Der Hammer: Tsipras sucht jetzt Hilfe bei Putin

25. Juni 2015 von Gastautor: Jürgen Elsässer
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25. Juni 2015  Jürgen Elsässer live aus St. Petersburg. Die letzten Tage war es hier auf dem blog ein bissel ruhiger, weil ich in St. Petersburg bin. Dort hat heute das Petersburger Wirtschafstforum eröffnet, sozusagen die Gegenveranstaltung der BRICS-Staaten und des Shanghai-Blocks zu Davos. 7.000 Gäste, 600 Referenten, 33 Minister aus aller Welt, unter den Promis auch Blair, Schröder, Prodi. Schirmherr des Ganzen: Daimler-Benz. Überraschung: Auch US-Konzerne sind vertreten. Obama hat die Teilnahme freigestellt. Sind das erste Anzeichen einer Lockerung der Sanktionen?

Eigentlicher Knaller aber ist die Anwesenheit von Tsipras. Auf dem Höhepunkt der Eurokrise ist der griechische Premier nicht in Brüssel, sondern zu Gast bei Putin. Das soll den Euro-Granden signalisieren: Wir können auch anders … Rußland könnte im Falle eines Grexit zwar kaum Griechenland vor einer Rezession retten, aber zumindest Soforthilfen im humanitären Bereich leisten. Auch Öllieferungen über Tanker via Piräus sind vorstellbar. Vor allem soll die neue Pipeline Turkish Stram, von Putin und Erdogan vereinbaret, Griechenland als wichtigen Transit nutzen und Geld in die Staatskassen spülen. Das löst keine akuten Probleme, aber ist eine verlockende strategische Perspektive.

Tsipras bei Putin heißt: Wenn EZB und IWF Griechenland nicht nachgeben, droht EU und NATO an der Südflanke gefährliche Instabilität. Mit anderen Worten: Man darf die Grexit-Krise nicht mehr nur ökonomisch betrachten – das alles bekommt auch eine geostrategische Dimension.

Tsipras würde ich empfehlen, sich auf der Heimreise und auch in Athen künftig von russischen Speznazs mit absichern zu lassen. Der Mann lebt ab sofort gefährlich.