Pegida – die Antwort auf die Krise der deutschen Nation?

29. Juli 2015 von Michael Friedrich Vogt
Print Friendly, PDF & Email
(No Ratings Yet)
Loading...
Diplom-Philosoph Peter Feist im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt. Seit Monaten zeigt sich die Unzufriedenheit vieler Bürger immer deutlicher auch auf der Straße. Was vor über einem Jahr mit den Montagsmahnwachen begann, setzt sich nun vor allem im Osten der Republik mit den Pegida Demonstrationen und ihren Ablegern fort. Kernthema ist hier vor allem die kritische Auseinandersetzung mit dem Islam, aber auch Themen wie Medienpropaganda („Lügenpresse“), Frieden mit Rußland, Gender Mainstream, Frühsexulisiereung und die Souveränität Deutschlands spielen zentrale Rollen.

Man sollte annehmen, daß diese tatsächlich akuten Themen eine wesentliche Rolle in der öffentlichen Diskussion spielen und ein sachlicher Dialog zwischen den unterschiedlichen politischen Lagern erfolgt. Dies ist in Deutschland nicht der Fall. Statt sich der Probleme und Ängste von Hunderttausenden (schaut man sich Umfrageergebnisse an, sprechen wir zweifellos von vielen Millionen) Menschen anzunehmen, skizzieren die gleichgeschalteten Mainstreammassenmedien ein Bild, das sich vom „ahnungslosen Ossi“ bis hin zum „Neonazi“ zieht. Das Aufkeimen unbequemer Themen wird in Deutschland traditionell mit der Nazikeule bekämpft. Daß eine wissenschaftliche Studie der TU Dresden ein ganz anderes Bild der Demonstranten zeigt, ist lediglich eine Randnotiz wert.

Der Diplom-Philosoph und Historiker Peter Feist analysiert im Gespräch mit Michael Vogt die tatsächlichen Gründe für das Erstarken von Bewegungen wie Pegida. Vor allem geht er hierbei der Frage nach, weshalb diese Bewegungen im Osten des Landes einen sehr hohen Zulauf haben, während sie im Westen kaum eine Rolle spielen. Sein zentrales Argument ist die deutlich stärkere Politisierung der Menschen im Osten, resultierend aus einer „Zwangspolitisierung“ zu Zeiten der DDR – und der westlichen Gehirnwäsche der „Reeducation“in der alten BRD. Schon immer spielte die Politik im Leben der Menschen im Osten eine bedeutendere Rolle als im Westen.

Ein weiterer Grund ist die Tatsache, daß die DDR immer ein positives und entspanntes Verhältnis zur eigenen „Nation“ hatte und oft noch hat. Diese Mischung aus starker Politisierung und stärkerem Nationalbewußtsein führt dazu, daß sich viele Leute um die Nation und deren inneren und äußeren Bestand (berechtigte) Sorgen machen.

Diese Sorgen tragen sie nun auf die Straßen und in die Öffentlichkeit. Normalerweise wäre dies die Aufgabe der Medien, die sich doch immer gerne noch als die vierte Macht im Staat bezeichnen lassen und sehen. Macht haben sie sicherlich noch, aber längst sind sie zum Handlanger der eigentlichen Mächtigen geworden und daher keinesfalls unabhängig. Eine echte mediale Opposition existiert in diesem Land nicht mehr.

Noch nie hat es eine derart radikale Entfremdung zwischen Politik und Medien auf der einen Seite und der Bevölkerung auf der anderen Seite gegeben. Nun erhalten Politik und Medien ihre Quittung, indem das Volk die Aufgabe der öffentlichen Diskussion übernimmt und Tabuthemen auf den Prüfstand bringt. Dabei funktioniert das Totschlagargument Nazikeule bei vielen schon lange nicht mehr. Zu exzessiv haben Staat und Medien es in den letzten Jahren genutzt, um es noch glaubwürdig in Stellung zu bringen.

Website: www.geschichtsseiten.de www.christian-wolff-bildungs-werk.de

 

Print Friendly, PDF & Email