Thailand – Das Vorbild für den aktiven Bewußtseinswandel

19. Februar 2016 von
Print Friendly, PDF & Email
(1 votes, average: 4,00 out of 5)
Loading...

Von Carola Sarrasin, Chiang Mai, Thailand. Seit fast 6 Jahren lebe ich nun in Thailands paradiesischer, immergrüner Bergwelt von Chiang Mai und beobachte, wie ein ganzes Volk mehr und mehr in die Politik gebracht wurde.

Wir Europäer haben das lange hinter uns und wissen wie das Spiel läuft: Politik, das Kasperle-Theater fürs Volk mit den Kontexten von Manipulation, Lüge, Macht, Kontrolle, Ausbeutung, Anonymität und Korruption. Um die Anonymität zu wahren, werden gut trainierte und bezahlte Schauspieler dem Volk als ‚Politiker‘ auf die Bühne gestellt. Und die Korruption fand auch in Thailand ihren unrühmlichen Einzug.

Die zuvor völlig unpolitische, königstreue mehrheitliche Landbevölkerung wurde vor vielen Jahren zunächst mit 2 Geschenken geködert: Einem Kühlschrank und einem Fernseher, der fortan in fast allen Haushalten den ganzen Tag über läuft. Heute werden die Menschen ganz offen mit umgerechnet 50,- Euro ‚gekauft‘, damit sie ihre Stimme der aktuell regierenden Partei geben. Die PTP (Pheu Thai Partei, frei übersetzt:‚Partei für Thais‘) ist die dritte Inkarnation der zwangsaufgelösten TRT des geflohenen Politikers Taksin, der noch vor seiner Verurteilung wegen Amtsmissbrauch und Korruption das Land verließ und seitdem aus dem Exil heraus die Politik Thailands beeinflusst.


Bangkok: Thais beten in einem der prachtviollen Tempel

Was unterscheidet jetzt aber Thailand von dem Rest der Welt?

Allen politischen ‚Maßnahmen‘ zum Trotz steht ein Volk auf und lässt sich die Verarmung seitens der Politik nicht länger gefallen. Mit friedlichen Demonstrationen, die eher Karnevalscharakter haben, gehen die Menschen auf die Straße, um eine korrupte Regierung nach Hause zu schicken.

Auch sehr wohlhabende Thailänder beteiligen sich an den Straßenfesten in Bangkok, den Demonstrationen zur Beendigung der vorherrschenden Politik. So hat sich ein befreundetes Ehepaar kurzerhand Flugtickets von Chiang Mai nach Bangkok gekauft, sich mit Trillerpfeifen ‚bewaffnet‘ und uns kürzlich die lustigen Fotos dieser friedlichen Massen-Aktion gezeigt. Am Tag vor dem Geburtstag des Königs von Thailand wurden wie selbstverständlich die Trillerpfeifen gegen Besen ausgetauscht und die Straßen von Bangkok für den Ehrentag sauber gefegt. Die Demonstranten wurden zu Straßenkehrern und auch das glich einem Fest.

Warum ist in den Nachrichten der monopolisierten Massenmedien nichts oder nur sehr wenig davon zu sehen?

Warum werden diese friedlichen Menschen mit Vorbild-Charakter für die gesamte Weltbevölkerung ausschließlich "Regierungsgegner" genannt?

Warum wird aus einer gewaltlosen Aktion mit aller Macht eine medienwirksame Krise inszeniert?

Besteht hier etwa die Befürchtung, dass auch die Menschen anderer Länder endlich aufwachen könnten und ebenfalls friedlich aber bestimmt dem herrschenden Politik-Theater ihres Landes den Vorhang zuziehen?

Ganz offensichtlich soll mit verzerrten Informationen, mit Reisewarnungen und sonstiger Mantra-artiger Taktik oller Angstmache die Anzahl der Augenzeugen und Thailand-Besucher klein gehalten werden, wie auch hier wieder zu lesen ist:      
"Selbst friedlich gemeinte Demonstrationen können ohne Warnung gewalttätig werden", hieß es auf der Webseite der US-Botschaft …

Preisfrage: Wenn sie nun aber auf Teufel komm raus nicht gewalttätig werden wollen, wer hätte dann wohl ein Interesse daran, Gewalt, z.B. in Form einer Handgranate gegen ‚Regierungsgegner‘ ins Spiel zu bringen?

 

Hinter Chiang Mai in Richtung Burma liegt der Nationalpark mit dem riesigen, fast unberührten Urwald in den Bergen

Nun ist das friedliebende Thailand auch noch ein ausgesprochen hübsches Land, mit einer so reichen und schönen Natur-Vielfalt, dass dieses Paradies zu meiner Wahl-Heimat geworden ist. Deshalb kann ich nur jedem Menschen wünschen, der noch einen Fernseher besitzt bzw. politischen Verlautbarungen Glauben schenkt, sich dadurch nicht von seiner geplanten Thailand-Reise abbringen zu lassen.

Wenn ich wissen will, was wirklich in einem Land passiert, dann schaue ich mir den aktuellen Flugstatus des internationalen Airports des entsprechenden Landes an und stelle fest: Auf beiden Runways starten und landen die Flugzeuge aus aller Welt im Minutentakt. Der Flugverkehr auf Bangkoks Flughafen läuft reibungslos und pünktlich.
Hier ist eine Internet-Adresse für die Eigen-Recherche: http://www.flightstats.com/go/FlightStatus/flightStatusByAirport.do

Es ist auch nicht ganz leicht, Augenzeuge zu werden, denn Bangkok ist sehr groß und wenn in einem kleinen Stadtteil ‚Regierungsanhänger‘ zur Gewalt neigen, dann wird dieser Bereich sofort abgeriegelt, der zudem noch weit entfernt von der Shopping-Meile, Sukkumvit Road, liegt.

Elefanten gehören hier immer noch zum Alltag auf dem Lande

So bleibt mir im 800 Kilometer nördlich gelegenen Chiang Mai zu Zeit das friedliche Beobachten des Sonnenscheins, der Wölkchen am Himmel, des Vogelgezwitschers (beim sattessen an meiner überreifen Bananenstaude) und des fröhlichen Erdbeer-Festivals, zu dem jeden Januar Gäste aus ganz Thailand und Malaysia hier angereist kommen, um am Wochenende auf den vielen Erdbeer-Feldern zum Selbstpflücken eingeladen zu werden. Und weil die Asiaten gerne scharf essen, werden die Erdbeeren mit Chili-Zucker serviert … – köstlich!

Carola Sarrasin
Chiang Mai, 22. Januar 2014

Webseite: www.thailandproject.asia/de/

 

Print Friendly, PDF & Email