so werde ich davon genügend finden. In der Tat lassen Völkerkunde und Weltgeschichte Beispiele für alle nur denkbaren Modelle menschlichen Miteinanders finden. Alle diese Beispiele bestätigen meine These vom Menschen als ein extrem offenes biologisches System, dass durch verschiedene Einflüsse und deren Wechselwirkungen (z. B. Erziehung, Klima, Geburt, Genetik, Karma, globale Machtstrukturen) zu einem gesunden liebevollen oder kranken gewalttätigen Zustand geformt werden kann. Die Beobachtungen aus dem Tier- und Pflanzenreich (Synergie, Symbiose) und dem Kosmos (Tendenz zur Harmonie) legen die Grundannahme nahe, dass der Mensch von seinen genetischen und spirituellen Anlagen in der Regel zu einem Verhalten tendiert, dass von Mitgefühl, Liebe, Einfühlung, Vertrauen, Solidargefühl, Hilfsbereitschaft, usw. getragen ist. Die vielen Beispiele der Abweichung von dieser offensichtlichen natürlichen Norm können auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. Ich weise an Hand weniger Beispiele auf die Komplexität des Ursachengefüges von Gewaltphänomenen hin, als Anregung zum Beobachten, Nachdenken und Nachspüren, um darüber vorbeugend und heilsam tätig zu werden, mit und ohne Hilfe der Kunst. – Jeder für sich und möglichst viele gemeinsam…..
Wenn das Reptiliengehirn die Herrschaft übernimmt

Das Stammhirn ist der tiefst liegende und gemäß der herrschenden Evolutionslehre der älteste des menschlichen Zentralnervensystems. Dieser Gehirnbereich wird auch „Reptiliengehirn“ genannt. Es ähnelt dem einfachen Gehirn einer Schlange oder eines Krokodils. Das Reptiliengehirn ist primär für die Art- und Selbsterhaltung zuständig. Es reagiert in gleicher Weise auf reale und eingebildete Bedrohung. Durch gesellschaftlichen Druck und Manipulation sowie durch die Dominanz des Reptiliengehirns ist es leicht möglich, Menschen in einem permanenten Zustand von Stress, Nervösität, Sorge und Angst zu halten. Ritualisiertes, stereotypisches Verhalten sowie tendenziell alle ethisch negativ bewerteten Verhaltensweisen (Gewalt, Sucht, Grausamkeit, Wettbewerbsdenken, gefügiges Unterordnung usw.) sind auf das reptilische Gehirn zurückzuführen. Über dem Reptiliengehirn befindet sich das Gefühlszentrum (limbische System). Darüber liegt das zweigeteilte Großhirn. Mit dessen vorderen Teil (Stirnhirn, präfrontaler Hirnlappen), auch Quelle der Innovation, unterscheidet sich der Mensch am meisten vom Tier. Günter Haffelder, der verstorbene Leiter des Instituts für Kommunikation und Gehirnforschung in Stuttgart, kam zu folgendem Forschungsergebnis: Bis zum 23. Lebensjahr ist die Reifung des Stirnhirns und damit des jugendlichen Gehirns insgesamt vollendet. Da sich in diesem Gehirnareal auch das soziale Bewusstsein befindet, erreicht der Mensch im Durchschnitt erst mit 23 Jahren seine soziale Reife. (1) Nicht bei allen Menschen ist das Stirnhirn optimal aktiv bzw. vernetzt. Das Verhalten des Reptilienhirn-Typs wird dann von den Programmen des Stammhirns und des limbischen Systems kontrolliert. Wann immer Großhirnrinde und limbisches Gehirn durch Alkohol, Drogen, Dys-Stress, Krankheit, Müdigkeit, Hunger, depressive Gefühle, Angst und Panik sowie Glauben, Ideologie und Verliebtheit in fanatischer Ausprägung beeinträchtigt sind, gerät der ganze Mensch unter die Einflüsse der primitiven Muster. Angeborene oder manipulativ-dressierte Reptilienhirn-Typen halten sich am liebsten an Vorschriften, mögen „geordnete Verhältnissen“ und autoritäre Befehlsstrukturen. Sie orientieren sie an Symbolen (z. B. Rangabzeichen, Statuszeichen) und konzentrieren sich auf Belustigung und Befriedigung primitiver, jedoch als wichtig angesehene und aufgeblähte Ego-Bedürfnisse. Sie reagieren direkt auf Angst machende Situationen, wie z. B. die Bedrohung ihres egozentrischen Da-Seins. Meist ziehen sie die „Geborgenheit“ des Unwissens vor. Wesentliche Ursachen von Gewalt liegen also in der Biologie bzw. Physiologie des Zentralnervenssystems begründet. Im Vorfeld und vor allem während des Krieges werden die zerstörerischen Programme des Reptiliengehirns ganz gezielt zur Wirkung gebracht. Meist entwickeln sie spontan ein chaotisches Eigenleben in brutalen individuellen und kollektiven Gewaltexzessen. Auf die gleichen Muster zielen auch die bekannten sowie geheimen, immer weiter entwickelten Herrschafts- und Manipulationsstrategien, um Menschen zu Gewalttaten aller Art zu verführen bzw. als gespaltene Persönlichkeiten und damit Marionetten oder Zombies zu missbrauchen. (2) Aber zugleich gibt es Möglichkeiten, sich davor zu schützen und sich positiv zu entwickeln – durch das Prinzip der Ganzheit. (3) Alle Zentren des Gehirns müssen ausgewogen arbeiten. Nur ein gut entwickeltes und ausbalanciertes Großhirn mit aktiven Frontallappen kann instinktiv aufflammende Triebe und Handlungsimpulse sowie negative Gefühle aus dem Reptiliengehirn und limbischen System kontrollieren. Nur dann verfügt der Mensch über einen weitgehend freien Willen (sofern es den überhaupt geben sollte). Untersuchungen an langzeitmeditierenden Mönchen haben messtechnisch bewiesen, dass sich deren Hirndominanz in den linken präfrontalen Hirnbereich verschiebt. Hier entstehen Glücksgefühl und Mitgefühl. Gleichzeitig werden das Reptiliengehirn und die Körperdominanz bei den Meditierenden etwas abgedämpft. Inzwischen gibt es auch effizientere Trainingsmethoden als die traditionelle Meditation mit der gleichen Wirkung. In Wirklichkeit werden wir alle in vielen Situationen von unserem Reptiliengehirn dominiert. Das zu ändern ist ein Gebot unserer Zeit! (G. H. Eggetsberger) (4)

Kriege durch Völkerwanderungen und ihre Folgen bis heute

In seiner klimatologischen Saharasia-These (5) formuliert James DeMeo die weltweiten geographischen Muster repressiver, schmerzhafter, traumatisierender, gewalttätiger, gepanzerter, patristischer Verhaltensweisen und sozialer Institutionen, welche die Bindungen zwischen Mutter und Kind sowie zwischen Mann und Frau zerstören. Grundlage bildet seine systematische Analyse anthropologischen Datenmaterials von 1170 eingeborenen Subsistenzkulturen. Nach Abschluss der Kartographierung zeigte sich, dass der extrem trockene Wüstengürtel, der sich von Nordafrika über den Nahen Osten bis nach Zentralasien erstreckt und dem er den Namen Saharasia verlieh, die größte Ausdehnung der radikalsten patristischen Verhaltensweisen und sozialen Institutionen der Erde aufweist. In Gebieten mit dem größten Abstand zu Saharasia, (Ozeanien, Neue Welt), fanden sich die sanftmütigsten, ungepanzertsten, matristischsten Verhaltensformen, welche die Bindungen zwischen Mutter und Kind sowie Mann und Frau fördern und schützen. Er vermutet eine anfängliche Entwicklung des Patrismus um 4000 v. Chr. in Saharasia, einem Zeitpunkt tiefgreifenden ökologischen Wandels von einem relativ feuchten Klima mit Savannenlandschaften und Wäldern zu trockenen Wüstenbedingungen. Siedlungsmuster und Wanderungsbewegungen patristischer Völker wurden von ihren ursprünglichen Heimatgebieten in Saharasia aus nachgezeichnet, um das spätere Auftreten des Patrismus in Regionen außerhalb Saharasias zu erklären. Beweise für matristische Verhältnisse vor dem Einsetzen trockener Bedingungen in Saharasia finden sich allerorten, während es generell keine Anzeichen für Patrismus gibt. Der Forscher vertritt die Ansicht, dass der Matrismus die früheste, originäre und angeborene Form menschlichen Verhaltens und gesellschaftlicher Organisation darstellt, indes der Patrismus, aufrechterhalten durch traumatisierende soziale Institutionen, beim Menschen erstmals in Saharasia unter dem Einfluss schwerster Dürren, Hungersnöten und erzwungener Migration in Erscheinung trat. Die psychologischen Erkenntnisse Wilhelm Reichs ermöglichen das Verständnis der Mechanismen, durch welche sich patristische (durch einen Gefühls- und Muskelpanzer gestützte, gewalttätige) Verhaltensweisen etablieren und fortbestehen, lange nachdem das auslösende Trauma vergangen ist. James DeMeo kam zu dem Schluss, dass sich die angeborenen Anteile menschlichen Verhaltens auf die lustorientierten Aspekte des Lebens und sozialer Interaktion beschränken. Diese garantieren ganz bestimmte Vorteile für Überleben und Gesundheit des wachsenden Kindes und tragen zum Erhalt der Gemeinschaft bei. Es sind die matristischen Verhaltensweisen und sozialen Institutionen, welche die Bindung zwischen Mutter und Neugeborenem begünstigen und behüten, das Kind in seinen verschiedenen Entwicklungsstufen befürsorgen sowie die spontan zwischen Mädchen und Jungen entstehenden Lust- und Liebesregungen fördern und schützen. Aus diesen lustvollen biologischen Impulsen gehen weitere sozial kooperative Tendenzen und lebensbewahrende, lebensverbessernde gesellschaftliche Einrichtungen hervor. Derartige kinder-, frauen- und sexualbejahende, lustbetonte Antriebe und Verhaltensweisen existieren in jüngerer Zeit überwiegend nur außerhalb des Saharasia-Wüstengürtels. Sie stellten vor der Austrocknung dieses Territoriums die dominante Form menschlichen Zusammenlebens weltweit dar.
Der Patrismus mit seinen gegenteiligen zerstörerisch-aggressiven Merkmalen lässt sich als eine kontraktive emotionelle und kulturelle Reaktion auf die traumatischen Hungerbedingungen erklären, welche mit der Austrocknung Saharasias erstmals auftraten. Diese komplexe Reaktion breitete sich über die Migrationen der betroffenen traumatisierten Völker und ihrer veränderten sozialen Institutionen über die Wüste hinaus aus. Sind die heutigen Gewaltexzesse daher Höhepunkt einer jahrtausendelangen Manifestation von Krieg, sozialer Abspaltung und emotional-körperlicher Panzerung? (5)

Der Lebensraum zwischen Liebe und Terror

Wilhelm Reich beschreibt destruktive Aggression und sadistische Gewalt als einen völlig unnatürlichen Zustand. Er besteht aus einer traumatisch bedingten chronischen Hemmung der Atmung, des emotionalen Ausdrucks, der vollständigen sexuellen Entspannung während des Orgasmus und jeglicher lustorientierter Impulse sowie aus einem chronischen muskulären Panzer. Der aufgestaute innere Druck treibt den Organismus zu verzerrtem, neurotischen, selbstzerstörerischem und gewalttätigem Verhalten. Diese Blockaden werden mittels bestimmter schmerzvoller und lustfeindlicher kultureller Rituale und sozialer Institutionen verankert, die der Bindung zwischen Mutter und Kind sowie zwischen Mann und Frau entgegenwirken. (6)
Ganz im Gegensatz dazu beschreibt Jean Liedloff, welche kindlichen Erwartungen bei dem indigenen Volk der Yequana in Venezuela instinktiv erfüllt werden:
ständiger Körperkontakt mit der Mutter ab der Geburt
das Schlafen im Familien- / Elternbett bis die Kinder es freiwillig verlassen (oft im Alter von zwei Jahren)
Stillen „nach Bedarf“
ständiges Getragen- und Beobachtetwerden während der Träger seinen Tätigkeiten nachgeht, bis das Kind zu krabbeln beginnt, (meist im Alter zwischen sechs und acht Monaten)
Betreuer, die unmittelbar und liebevoll auf die Signale der Kinder reagieren, ohne das Kind zu ihrem ständigen Zentrum der Aufmerksamkeit zu machen, denn Vorbild sein heißt nur, sich normal zu verhalten und sich achtsam um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern
die Erwartungen der Eltern zu fühlen (und zu erfüllen), dass Kinder natürlicherweise sozial und kooperativ sind, einen starken Selbsterhaltungstrieb haben und dass sie willkommen und wertvoll sind (7)
Eine weitere Ursache für den Bruch mit dem von Jean Liedloff beschriebenen natürlichen Kontinuum in Gesellschaften abendländischer Prägung könnte mit dem kollektiven Mord an den „Hexen“ – festgeschrieben in den Dokumenten „Hexenbulle“ von 1484 und „Hexenhammer“ von 1487 – zusammenhängen. Die Folgen dieser Massenvernichtung sind bis heute spürbar. In Europa ereignete sich ein furchtbarer Feldzug gegen „Weise Frauen“. Sie verfügten über ein großes, jahrhundertelang weitergegebenes Erfahrungswissen über Gesundheit, Heilung, Sexualität, Empfängnisverhütung, Schwangerschaft und Geburt. Sie waren die Trägerinnen einer ganzheitlichen Volksmedizin. Mit dem Ausrotten der Weisen Frauen und Hebammen verlagerten sich Geburtshilfe und Schwangerschaftsbetreuung (die Landesfürsten brauchten viele Soldaten) immer mehr auf Männer. Diese mussten die natürlichen Prozesse für sich neu erarbeiten und gingen mit einem reduzierten, abspaltenden und mechanistischen Weltbild zu Werke. Eine Folge davon könnte die Geburtsmaschinerie der Moderne sein. Die Säuglinge erleiden über widernatürliche Geburtsumstände Traumata, die sich in verschiedenen Altersstufen in Erkrankungen, Verhaltensstörungen und natürlich auch in gezeichneten und gemalten Bildern äußern. (8)
Während Konrad Lorenz die menschliche Aggression zum Naturgesetz, zum angeborenen Trieb erklärte, der vielleicht zu kanalisieren, aber nicht zu unterbinden sei, zeigt Erich Fromm, aus welchen individuellen und sozialen Ursachen die Unfähigkeit, zu lieben und sich rational zu verhalten, erwächst und wie sie folgerichtig zur Destruktion führt. Erich Fromm analysierte in seinem Werk „Die Anatomie der menschlichen Destruktivität“ dreißig schriftlose Kulturen unter den Aspekten Aggressivität versus Friedfertigkeit allgemein sowie der Erziehung des Nachwuchses. Er beschrieb drei deutlich unterscheidbare Gesellschaftssysteme: lebensbejahende, das nichtdestruktiv-aggressive und destruktive.
Im lebensbejahenden System sind Ideale, Sitten und Institutionen vor allem darauf ausgerichtet, dass sie der Erhaltung und dem Wachstum des Lebens in allen seinen Formen dienen. Feindseligkeiten, Gewalttätigkeiten und Grausamkeiten sind in der Bevölkerung nur in minimalem Ausmaß zu finden, es gibt keine harten Strafen, kaum Verbrechen, und der Krieg als Institution fehlt ganz oder spielt nur eine äußerst geringe Rolle. Die Kinder werden freundlich behandelt, schwere körperliche Züchtigungen gibt es nicht. Die Frauen sind den Männern in der Regel gleichgestellt, oder sie werden wenigstens nicht ausgebeutet oder gedemütigt. Die Einstellung zur Sexualität ist ganz allgemein tolerant und bejahend. Man findet wenig Neid, Geiz, Habgier und Ausbeutung. Es gibt auch kaum Rivalität oder Individualismus, aber sehr viel Kooperation. Persönliches Eigentum gibt es nur in bezug auf Gebrauchsgegenstände. In der allgemeinen Haltung kommt Vertrauen und gläubige Zuversicht zum Ausdruck, und nicht nur den anderen gegenüber, sondern auch besonders auch gegenüber der Natur; ganz allgemein herrscht gute Laune, und depressive Stimmungen sind relativ selten. (9)
Bernd Senf sieht die globale Eskalation von Gewalt und Umweltzerstörung als zwei Aspekte des gleichen Prozesses mit vielen anderen Facetten. Die patriarchalisch geprägte, emotional gepanzerte Menschheit hat den Kontakt zur gemeinsamen Wurzel alles Lebendigen – zur kosmischen Lebensenergie – verloren. Bernd Senf spricht von emotionaler Kernspaltung (10) die in ihrem Funktionsprinzip und in ihren Auswirkungen an die atomare Kernspaltung erinnert. In beiden Fällen wird eine ursprüngliche Ganzheit gespalten, woraus destruktive Kräfte entstehen. Es folgen Kettenreaktionen von Zerstörungen. Bei diesen werden weitere Ganzheiten gespalten und wiederum destruktiv. Dies lässt sich bei jedem Krieg beobachten. Die innere Spaltung, Druck und Unterdrückung als Antrieb und Bewegungsprinzip usw. projiziert der gepanzerte Mensch auf seine Beziehungen zu Mitmenschen, zur Natur, zur Arbeitswelt. Unter Druck aufgewachsen, erzeugt jede spontane lebendige Bewegung Angst. Sie muss daher gebrochen, kontrolliert und ersetzt werden durch äußeren Antrieb, Druck – letztlich durch Gewalt. Vielleicht ist die innere Spaltung das, was im Mythos vom Verlust des Paradieses beschieben wird und was die tiefe, meist unbewusste Sehnsucht nach Wiedervereinigung mit dem Ganzen, nach Religio, nach Gott auslöst.

Strategien zwischen Kriegs- und Friedens-Politik

Das Erzeugen von ständiger Angst und Unsicherheit ist ein wichtiges Kontrollinstrumente einer kriegstreibenden Politik. Ein machtvolles Mittel, Kriege zu inszenieren sind die Schaffung und Verbreitung von Ideologien, wie z. B. die nationalsozialistische Ideologie von der Überlegenheit der Deutschen als Herrenrasse oder die kommunistische Ideologie von der Überlegenheit der Arbeiterklasse über die Kapitalistenklasse. Wer Familienangehörige und liebe Freunde im Krieg verloren hat, will nicht, dass deren Tod vergeblich war. Folgerichtig werden Kriege zu glorreichen Unterfangen, betrieben von edlen Soldaten, die für Wahrheit, Gerechtigkeit und für das Vaterland kämpfen. Es ist mehr oder weniger unmöglich, der Kriegstoten zu gedenken, ohne sie zu glorifizieren, und es ist unmöglich, sie zu glorifizieren, ohne ihre Kriege zu glorifizieren. (11) Dazu werden realitätsferne kollektive Halluzinationen heraufbeschworen und verbreitet.
Zur ideologischen Ebene zähle ich auch den rational-kriegerischen Sprachgebrauch im Alltag. Wie oft taucht das Wort „Kampf“ auf: Wahl-Kampf, Wett-Kampf, Konkurrenz-Kampf, Tages-Kampf …? In vielen friedlichen Naturvölkern gibt es keine Sieger-und-Verlierer-Spiele. Während ich das Wort „Gnade“ hierzulande kaum mehr höre, tönt „gnadenlos“ immer häufiger aus der Werbung. Feine Differenzierungen von Gefühlszuständen wie z. B. Gleichmut, Großmut, Hochmut, Sanftmut sind kaum noch im Gebrauch. Eine direkte Benennung des tödlichen Geschäftes mit traditionellen Begriffen wird durch seltsame Wortakrobatik einerseits entseelt und andererseits verharmlost. So wird aus Krieg ein „Stabilisierungseinsatz“ ,oder umgekehrt, und aus dem tragischen irrtümlichen Beschuss der eigenen Streitkräfte ein verniedlichendes „friendly fire“. (12)
Wie die Geschichte lehrt, finden moderne Kriege nicht „irgendwo draußen in der Ferne“ statt. Sie betreffen alles und alle. So kam Alexander Solschenizyn auch zu der Formulierung: Ein Zustand des Kriegs dient nur als Vorwand für Tyrannei im Inland. (13)

Arno Gruen berichtet in einem Radiointerview von seiner Vision politischen Handelns: Es hat immer Menschen gegeben, die mit ihrer Empathie verbunden blieben. Das zeigte auch die Arbeit eines englischen Psychiaters und Generals im Zweiten Weltkrieg mit ungefähr 2000 deutschen Kriegsgefangenen. Von diesen waren fast 20 Prozent keine Nazis. Sogar in der Armee suchten sie immer wieder ihre Menschlichkeit durchzusetzen und gegen das Regime zu arbeiten. Weiteren 20 Prozent der Gefangenen waren Menschlichkeit, Empathie, Mitgefühl und Zärtlichkeit fremd. Diese Menschen wurden vollkommen von autoritären Familiensituationen beeinflusst, die auch das Weibliche ihrer Mütter und die Zärtlichkeit, die diese ihnen hätten geben können, verachteten. Die Gruppe dazwischen, ungefähr 40 Prozent, waren keine Nazis, aber sie waren patriotisch. Diese hatten sowohl empathische als auch autoritäre Kindheitserlebnisse. Die Herausforderung für die Politik bestünde daher, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass die 20 Prozent seelisch gesund Gebliebenen die Menschen in der 40-Prozent-Gruppe erreichen und das Mitgefühl betonen. Leid und Schmerz können auf diese Weise eine sozial-konstruktive Kraft bekommen. Neben der rationalen muss auch die emotionale Intelligenz wieder einen zumindest gleichwertigen kulturellen Stellenwert zurückerhalten. (14)
Was Arno Gruen als „empathisch“ bezeichnet, weist meiner Meinung nach auf das Thema der Hochsensibilität hin, das z. B. die Akademie Heiligenfeld in Bad Kissingen verfolgt. Die Forschung zeigt, dass global bis zu 20 % der Erwachsenen, Kinder, Säugetiere hochsensibel sind. Das wird als ein sozial äußerst wertvolles Persönlichkeitsmerkmal eingeschätzt.

Globale Machtstrukturen als Störsender der Weltgeschichte

Wenn sich menschliches Zusammenleben natürlicherweise primär nach den Gesetzen der Liebe und des Friedens vollzieht, dies aber gegenwärtig nur in wenigen Fälle anzutreffen ist, dann muss es beständig äußere Störimpulse geben, die diesen natürlichen Fluss verhindern. Und genau diese lassen sich immer wieder seit den Anfängen der Menschheit finden.
David Icke beschreibt detailliert mit Name und Hausnummer global operierende mehr oder weniger öffentliche bzw. geheime Organisationen mit wenigen Individuen an deren Spitzen (der Macht-Pyramiden), die seit Jahrhunderten bzw. Jahrtausenden gezielt Kriege und Leiden provozieren. (15)
Holger Kalweit geht in der Beschreibung globaler Machtstrukturen noch weiter, indem er aus der wörtlichen Deutung weltweiter Überlieferungen (Mythen als wahre Geschichten), archäologischer Funde und aktueller genetischer Forschungen folgert, dass die Menschheit bzw. mehrere Menschheiten das Ergebnis genetischer Experimente „der Götter“ seien, die ihre Züchtungen nach Belieben zivilisieren, immer wieder in brutale Kriegsspiele verwickeln und sich dabei von den Menschen und deren negativen, leidvollen Energien / Gefühlen ernähren. (16)
Beide Autoren finden gerade in der Kunst- und Symbolgeschichte weltweit immer neue Beweise für ihre Theorien. Die meist (ins Gegenteil) verschlüsselten bildkünstlerischen Artefakte lassen sich aber nur dann als Beweise benutzen, wenn sie vorurteilsfrei und nüchtern betrachtet werden, ungeachtet der heftigen Weltbilderschütterung, die die Grundannahmen der beiden Autoren in nachvollziehbarerer Weise bei vielen „schlichten Gemütern“ auslösen. Grundvoraussetzung für ein Befreien zumindest aus dem unbewusst ankonditionierten Gedankengefängnis ist nach Holger Kalweit: Der Wahrheit ins Auge sehen, statt sich dieser zu verschließen, auch wenn es noch so schmerzt.

Was Gewalt und Kunst verbindet

Mein Fragen nach der letzten Ursache aller Ursachen von Gewalt und Krieg führen mich immer wieder zu dem Generalthema „Abspaltung“. (17) Auch die Kunst als Sprache der Seele mit ihren Werken auf hohem Niveau von Qualität und Intensität sehe ich immer wieder nur am Rande der gegenwärtigen Kultur dahindämmern. Wieviel Raum widmen Tageszeitung und Tageschau dem Feuilleton, und wie viele dem Sport?
Ich erinnere mich an mein Studium der Kunstgeschichte: Bis 1900 wurde die sinnfällige Wechselwirkung zwischen der Bildenden Kunst und der Kulturgeschichte gelehrt. Die Kunst des 20. Jahrhunderts betrachteten die Dozenten fast nur noch isoliert, obwohl diese Zusammenhänge ebenfalls existieren. Waren meine Lehrer ebenso wie viele Künstler schon selbst Opfer der kulturellen Spaltung?
Meine Suche nach Zusammenhängen zwischen der Gewalt und dem geringen Stellenwert der Kunst und Kunst-Pädagogik trifft auf die Ebene der seelischen Prozesse: Deren Abspalten vom großen Ganzen und vom natürlichen Fluss des Seins vor allem durch die Herrschaft des Verstandes führt einerseits zu Gewalt und Krieg und andererseits zur Missachtung eines großen Teils der Kunst, der Seelen-Kunst. Würde der Gefühls-Kern menschlichen Da-Seins beständig ausgelebt werden, verschwänden wohl viele Probleme. Es gibt Völker, die erzählen sich regelmäßig ihre Träume als eine weitere Sprache der Seele. Destruktives Verhalten ist diesen Völkern fremd. (18) Daher sehe ich u. a. in den vorgetragenen Beispielen, in vielen kleinen Achtsamkeitsübungen, im Mitfühlen und Mitschwingen mit anderen Menschen, im beständigen Bei-Sich-Sein, im öffentlichen Einfordern von und intensiven Einlassen auf künstlerische Angebote mit hohem Niveau von Qualität und Intensität sowie im wissenden, verantwortungsbewussten politischen Engagement wirksame Möglichkeiten, eine friedliche und die Kunst pflegende Alltags-Kultur zu leben. Nur diese scheint – wenn überhaupt – in der Lage zu sein, den drohenden Untergang der Zivilisation aufzuhalten. (19)

Epilog

Nun bin ich glücklich, dass ich mein Seelen-Bedürfnis ernst nahm, ungeachtet äußeren Einflüssen, Infragestellungen und Zweifeln. Ich folgte meiner inneren Stimme, meiner Intuition, sah einem Teil „der Wahrheit“ ins Auge und ich stellte Fragen. Mit dem guten Gefühl, dies alles getan zu haben, entlasse ich nun meinen Text in die Welt … (20)

Alles, was ich sage, sei Gespräch, nichts sei ein Rat.
Ich würde nicht so kühn reden, wenn man mir folgen müßte.
Erasmus von Rotterdam (1469 – 1536)

Ralf-Michael Seele ist:

Kunstwissenschaftler, Galerist, Publizist, Ausstellungsmacher, Kunstvermittler, Text- und Bild-Journalist, Verleger, Kunstphilosoph, Kunstkritiker

1962 in Meiningen geboren l 
1983 – 1988 Studium der Kunstwissenschaft an der Universität Leipzig l 
seit 1985 Arbeit an kulturellen und interdisziplinären Netzwerken l 
1988 – 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter für architekturbezogene Kunst l 
1990 Gründung der Städtischen galerie ada Meiningen, seither deren Leiter (www.meiningen.de) l 
seit 1990 Kurator von überregionalen Ausstellungen l 
Mitglied im DJV (Deutscher Journalisten-Verband)
Vermittlungsarbeit: Vorträge l Seminare l Eröffnungsreden l Ausstellungsführungen l Moderation von Gesprächsrunden
Veröffentlichungen: Kunstkritiken l Aufsätze in Tageszeitungen, Fachzeitschriften und Kunstkatalogen l Beiträge in Kunstlexika l Herausgeber von Ausstellungskatalogen und Büchern
Forschungsfelder: ganzheitliche Kunstvermittlung l Seele l Holistik l Hochsensitivität l Erfahrungswissenschaften u. a.
Künstlerischer Selbstausdruck: Fotografie l Lyrik l Kurzprosa l Gesellschafts-Tanz
Kontakt:
Ralf-Michael Seele
Henneberger Str. 42
98617 Meiningen
03693 502297
0170 90 45 498
Ralf-Michael.Seele@gmx.de

Anmerkungen

0
Siehe auch: Holger Kalweit: Der Stoff aus dem die Seele ist: Meine Suche nach dem Lichtkörper und die Geburt der Plasmapsychologie.

1
Ralf-Michael Seele (Hrsg.): Reif werden für die Welt – Entwicklungszyklen der Bildsprache I. Meiningen: Städtische galerie ada Meiningen, 2010, S. 116.

2
Das eingesetzte Arsenal von Verfahren zur Fremdsteuerung, Gehirnwäsche und Persönlichkeits-Spaltung ist ebenso vielfältig wie menschenverachtend. Die von Geheimdiensten geleiteten Projekte missbrauchten Einzelpersonen und ganze Bevölkerungsgruppen meist ohne deren Kenntnis und experimentierten u. a. mit Drogen, Hochfrequenzen, Hypnose, Elektroschocks, Psychochirurgie.
Link
David Icke: Das größte Geheimnis. Immenstadt: Mosquito-Verlag, 2009.

3
vgl.: Ralf-Michael Seele (Hrsg.): Ganzheit als Prinzip. Peter Weber – Faltungen aus Papier und Filz. Martin Willing – Schwingende Metallskulpturen. Meiningen: Städtische galerie ada Meiningen, 2014.

4
vgl.: Hier

5
Vgl.: Hier und Bernd Senf: Die Wiederentdeckung des Lebendigen. Erforschung der Lebensenergie durch Reich, Schauberger, Lakhovky u. a. Aachen: Omega-Verlag, 2007.

6
Zu diesen abspaltenden Ritualen zählen u. a.:
Trennung des Babys von der Mutter;
Gleichgültigkeit gegenüber Weinen und Schreien des verzweifelten Kindes;
Immobilisierung durch ständiges Festeinwickeln des ganzen Körpers;
Verweigern der Brust bzw. verfrühtes Entwöhnen;
Erzwungene Reinlichkeitserziehung, bevor das Kleinkind seine Ausscheidungsfunktionen effektiv kontrollieren kann;
Durch Drohungen oder körperliche Züchtigungen durchgesetzte Forderung, ruhig, gehorsam und nicht neugierig zu sein.
Gebräuche, die darauf abzielen, die kindliche und jugendliche Sexualität zu kontrollieren oder zu zerstören (weibliches Jungfräulichkeitsgebot, mittels Strafen und Erzeugung von Schuldgefühlen erzwungene, arrangierte Ehen;
Die Erwartung, Schmerzen auszuhalten, Gefühle zu unterdrücken und älteren Autoritätsfiguren unkritischen Gehorsam in allen Lebensfragen entgegenzubringen;
schmerzhafte Initiationsriten;
öffentliche und private Geschlechtertrennung
Karl-Heinz Ignatz Kerscher: Auf dem Weg zur Positiven Erziehung. München: GRIN Verlag GmbH, 2010.
Ebook

7
Vgl.: Jean Liedloff: Auf der Suche nach dem verlorenen Glück. Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit. München: Verlag C. H. Beck, 2001.

8
Wie sehr das Kultur-Thema „Hexen“ nach systematischem Aufarbeiten drängt, zeigte auch die sehr gut besuchte Ausstellung „Hexen in der Bildenden Kunst“ 2004 in der Städtischen galerie ada Meiningen.
Wie deutlich sich der körperliche, seelische und rational-kulturelle Reifestand von Heranwachsenden in spontan entstandenen Bildern offenbart, wurde beispielhaft in folgendem Buch anschaulich aufgezeigt: Ralf-Michael Seele (Hrsg.): Reif werden für die Welt – Entwicklungszyklen der Bildsprache I. Meiningen: Städtische galerie ada Meiningen, 2010, S. 116.

9
Karl-Heinz Ignatz Kerscher: Auf dem Weg zur Positiven Erziehung. München: GRIN Verlag GmbH, 2010.
Ebook

10
Bernd Senf: Die Wiederentdeckung des Lebendigen. Erforschung der Lebensenergie durch Reich, Schauberger, Lakhovky u. a. Aachen: Omega-Verlag, 2007. S. 19 ff.

11
Link

12
http://www.friedemann-vogel.de/bildungspolitik-sprachkritik-diskursanalysen/69-nur-ein-kampf-um-woerter-wenn-aus-einem-qstabilisierungseinsatzq-ein-qkriegq-wird

13
Link

14
Link

15
David Icke: Das größte Geheimnis. Immenstadt: Mosquito-Verlag, 2009.

16
Holger Kalweit: Die Trilogie der Drachen I – III. Bierstein: J. K. Fischer-Verlag, 2012.

17
Mit meiner These „Die Abspaltung (vor allem der Seele) als die Ursache aller zivilisatorischen Probleme (Verlust der Ganzheit und Balance)“ sehe ich mich in folgendem Buch bestätigt: Annabella Claudia: Das Trennungsparadigma – Über ein grundlegendes Problem in Gesellschaften. Berlin, Neckenmarkt: United P. C. Verlag, 2016.

18
Der Volksstamm der Senoi pflegt folgende Traum-Kultur: Jeden Tag berichten nach dem Morgenmahl die Mitglieder einer Gruppe von ihren Träumen. Das gilt für die Erwachsenen und ebenso für die Kinder, die ganz selbstverständlich von klein auf in diesen Umgang mit den Träumen hineinwachsen. In der morgendlichen Sitzung werden die eindrucksvollsten Träume diskutiert, Ratschläge erteilt und Konsequenzen für das praktische Leben gezogen. Entscheidend ist es nach Ansicht der Senoi nicht, was eine Person träumt, sondern wie sie damit umgeht, was sie daraus macht. Wobei dies nicht nur für sie und ihre Entwicklung von Bedeutung ist, sondern sich auch auf ihre Beziehung zu den Mitmenschen auswirkt.
http://www.epv.de/efi/efi.php?aktion=zeigeartikel&getParam=2009301

19
siehe auch: Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte.
siehe auch: Hans Sedlmayr: Verlust der Mitte – Die bildende Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts als Symptom und Symbol der Zeit

20
siehe auch: Ralf-Michael Seele (Hrsg.): Echo des Krieges – Kunst zwischen Verstörung und Protest. Meiningen: Städtische galerie ada Meiningen, 2014.