Xavier Naidoo – völlig durchgedreht?

28. April 2017 von QUERDENKEN-REDAKTION
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28. April 2017 (Redaktion) Die Qualitätsmedien haben wieder ein Opfer gefunden: Xavier Naidoo. Er hat auf seiner neuen CD einen Song, der den Deutungshoheiten nicht paßt, nicht passen kann. Unter dem Titel „Marionetten“ singt er folgenden Liedtext (anzuhören auf seiner Seite hier):

Refrain: Wie lange noch wollt ihr Marionetten sein Seht ihr nicht, ihr seid nur Steigbügelhalter Merkt ihr nicht, ihr steht bald ganz allein Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter.

1. Strophe Und weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht Werden wir einschreiten Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht Werden wir unsere Schutzschirme ausbreiten Denn weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht Müssen wir einschreiten Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht Müssen wir unsere Schutzschirme ausbreiten.

Wie lange noch wollt ihr Marionetten sein …

2. Strophe Aufgereiht und scheiternd wie Perlen an einer Perlenkette Geht eine Matroschka weiter, ein Kampf um eure Ehrenrettung Ihr seid blind für Nylon und Fäden an eueren Gliedern und Hat man euch im Bundestag, ihr zittert wie eure Gliedmaßen Alles nur peinlich und so was nennt sich dann Volksvertreter Teile eures Volks – nennen euch schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter Alles wird vergeben, wenn ihr einsichtig seid Sonst sorgt der wütende Bauer mit der Forke dafür, dass ihr einsichtig seid Mit dem zweiten sieht man … (besser)

Zwischenspiel: Rap Wir steigen euch aus Dach und verändern Radiowellen Wenn ihr die Tür nicht aufmacht, öffnet sich plötzlich ein Warnung durchs Fenster Vom Stadium zum Zentrum eine Wahrheitsbewegung Im Name des Zetters erstrahlt die Neonreklame im Regen Zusammen mit den Söhnen werde ich Farbe bekennen Eure Parlamente erinnern mich stark an Puppentheater Ihr wandelt an Fäden wie Marionetten Bis wir euch mit scharfer Schere von der Nabelschnur Babylons trennen! Ihr seid so langsam und träge Es ist entsetzlich Denkt, Ihr wisst alles besser Und besser gehts nicht, schätz ich Doch wir denken für euch mit und lieben euch als Menschen Als Volks-in-die-Fresse-Treter, stößt Ihr an unsere Grenzen Und etwas namens Pizza gibts ja noch auf der Rechnung Bei näherer Betrachtung steigert sich doch das Entsetzen Und wenn ich nur einen in die Finger bekomme Dann zerreiß ich ihn in Fetzen Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen.

Wie lange noch wollt Ihr Marionetten sein Seht Ihr nicht, Ihr seid nur Steigbügelhalter Merkt Ihr nicht, Ihr steht bald ganz allein Für Eure Puppenspieler seid Ihr nur Sachverwalter.

Selbstverständlich geht ein Aufheulen durch die Reihen. In den Redaktionen greift man zum Satzbaukasten und kombiniert die PC-Neusprech-Module in bewährter Form. Eine leichte Übung. Wir, hier in der Redaktion, hätten eine nahezu 100%-Trefferquote, wäre uns die Aufgabe gestellt worden, die zu erwartenden Texte der Qualitätsmedien zu antizipieren. Beispiel Huffington Post, die auch geschickt die Pegida-„Führerin“ Tatjana Festerling in ihren Vorwurfskatalog mit einflicht, (Fettstellung der PC-Satzbaukasten-Module von uns): „Xavier Naidoo ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Musiker Deutschlands. Und gleichzeitig wohl der umstrittenste. Naidoo ist bekannt für seine kruden Verschwörungstheorien und seine teilweise rassistischen und homophoben Entgleisungen.  (…) Man kann nur hoffen, dass Naidoo dieses Mal nicht wieder genügend Freunde findet, die ihn verteidigen und sich Ausreden für sein widerliches Wutbürger-Gehetze einfallen lassen.“

Die „Neue Westfälische“ bringt geschickt das Modul „rechte Reichsbürger-Rhetorik“ mit ein, und allein das Wort „Marionetten“ dient bereits als Beweis für Antisemitismus: „Die „Marionette“ ist laut Landeszentrale für Politische Bildung ein klassisches Sprachbild antisemitischer Verschwörungstheorien. Politiker werden hier oft als „Marionetten“ der „reichen Mächte“ dieser Welt bezeichnet.“ Dabei ist auch dem Mainstream dieses Wort sehr geläufig, wenn man damit zum Beispiel eine Rußland-freundliche Regierung bezeichnet. Diese wird dann gern als „Marionetten-Regime Moskaus“ tituliert, während US-freundliche Regierungen mit „demokratisch“, „westliche Werte“ oder „aufgeklärt, modern“ beschrieben werden. Und dann wird es vollkommen „krude“. Zitat: „Obwohl der gewöhnliche Musik-Hörer rechte Rhetorik in Naidoo-Texten wohl kaum deuten kann, halten die Aktivisten von GenFM die Textzeilen dennoch für gefährlich. Sie befürchten, dass Anhänger der Verschwörungs- und Reichsbürgerszene sich dazu ermuntert fühlen, ihre Gewaltfantasien in die Tat umzusetzen.“ Das heißt auf gut Deutsch: Jeder normale Mensch findet eigentlich nichts wirklich Aufregendes an dem Text, es wird hineininterpretiert. Man ist ja von Rap-Texten wesentlich Schlimmeres an Rohheit, Sexismus, religiöser Radikalität und Gewaltverherrlichung gewöhnt. Aber Aktivisten (ein schön klingender Ausdruck für Agitatoren linker Meinungs-Beeinflussungs-Polit-Kampagnen unter moralisch daherkommender Flagge) haben natürlich Geheimwissen, das ihnen – im Gegensatz zum dummen Bürger – zeigt, daß hinter den relativ unverdächtigen Textzeilen eine finstere Verschwörung lauert, man muß sie nur richtig hinein-interpretieren. Das war auch zu Zeiten der Inquisition so. Hatte jemand eine schwarze Katze im Haus oder wurde mit einem schwarzen Hahn gesehen, war das ein untrügliches Zeichen für den Bund mit dem Teufel. Kannte jemand die Wirkung von Kamillentee oder Holunder, war er eine Hexe. Die kruden Verschwörungstheoretiker sitzen damals wie heute auf der Seite der Inquisitoren.

Infam wird es jedoch beim Schlußsatz: „In der Vergangenheit hatte es immer wieder Gewalttaten von selbsternannten Reichsbürgern in Deutschland gegeben. Auch der angeklagte Wolfgang P. aus Georgsmünd hatte auf seiner Facebook-Seite Songs und Zitate mit fragwürdigen Naidoo-Textzeilen geteilt. Er soll im Oktober 2016 bei einer Razzia einen Polizisten tödlich verletzt haben.“ Erst unterstellt man Naidoo einfach, ein so genannter „Reichsbürger“ zu sein, weil ein Reichsbürger seine Textzeilen zitiert hat, um Naidoo dann quasi der geistigen Mittäterschaft an dessen Straftat zu bezichtigen. Man stelle sich vor, jemand würde pauschal alle Muslime als IS-Schlächter diffamieren, weil die auch Muslime sind. Derjenige säße sofort wegen Volksverhetzung im Gefängnis. Das Einzelfallmantra und die bei jedem Migranten-Verbrechen reflexartig vorgetragene Warnung vor Verallgemeinerung gilt nicht für unliebsame Kritiker.

rt-deutsch schreibt hierzu: „Schon die Solo-Songs des Musikers Xavier Naidoo führen in steter Regelmäßigkeit zu medialer Schnappatmung seitens des Mainstreams. Zuletzt war es im Dezember 2015 Naidoos Track „Nie mehr Krieg“, der die Gemüter erhitzte. Die kampagnenartige Vorgehensweise der leidenschaftlichen Naidoo-Gegner ist dabei stets dieselbe: Zunächst extrahieren sie einzelne Textzeilen, echauffieren sich lauthals über diese und in der Folge fordern zahlreiche sogenannte Journalisten und Aktivisten gesellschaftliche oder berufliche Strafmaßnahmen gegen den Mannheimer. Keine Frage: Wann immer der kleine Geist einen Künstler falsch verstehen will, findet er auch einen Anlass dazu. So auch bei Naidoos neuem Song „Marionetten“, den der Musiker zusammen mit seiner Band Söhne Mannheims aufgenommen hat und bei dem auch der Rapper Cr7z mitwirkte. [ … ] „Alles nur peinlich und sowas nennt sich dann Volksvertreter. Teile Eures Volks nennen Euch schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter“. Beim Inhalt der Strophe handelt es sich weitestgehend um eine Tatsachenbeschreibung, die kaum jemand leugnen kann. Wer etwa die Aufnahmen vom 1. Mai 2016 gesehen hat, die zeigen, wie eine aufgebrachte Menge Bundesjustizminister Heiko Maas unter „Volksverräter“-Rufen vom Marktplatz jagt, wird kaum leugnen können, dass eine solche Stimmung durchaus ihre bleibenden Manifestationen gefunden hat und dies auch durchaus eine gewisse Peinlichkeit für die gewählten Repräsentanten mit sich bringt.“

Opposition24 fragt angesichts der Empörungsrituale zu Recht, wo denn die Aufregung bleibt bei den zuhauf verbreiteten grauenhaften und erschreckenden Texten „artverwandter Musikgenres, die von allerlei Gewaltpredigern und Scheinkriminellen wie Bushido und Co. bevölkert werden. Frauenverachtung, Gewaltphantasien, Verherrlichung von harten Drogen und immer wieder der Dschihad gehören zum „Deutsch“- Rap wie das Amen zur Kirche. Wäre das Geschrei auch so groß, wenn Naidoo nur noch von Koksnutten singen würde, die er auf dem Rücksitz von seinem Ferrari flachlegt und dabei grün und blau schlägt? [ … ] Besonders viel Mut erfordert es jedenfalls nicht, in das Geheul der Medienmeute einzustimmen und gleichzeitig alles abzuwatschen und in einen Topf zu werfen, was man [ … ] für undemokratisch hält: AfD, Reichsbürger, Verschwörungstheoretiker und Zins- und Zinseszinskritiker.“

Die Videos mit dem Song sind jedenfalls alle komplett gelöscht worden. Gestern abend konnten wir uns das Lied noch anhören, heute ist auf Youtube nichts mehr zu finden. Dafür gibt es einiges an Video-Beiträgen, die  Naidoo zur Seite springen. Hier ein Verriß der Mainstream-Kritik (mit einem Auszug aus dem Song am Ende):

Sollte jemand die neue CD „Marionetten“ kaufen wollen, auch wenn er sie gar nicht anhören will, einfach, um dem Mann Mut zu machen: Hier kann man den Song einzeln auf Amazon bestellen, und hier die ganze CD auf Amazon.