Bericht aus der Ukraine / 11

15. Juni 2015 von QUERDENKEN-REDAKTION
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15. Juni 2015 (von unseren Kontakten in der Ukraine) Heute sind wieder neue Nachrichten aus dem kriegsgequälten Land eingetroffen.Im Gegensatz zu unseren Medien, die denEindruck erwecken, dort sei es relativ ruhig geworden, verschärft sich dort die Lage jede Woche mehr. Wir haben die Informationen für Euch ausgewertet und zusammengestellt. Hier ist der Bericht:

Allgemeines:
Das Chaos in der Ukraine nimmt weiterhin zu und es wird immer schwieriger, sich in dem „Durcheinander“ überhaupt noch zurecht zu finden. Seit Monaten herrschen erbitterte Machtkämpfe unter den Oligarchen.

Nach nicht bestätigten Meldungen soll Poroshenko dem Geheimdienstchef Naliwejtshenko verboten haben, in die USA zu reisen. Statt dessen wurde Naliwejtshenko zum Verhör in die Generalstaatsanwaltschaft gebracht. Die ehemaligen Maidanführer kämpfen untereinander immer härter um die Macht. Daß der  interne Streit nun an die Öffentlichkeit gelangt, zeugt von einer Machtkrise in der Ukraine. Man kann davon ausgehen, dass der Geheimdienstchef in kürze entlassen wird.

Die Hauptakteure des Putsches vom Februar 2014 kämpfen untereinander und gegeneinander um Finanzen und Ressourcen. Der nun offenen Konflikt zwischen dem Sicherheitschef und dem Präsidenten führt unweigerlich dazu, daß die ehemaligen Maidanführer aus der Macht gedrängt werden. Das dürfte das baldige Ende der Kiewer US-Regierung bedeuten,

Die US-Statthalterregierung in Kiew ist dazu übergegangen, Demonstrationen sofort im Keim brutal zu ersticken. Der Versuch, den Maidan 3.0 zu beginnnen, wurde schon nach wenigen Stunden von der Junta gewaltsam aufgelöst.

Über der Ukraine liegt eine gespannte Atmosphäre. Da die nun schon 5. Mobilisierung so gut wie kein Ergebnis gebracht hat, wird die Zwangsmobilisierung wieder deutlich verschärft. Die Militärs und Polizei sind überall gegenwärtig, um Wehrpflichtige im Alter von 16 bis 65 Jahren an die Front zu schicken. Ob im Supermarkt, im Omnibus, im Restaurant,  bei Polizeikontrollen auf der Straße – überall wird „Jagd“ auf Wehrpflichtige gemacht.

Im Mangel an Soldaten ist auch der Grund zu suchen, warum die bereits seit Anfang Mai erwartete Offensive noch nicht beginnen konnte. Die ukrainische Armee verfügt einfach über viel zu wenige und demotovierte Soldaten. Wenn man die Nationalgarde und die freiwilligen Nazi-Batallione nicht berücksichtigt, kommt die Ukraine auf eine Armeestärke von ca. 20.000 Mann – bei Weitem nicht das, wasin den westlichen Medien verbreitet wird.

Die Ausbildung der Armeesoldaten, welche die USA, Kanada und England übernommen haben, will auch nicht so richtig funktionieren. Man fragt sich, in was die ukrainischen Soldaten ausgebildet werden. Die Ausbilder selbst sind bei der Kriegsführung in der Ukraine hoffnungslos überfordert. Die US-Soldaten, Briten und Kanadier wagen sich erst an die Front, wenn die NATO vorher erst einmal alles kurz und klein gebombt hat und auch dann beobachten die Menschen dort ein ziemlich zielloses Agieren.

Das größte Defizit bei der ukrainische Armee ist die fehlende Motivation. Die Ukrainer sind nicht bereit, gegen die eigene Bevölkerung zu kämpfen und schon gar nicht für ein dickes Bankkonto der Oligarchen-Junta. Weiter kommt noch hinzu, daß keine Ausrüstung (Schuhe, Kleidung) für Wehrpflichtige gestellt wird, die Versorgung mit Lebensmitteln katastrophal ist, kaum Sold gezahlt wird, so daß sich die Familien der Soldaten ebenfalls nicht mit dem Nötigsten versorgen können.

Von den normalen Wehrpflichtigen ist keiner bereit, für die wirtschaftlichen Interessen der USA/EU gegen die eigene Bevölkerung in den Krieg zu ziehen. Mittlerweile haben mind. 95 % der Ukrainer begriffen, daß die Revolution von der USA/EU inszeniert wurde, um das Land zu plündern und dann über die Ukraine Rußland platt zu machen. Den Ukrainern ist heute auch klar, daß es keine Visafreiheit geben wird und sie vertreten heute schon überwiegend die Meinung, daß man auf „europäische Werte“ in der Ukraine gut verzichten kann.

Die Nationalgarde und die Nazi-Batallione des Rechten Sektors erhalten den Krieg im Donbass aufrecht, indem ausnahmslos Wohngebiete, Krankenhäuser und Schulen mit schweren Raketen beschossen werden. Die Nazis starten ihre Angriffe, indem sie sich  hinter Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten verschanzen und so einen direkten Beschuß der Freiheitskämpfer zu vermeiden. Diese Strategie wird schon seit Juli letzten Jahres angewandt. Man benutzt Zivilisten als lebende Schutzschilder.

 

Geschehnisse in Kiew

Der Brand des Öllagers in der Nähe Kiews ist immer noch nicht unter Kontrolle und am 12.06. gab es den nächsten Großbrand: ein Großlager mit giftigen Chemikalien steht in der Nähe von Kiew in Flammen.

Entweder hat sich der in der Westukraine gebildete Widerstand umorientiert und setzt jetzt auf Sabotageakte gegen die Infrastruktur, um das Scheitern der Regierung Poroschenko zu erzwingen, oder aber die Verursacher der Sabotageakte sind bei der Kiewer US-Vasallenregierung zu suchen, die die Sabotage selbst inszeniert, um sich die Legitimation zu verschaffen, noch härter durchzugreifen. Unsere Kontakte sind da geteilter Meinung. Denn auch der Rechte Sektor kommt infrage, der die Poroschenko-Regierung in Zugzwang setzen will oder russische Täter, die im Westen der Ukraine Unruhe und Aufstand gegen die unfähige Regierung anzetteln wollen, halten die Ukrainer für eine mögliche Erklärung. Nur, daß die ganzen Großbrände Zufall sind, das glaubt dort eigentlich keiner. Wer wirklich dahintersteckt, ist unklar.

Am Sonntag Spätnachmittag, gegen 17.00 Uhr brach der nächste Großbrand aus. Ein 20-stöckiges Hochhaus steht komplett in Flammen. (Bild oben)

 

Rebellengebiete

Luhansk wurde die Wasserversorgung, die von ukrainisch kontrolliertem Gebiet erfolgt, gekappt. Es geht darum, die Zivilbevölkerung mürbe zu quälen und ihr das Überleben zu erschweren. Mittlerweile wurde jedoch die Trinkwasserversorgung über das von den Rebellen  kontrollierte Gebiet einigermaßen wieder hergestellt.

Um den Donetzker Flughafen sind ebenfalls wieder schwere Kämpfe ausgebrochen. Man kann in diese Angriffen keinen Sinn erkennen, da der Flughafen, der 2012 als der modernster Flughafen Europas eingeweiht wurde, nur noch ein Trümmerfeld ist. Um was da eigentlich gekämpft wird, weiß keiner.

(Bild links: Der intensive Beschuß der Wohnviertel durch die Kräfte der Kiewer Regierung führt immer wieder zu verheerenden und tödlichen Zerstörungen, wie hierin Gorlovka an diesem Wochenende)

Wie von den Verantwortlichen der (Donetzker Volksrepublik) DVR und (Lugansker Volksrepublik) LVR verlautet, wird es, falls Minsk 2 scheitern sollte, ein Minsk 3 nicht geben. (Poroschenko hat ganz offiziell erklärt, dass Minsk 2 lediglich unterschrieben wurde, um die ukrainische Armee neu zu formieren und mit schwerer Kriegstechnik neu zu versorgen).
Sollte Minsk 2 endgültig scheitern, wird Xarkow, Kiew und Lwow eingekesselt werden, so von verantwortlicher Seite aus dem Donbass.
Ob hier schon ein Zusammenhang zwischen den Manövern der weißrussischen Armee  an der ukr. Grenze besteht, ist derzeit noch schwer abzuschätzen.
Bezeichnend in diesem Zusammenhang ist allerdings, daß erstmalig die Außenminister der Garantiemächte des  Minsk 2  Abkommens, Rußland, Deutschland und Frankreich vom Außenminister der selbsternannten Republik Lugansk angeschrieben und aufgefordert wurden, in Kiew auf die Einhaltung des Abkommens zu drängen.
Auf Antrag Rußlands wurde das Abkommen von der UNO abgesegnet und hat somit internationalen bindenden Charakter.
Es wird sich zeigen, welchen Wert die Unterschrift im Bezug auf Einhaltung von Verträgen des deutschen Außenministers hat!
Weiter können die einzelnen Garantiemächte des Abkommens auf dessen Einhaltung bestehen.

Von Rußland war es ein sehr kluger Schritt, die UNO einzubeziehen.

Der Donbass erlebte an diesem Wochenende die massivsten Beschüsse seit Minsk 2. Die Lage an der gesamten Frontlinie ist äußerst gespannt und der Krieg kann jede Stunde wieder in eine heiße Phase eintreten. Kiew hat ein sehr großes Interesse daran, daß die Kämpfe so schnell als möglich wieder ausbrechen, um von den finanziellen und wirtschaftlichen Problemen abzulenken. Es deutet alles darauf hin, daß in dieser Woche der Staatsbankrott erklärt werden muß. Wird der Krieg fortgesetzt, wird dies in einer Härte und Brutalität geschehen, wie es bisher noch nicht der Fall war.

Sabotageakte der Kiewer, wie beispielsweise die Sprengung der Gasleitung bei Mariupol, versucht man den Freiheitskämpfern anzulasten, um die NATO zum Eingreifen zu bewegen. Als letzte Woche ein Patroullienboot der Ukraine im Asowschen Meer mit einer eigenen Mine kollidierte (wir berichteten), versuchte man ebenfalls, die eigene Dummheit auf die Armee des Donbass abzuwälzen.

Die Nazi-Batallione haben nach Einschätzung unserer Kontakte die Aufgabe, den Bürgerkrieg am laufen zu halten.

Am 13. Juni hielt das Nazi-Batallion „ASOW“ in Mariupol eine Parade zum Jahrestag „der Befreiung von Mariupol“ ab. Im ukrainischen Fernsehen wurde ausführlich berichtet. Auffallend war, daß es sich bei den Fahrzeugen und der Kriegstechnik ausschließlich um amerikanische Fabrikate handelt und den Paraden der ISIS oder IS zum Verwechseln ähnlich. Der einzige Unterschied bestand in der Fahrzeuglackierung und weniger schwarze Bärte bei den Söldnern.
Nicht berichtet wurde, daß die Einwohner von Mariupol gezwungen wurden, bei der Parade anwesend zu sein und zu applaudieren!

In den anderen, von der Ukraine kontrollierten Gebieten in der Ostukraine wird die Bevölkerung weiterhin drangsaliert. In Xarkow wurden mal eben so 2 Personen auf offener Straße umgebracht. Die Täter, 15 und 16 Jahre alt kommen aus der Jugendorganisation des Rechten Sektors.

Am 11. Juni überfiel eine Truppe des Rechten Sektors das Wohnheim für ausländische Studenten in Xarkow. Die Studenten wurden mit Messern angegriffen, es gab viele Verletze. Auf dem Weg zu dem Studentenwohnheim schlitzten die Nazis die Reifen der Autos auf, die am Weg geparkt waren.
In und um Odessa nehmen die Unruhen ebenfalls zu. Informationstafeln des SBU wurden gesprengt.
Als Antwort aus der Bevölkerung gab es Sprengstoffanschläge auf Einrichtungen des Rechten Sektors.
Von Seiten des Rechten Sektors wiederum wurde das Büro der Kommunistischen Partei in Odessa gestürmt und verwüstet. Alle Symbole der Partei wurden verbrannt.

Sakaashwili, Odessa, Grenzgebiete
Sakaashwili, ein gesuchter Verbrecher und von den USA-Marionetten eingesetzte Gouveneur von Odessa wird von einer Sondereinheit bewacht. Mittlerweile hat er sich „Verstärkung“ von weiteren Kriminellen aus seiner Zeit als Georgischer Präsident geholt. Gerade in dieser Woche wurde wieder einem Weggefährten Sakaashwilis die ukrainische Staatsbürgerschaft zugesprochen, damit dieser bei der Gebietsregierung in Odessa tätig sein kann.

Sakaashwili hat maßgebliche Geschäftsleute aus Odessa zu einem „Wirtschaftsforum“ eingeladen, wo Sakaashwili  den „wirtschaftlichen Fachvortrag“ gehalten hat. Er erklärte den ukrainischen Geschäftsleuten, daß die Ukraine zur Zeit das ärmste Land Europas ist, aber bei einem Wirtschaftswachstum von 4 % pro Jahr würde die Ukraine in 20 Jahren wirtschaftlich wieder so dastehen, wie im Jahr 2013 (also unter Janukowitsh). Diese Aussage muß man so verstehen, und so kmmt sie auch in der Ukraine an, daß sie ein Angriff auf Poroshenko ist, der damit als unfähig hingestellt wird und die Wirtschaft so zerstört hat, wie sie jetzt ist.
In der Ukraine fragt man sich jetzt: Wird hier die Ablösung von Poroshenko betrieben?

Im Grenzgebiet zu Transnistrien hat Sakaashwili Luftabwehrraketen positioniert. Es läuft aber wieder nicht nach Plan, Rußland läßt sich immer noch nicht provozieren. Am 13. Juni ist der im Februar vom Westen an die Macht gebrachte Regierungschef von Moldawien zurück getreten. Man hatte ihn mit einem Trick an die Macht gebracht: Da Moldawien Pro-russisch eingestellt ist, wurde kurzerhand ein paar Tage vor der Wahl die Pro-russisch-Partei verboten.

Angeblich hat der Kandidat des Westens sein Abiturzeugnis gefälscht, Beweise dafür liegen uns hier aber nicht vor.
Wie es nun politisch in Moldawien weiter geht, ist momentan nicht klar.

Poroshenko hat mit dem (jetzt Ex-)moldawischen Regierungschef und dem Pro-westl. Regierungschef in Rumänien abgesprochen, den Konflikt in Transnistrien wieder „aufzutauen“ um somit Rußland doch noch zu einem Eingreifen zu provozieren. Man wollte praktisch Transnistrien isolieren, die Versorgungswege kappen und somit auch die russische Schutztruppe von der Versorgung abschneiden.locke hängen können.

Zu diesem Zweck hatte die Ukraine Rußland bereits den Vertrag, seine Truppen über den ukrainischen Landweg versorgen zu können, Ende Mai gekündigt.
Auf jeden Fall kann Poroshenko seinen Plan der Isolation von Transnistrien erst einmal „ad acta“ legen. In Moldawien herrscht jetzt eine Regierunsgkrise und  momentan sind die Verhältnisse. Die Moldawier sind po-russisch eingestellt und hier könnte ganz schnell wieder eine pro-russische Regierung im Amt sein und die Karten wären wieder mal neu gemischt.

Dem wollen die EU und USA zuvorkommen: Bereits heute, einen Tag nach dem Rücktritt des prowestlichen Premierministers von Moldawien sind in Chinsau  bereits die bezahlten Demonstranten auf der Straße um gegen Rußland zu protestieren. Selbst bei den Demonstranten muß die EU nun schon sparen – das Budget hat anscheinend nur für die Bezahlung von 50 Demonstranten gereicht.

Der Donbass erlebte an diesem Wochenende die massivsten Beschüsse seit Minsk 2. Die Lage an der gesamten Frontlinie ist äußerst gespannt und der Krieg kann jede Stunde wieder in eine heiße Phase eintreten. Kiew hat ein sehr großes Interesse daran, daß die Kämpfe so schnell als möglich wieder ausbrechen, um von den finanziellen und wirtschaftlichen Problemen abzulenken. Es deutet alles darauf hin, daß in dieser Woche der Staatsbankrott erklärt werden muß. Wird der Krieg fortgesetzt, wird dies in einer Härte und Brutalität geschehen, wie es bisher noch nicht der Fall war.