Bericht aus der Ukraine 17

4. August 2015 von QUERDENKEN-REDAKTION
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04. August 2015 (Redaktion) Wir haben wieder die Quellen ausgewertet und zusammengefaßt. Es sind diesmal viele Einzelberichte, die aber ein recht gutes Bild von den Zuständen zeichnen. Diesmal ist der Tenor der ganzen Informationen, daß sich die Leute schon so an Gewalt, Schießereien, Gefahr, Brutalität und Zusammenbruch gewöhnt haben, daß es sie schon gar nicht mehr wirklich erschüttert. Weiterhin ist das Wirtschaftsleben so gut wie zum Erliegen gekommen. Was nicht durch Strommangel brach liegt oder durch Vandalismus, Brandstiftung oder Beschuß zerstört, das wird abmontiert, geklaut und weggeschafft. Funktionieren tut nur noch der Schwarzmarkt. Hoffnung auf Besserung besteht nicht.

Allgemeines
Die verschiedenen Oligarchen verfeinden sich zunehmend untereinander. Man vermutet dahinter die „teile und herrsche“-Politik der Amerikaner. Anscheinend soll die Ukraine in rivalisierende Oligarchengebiete zerbrochen werden, die sich alle untereinander feind sind und alle zusammen gegen Kiew kämpfen. Alle Anrainerstaaten haben spürbar ihre Grenzen befestigt und an allen Passierpunkten Militär aufgefahren. Man ist außerordentlich wachsam. Nicht nur, daß man Raubzüge des Rechten Sektors ins eigene Landesgebiet fürchtet, man fürchtet auch Flüchtlingsscharen aus der Ukraine. Laut Umfrgane vollen 61% der Ukrainer das Land verlassen. Das sind rund 24 Millionen.
Es wird mehr und mehr klar, daß es die Politik der USA ist, aus ganz Europa einen riesigen Brandherd zu machen, mit ruinierten Staaten, zerstörten Wirtschaften, Aufständen, enormen Flüchtlingswellen, Gewalt, Verteilungskämpfen und Unmengen an Toten.

In der Ukraine – auch im Westen – wird das Leben täglich gefährlicher und die Übergriffe auf die Bevölkerung werden immer brutaler.
Auch außerhalb des Donbass und der Rebellengebiete treiben die rechtsradikalen Bataillone ihre Gewaltexzesse unter der „eigenen“, westukrainischen Bevölkerung:

Dnepropetrowsk
Ein Trupp des „AIDAR – Bataillons hat vor einigen Tagen nachts das Dorf Meliotariwnoe in der Nähe von Dnepropetrowsk überfallen. Der Ort liegt ca. 200 km westlich des Donbass, also außerhalb des ATO Gebietes. Die AIDAR–Männer kamen in der Dunkelheit mit einem Schützenpanzer und mehreren Geländefahrzeugen in das Dorf gefahren, um die Lenin-Statue niederzureißen. Die Einwohner des Dorfes stellten sich dem Überfall entgegen, daraufhin verprügelten die AIDAR-Leute die Einwohner, wobei sie versuchten, diese mit dem Schützenpanzer zu überfahren. Mindestens 20 Einwohner wurden schwer verletzt.

Die Dorfbewohner berichten, das die AIDAR-Truppe beim Einfahren in das Dorf geschrien habe: „Wir kommen, um dieses Dorf von Pro-Russen zu säubern“ und „ Wer sich uns in den Weg stellt, den fahren wir mit dem Panzer zusammen“. Danach begannen sie, mit Maschinengewehren in die Luft zu schießen.

Die regionale Staatsanwaltschaft wies die Anzeigen der Dorfbewohner als unbegründet zurück. Einer der Dorfbewohner nahm auf Druck freiwillig seine Anzeige zurück.
Hier ein privates Video, das nach dem Überfall gefilmt wurde:

Rowno
Am 29. Juli ereigneten sich schwere Krawalle und Ausschreitungen in Rowno. Mehrere Hundert Männer in Rowno, in der Westukraine (ca. 100 km östlich von Lemberg) protestierten gegen das Kiewer Regime. Nach anfänglichen Diskussionen eskalierte dann die Situation plötzlich, als schwerbewaffnete Hundertschaften der Nationalgarde eintrafen. Wieder gab es viele Schwerverletzte, da die Nationalgarde den Protest brutal niederschlug. Sie schoss sogar in die Menschenmenge. Die Demonstranten waren Bernsteingräber – was die Kiewer Regierung neuerdings verbieten will und und in Zukunft das Bernsteingraben lediglich gegen Lizenzen erlauben will. Diese Lizenzen sind allerdings so teuer, daß sich ein normaler Ukrainer das finanziell nicht leisten kann. Die Leute werden dadurch praktisch arbeits- und brotlos. In der Region Rowno ist der Bergbau das einzige Zubrot mit dem sich die Menschen noch irgendwie über Wasser halten können.

Auch hiervon gibt es ein Handy-Video. Man sieht sehr gut, wie die Demonstranten eigentlich nur herumstehen, und plötzlich, ab Minute 7 sich auf einmal die Nationalgarde in Bewegung setzt und auf die Leute einprügelt. Man hört auch Schüsse fallen:

Viele der Demonstranten – aber auch vollkommen unbeteiligte Leute sind sofort in Rowno verhaftet und abgeführt worden:
Einen Tag später, am letzten Donnerstag, rückte die Nationalgarde in eine Bergabeitersiedlung ein und verhaften auch dort die Einwohner vom Fleck weg.
Donbass
Die Städte und Dörfer im Donbass, die von der Frontlinie aus durch Beschuss zu erreichen sind, werden nach einer etwas ruhigeren Zeit wieder täglich von den Ukrainischen Truppen beschossen. Das Ziel sind immer nur Wohngebiete, Schulen, Krankenhäuser. Die Ukraine versucht verzweifelt, die Donbassarmee zum Gegenbeschuss zu provozieren, um dann den Ostukrainern den Bruch von Minsk 2 anzulasten. Wie man hier so „unter der Hand erfährt“, soll die EU Druck auf Kiew ausüben, daß Minsk 2 umgesetzt werden muß und die gesamte Zone demilitarisiert und die Kampfhandlungen eingestellt.  Die Kiewer Regierung kann Minsk aber nicht erfüllen, weil dann der Rechte Sektor sofort massiv gegen die Jazenjuk/poroschenko-Regierung vorgehen würde und den Sturz der US-Marionettenregierung herbeiführen würde.
Also versucht Kiew zu provozieren, damit die Donbassarmee mit Gegenbeschuss beginnt und Kiew ihre Angriffe rechtfertigen kann. Die Donbassarmee schießst nur im äußersten Notfall zurück, nämlich dann, wenn massiv Zivilisten beschossen werden. In diesem Moment, sobald endlich mal aus dem Donbass zurück geschossen wird, sind die westlichen Fernsehsender sofort vor Ort, Sie warten auf solche Bilder. Beschüsse von Seiten der Ukraine dagegen werden permanent verschwiegen.
Donezk
Ebenfalls am letzten Donnerstag wurden wieder einmal reine Wohngebiete in Donezk beschossen. Und wieder waren es die Rechten Bataillone. Stolz auf ihre Taten haben sie sogar ein Video ins Netz gestellt, wo sie ihren Angriff auf Zivilisten, Männer, Frauen und Kinder filmen und dabei lachen und schreien:“Hier kommen die Geschenke aus Lwow (Lemberg) für Euch!“
Am selben Tag wurde auch das gequälte Gorlovka wieder unter Feuer genommen. Es wurden, wie immer, reine Wohnviertel beschossen. Hier ein Video von Russia Today. In einer zusammengeschossenen Wohnung ist blutiger Schutt zu sehen, eine junge Frau liegt tot zwischen den Trümmern ihres Heims. Das Schicksal kann so gut wie jeden treffen dort. Jederzeit. Es ist schon Alltag geworden.
Niemand ist sich dort seines Lebens sicher.
Charkow
In Charkow wurde im Supermarkt ATB einfach mal so ein Mann erschossen. Der unbekannte Täter kam herein, schrie „Heil der Ukraine“ erschoss den Mann und ging anschließend ohne allzugroße Eile davon. Über Hintergründe ist nichts bekannt. Es wird wahrscheinlich ein durchgeknallter Söldner gewesen sein. Kurze Zeit darauf, stand das Video aus der Überwachungskamera im Netz. Erstaunlich, daß die ganze Geschichte von den Umstehenden relativ ungerührt aufgenommen wurde. Wie gesagt, unsere Kontakte berichten, daß sich die Leute an das Chaos, die Gewalt und die Willkür irgendwie gewöhnt haben.
Heute, am 3. August, griff der  Rechte Sektor das Büro der Oppositionspartei in Charkow an. Die Männer drohen, das gesamte Gebäude mitsamt den darin eingeschlossenen Oppositionellen niederzubrennen, etwa so, wie auch das Massaker in Odessa stattgefunden hat. Die Polizei steht tatenlos daneben und schaut zu. Schüsse fallen, Rauch- oder Brandbomben werden geworfen, aber die Polizei mischt sich nicht ein und schaut das alles nur an.
Mariupol
Riesige Megen an Militärtechnik werden nach Mariupol gebracht, Landtruppen werden massiv nach Mariupol verlegt. Auch wurden Soldaten aus dem Urlaub nach Mariupol zurück kommandiert. Es wird vermutet, daß hier etwas Größeres vorbereitet wird. Mittlerweile hassen die Mariupoler die Ukrainer wie die Pest und empfinden sie als Okkupanten. Alle Mariupoler warten auf die Volkswehr und die Befreiung von den ukrainischen Besatzern. Die bestehen nur noch zum Teil aus echten Ukrainern, die meisten sind Söldner, viele Amerikaner darunter.
Odessa
In Odessa wurde in der Nacht auf Montag eine selbstgebastelte Bombe in das Büro von „Samooborona“ (Selbstverteidigung), einer rechtsradikalen Vereinigung, geworfen. Das Büro wurde zerstört. Samooborona besteht aus Maidan-Radikalen, die nach Odessa verlegt wurden, um dort die Zivilbevölkerung in Schach zu halten. Die Odessiten lassen sich aber trotz Massenverhaftungen, Repressionen und blutigem Vorgehen der Kiewer Regierung nicht einschüchtern.
Kiew
Derweil rasen die „Helden vom Maidan“ betrunken in ihren Autos durch Kiew, pöbeln die Passanten auf’s Gröbste an, wenn sie Lust darauf haben, verprügeln sie auch einfach Leute, während die Polizei auch hier tatenlos zusieht. Die „Helden des Rechten Sektors“ genießen nämlich Immunität. Die Regierung in Kiew hat Angst vor den Rechten Bataillonen, und will Konflikte unbedingt vermeiden. Die kleinste Kleinigkeit, und die Rechten würden sich vor dem Regierungsgebäude zusammenschließen und den Angriff starten.
Am Freitag war es dann einmal wieder soweit, der Rechte Sektor besetzte das Haupt-Finanzamt und ließ niemend raus noch rein.

Jazenjuk erklärte noch am selbigen Tag seinem Volk, daß die Ukraine nicht mehr in der Lage sei, die Bevölkerung mit Strom und Wärme zu versorgen. Für den heutigen Montag berief Jazenjuk eine Energie-Krisen Sitzung ein.