Was ist eigentlich „Gender Mainstreaming“ – und was bewirkt es?

22. Juni 2016 von Niki Vogt
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21. Juni 2016 (von Niki Vogt) Das Thema „Gender“ hat sich – unbemerkt über Jahre – zu einem der großen Tabuthemen entwickelt, bei denen auch schon der Versuch des Nachhakens mit Empörung und moralischer Entrüstung quittiert wird. Die allgemeine, seit Jahrhunderttausenden gültige Erkenntnis, daß der Mensch, wie fast alles in der Natur, männlich und weiblich ist, gilt in der westlichen Welt seit weniger als einem Jahrzehnt nicht mehr. Hinterfragt man das, winkt schon wieder die altbekannte Nazikeule. Interessanterweise gehört genau das Klientel, das sich bei Themen wie Spiritualität, HAARP, Außerirdischen oder Alternativmedizin furchtbar über diese unwissenschaftlichen Verschwörungstheorien und den Hokuspokus aufregt, zu den wildesten Verfechtern der durch nichts bewiesenen Gendertheorie. Die christliche Lehre von der jungfräulichen Geburt Mariens sorgt für verächtliche Lachanfälle über solch Schwachsinn, aber daß ein Mensch jederzeit zwischen mindestens sechsundzwanzig Geschlechtern seine Identität wechseln kann, ist ein Dogma, das auf keinen Fall angezweifelt werden darf.

Die Genderisten gingen dabei sehr schlau vor. Sie verkauften ihre Ideologie lange Zeit ganz freundlich und unauffällig als Mogelpackung. Auf dem Etikett außen lockten freundliche Bgriffe und scheinbar gute Absichten. Wer will nicht Gleichberechtigung von Mann und Frau, Freiheit von sexuellen Verklemmungen, seine Liebe ausleben? Wer will ernsthaft Menschen ächten und ausgrenzen, oder sogar – wie in vielen, vor allem muslimischen Ländern – mit dem Tode bestrafen, nur weil ein Mann sich zu einem andern Mann oder eine Frau sich zu einer anderen Frau sexuell hingezogen fühlt? Der Normalbürger ist ja ein geduldiger, freundlicher Mensch, und denkt: soll doch jeder nach seiner Façon selig werden. Die Meisten wissen überhaupt nicht, was mit Gender gemeint ist. Irgendwas mit Gleichberechtigung und das Schwulsein erlaubt sein sollte. Ist doch in Ordnung, worüber also aufregen? Was der Normalbürger nicht begreift: daß etwas ganz anderes in der Mogelpackung drin ist: Der aggressive Zugriff auf die innerste Identität des Menschen, die brachiale sexuelle, mißbräuchliche Einflußnahme schon auf Kinderseelen, das Schleifen der kindlichen Schutzzone, die Zerstörung der Persönlichkeit und der Familie, die Stigmatisierung des natürlichen und seit Jahrmillionen in der DNA der Lebewesen verankerten Geschlechts als abartige Ausnahme. Bevor wir uns versehen, sind wir „Normalos“ eben nicht mehr der Normalfall, sondern die Außenseiter, dumpf-dumme Dinosaurier, auf dem Müllhaufen der Geschichte.

Seltsam nur, daß Menschen, die beispielsweise wirklich „im falschen Körper“ leben und nicht selten einen schweren Weg gehen mußten, diese Gendertheorien gar nicht komisch finden. Es ist eben nicht möglich, mal so eben von heute auf morgen seinen Gender zu wechseln und mal diese und mal jene sexuelle Identität auszuprobieren und frei zu wählen. Transsexuelle Menschen haben berührende Leidenswege hinter sich und mußten heftige Opfer bringen, bis sie mehr oder weniger das Geschlecht und die Identität erreicht haben, die sie wirklich sind. Sie können nicht einfach eine andere sexuelle Identität aus dem Hut zaubern. Sie fühlen sich vom Genderismus geradezu verspottet.

 

Jeder sieht: Das Haus, in dem wir leben, ist einsturzgefährdet, die Kinder fehlen, das Geld fehlt, die Werte fehlen, die Demokratie erst möglich machen. Nicht die Frauen werden diskriminiert, sondern die Kinder und Jugendlichen fallen durch die Maschen dieser Gesellschaft, weil sie von Vater und Mutter verlassen sind. Ein Viertel kommt bereits mit psychischen Auffälligkeiten in den Kindergarten, 15 Prozent können kaum lesen, schreiben und rechnen, wenn sie die Schule verlassen. Mit radikalfeministischem Egoismus und Gleichheitswahn ist kein Staat zu machen, keine Familie, kein gelungenes Leben. Kann mir jemand erklären, wie Gender-Mainstreaming zur Lösung der gewaltigen Probleme beiträgt, die vor uns liegen?

Gabriele Kuby

 

Doch was genau ist denn „Gender“? Welche Denke steckt dahinter?

Der renommierte Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera von der Universität Kassel ist ein Wissenschaftler, der den Mut hat, das heiße Eisen „Gender Mainstreaming“ anzufassen. Trotz seiner sachlichen, wissenschaftlichen Herangehensweise ist er dennoch wütenden Angriffen der Verfechter der Gender-Ideologie ausgesetzt. Kutschera verfaßte einen Bericht über ein informelles, privates Treffen von Biologen verschiedener Länder am Rande der Jahrestagung der renommierten, 1848 gegründeten, “American Association for the Advancement of Science“ in San José in Kalifornien zum Thema „Kreationismus“. Er schrieb darin, daß die Biologen zu der gemeinsamen Schlußfolgerung gelangten: „Die Diskussion in San José führte zum folgenden Konsens: Evolutionsbiologen sollten den Genderismus, eine universitäre Pseudowissenschaft, die den deutschen Steuerzahler jährlich viele Millionen Euro kostet, mit demselben Ernst analysieren und sachlich widerlegen wie den damit geistesverwandten Kreationismus.“ Einen Tag später war dieser Bericht der Zensurschere zum Opfer gefallen.

Aus einem Text von Professor Kutschera:

Das Fundamental-Dogma aller Gender Studies ist die Annahme, das Geschlecht des Menschen sowie andere gesellschaftliche Phänomene würden ’sozial konstruiert‘ werden. Nochmals anders gesagt: Die unbewiesene, aber umso häufiger nachgebetete, Grund-Annahme der Gender-Theorie besagt, dass bei der Geburt eines Menschen das Geschlecht keinesfalls feststehe, sondern je nach sozialer-kultureller Erziehung erst dann zu einem Buben/Mann oder Mädchen/Frau „konstruiert“ werde. Die harten Genderisten behaupten sogar, daß die bei der Geburt eindeutig sichtbaren primären Geschlechtsmerkmale gesellschaftlich-historisch entstanden seien. Die weichen Genderisten behaupten, daß zwar sichtbare Unterschiede bei der Geburt vorhanden wären, aber dann beliebig verschiedene Geschlechter werden können.

2.1 Dagegen der eindeutige biologisch-wissenschaftliche Befund: Von der Befruchtung zur Zygote bis zur 6. Woche des Embryo ist das Primärgeschlecht weiblich. Erst durch kompliziert ablaufende chemische Vorgänge im Embryo tritt bei etwa der Hälfte das Hormon Testosteron zutage und bewirkt unwiderruflich die Entstehung eines winzigen Buben. Dieses Wachstum zu einem Mann ist von Natur aus nicht mehr veränderbar. Über 99% aller geborenen Babys seien entweder Buben oder Mädchen. Weniger als 1% seien durch einen Fehler der Natur (diese gibt es überall) Zwitter, wissenschaftliche genannt „Hermaphroditen“. Dies sei aber keine tolle neue Möglichkeit, sondern durch den Fehler der Natur ein leidvoller Lebensweg.

2.2. Alle Körperzellen eines Mannes sind XY-Chromosomen, alle Zellen einer Frau XX-Chromosomen, für immer. Das Gehirn von Mann und Frau erweist die Gehirnforschung als klar unterschieden und dessen Folge sind die verschiedenen Schwerpunkt-Fähigkeiten von Mann und Frau. 2005 eine revolutionäre Entdeckung: bisher meinte man die Gene von Mann und Frau seien nur 0,5% verschieden. Dann der Nachweis, dass sie 1,5% verschieden sind (die Genderisten nehmen diese Tatsache bis heute nicht zur Kenntnis).

Als Laie könnte man meinen, dass sei unerheblich. Aber in der Biologie ist das revolutionär und ein Unterschied von Welten. Denn die dem Menschen genetisch nächstähnliche Tierart(Schimpanse) ist ebenfalls 1,5% vom Menschen verschieden.

homosexualitaet sexualitaet gender gender-forschungDie vielen Charakter-Unterschiede zwischen Mann und Frau auf verschiedenen Ebenen sind statistisch und wissenschaftlich erhärtet. Einige biologisch erforschte Durchschnittsunterschiede: verschiedene Interessen bei manchen Berufen, verschiedene Behaarung, verschiedene Körperfettmasse von Anfang an, die durchschnittlich verschiedene Körpergröße, die durchgängig verschiedenen geschlechtsspezifischen Hormone, die höhere Grundstoffwechselrate beim Mann, mehr Muskelmasse beim Mann, Barr-Körper bei den Spermien, das Mosaik-Gewebe der Frau, und das wichtigste: der Sexual-Dimorphismus beim Menschen.

2.3. Der Sexual-Dimorphismus (Zweigeschlechtlichkeit) setzte vor 500 Millionen Jahren in der Evolutionsgeschichte ein und brachte einen entscheidenden Vorteil: während andere Fortpflanzungsarten (Selbstklonung…) leicht zum Absterben von Arten führten, brachte die zweigeschlechtliche Fortpflanzung eine viel höhere Anpassungsmöglichkeit der diversen Tierarten und bewahrte sie vorm Aussterben. So ist auch die Menschengattung evolviert als Mann und Frau, vor rund 2 Millionen Jahren sehr erfolgreich entstanden. Die Grundthese der Gendertheorie, dies alles sei kurzfristig durch die Gesellschaft konstruiert worden, wirkt deshalb einfach lächerlich.

  1. Kurz zur Entstehung der Gender-Theorie: Der US-Soziologe und Erzieher Dr. John Money behauptete ohne jeglichen Nachweis (1958), dass das Geschlecht nach der Geburt problemlos formbar und gewählt werden könne. Der pädophil-aktive Money brachte einen sogenannten Nachweis mit einem furchtbar endenden Experiment: Verzweifelte Eltern von eineiigen Zwillingsbrüdern wandten sich 1965 an Prof. Money, weil bei einem Buben, Bruce Leimer, bei einer Vorhautbeschneidung der ganze Penis verbrannt wurde. Money ließ ihn als Mädchen erziehen, weibliche Hormone spritzen, eine Vagina einoperieren usw. Trotz ständiger Kontrolle (und vermuteten pädophilen Missbrauch durch Money) fühlte sich Bruce als Mann. Schwer geschädigt beging er als Erwachsener Selbstmord. Ein Jahr darauf wegen tiefen Kummer darüber auch sein Zwillingsbruder.

Trotzdem verkaufte Money sein Experiment als Beweis seiner Gendertheorie. Judith Butler, eine lesbische Sprachwissenschafterin in den USA, übernahm 1995 in ihrer inzwischen als Gender-Bibel angesehenen Schrift „Unbehagen der Geschlechter“, die These von Money.

3.1. Durch massive Lobbyarbeit wurde ohne irgendeine parlamentarische Entscheidung in vielen westlichen Ländern die Gendertheorie eingeführt und durch ungeheuer viel Geld gepusht (in Deutschland gibt es rund 200 Lehrstühle für Genderstudies). Die Regierungen drücken ohne Befragung der Bevölkerung im Gendermainstreaming diese Sichtweisen durch und es ist inzwischen Tabu, auch nur irgendeine sachliche Kritik anzumelden.

http://zeltmacher.eu/wp-content/uploads/2014/04/Norwegen_Gender.jpg

Ein zweiter, couragierter, kritischer Geist, der norwegische Soziologe Harald Eia (Bild links), gleichzeitig der bekannteste Komiker Norwegens, stellte die Genderideologie auf den Prüfstand. Er ging nicht von der biologisch-naturwisenschaftlichen Seite an das Thema heran, sondern von der soziologisch-gesellschaftswissenschaftlichen Seite. Ergebnis: Die „Gendererziehung“ in Norwegen, mit einem Jahresbudget von 56 Millionen € vom Staat großzügig gefördert, hat das von der Politik und den Verfechtern des Gender Mainstreaming angestrebte Klassenziel  – den Frauen und Mädchen Männerberufe zu eröffnen, den Jungen und Männern ohne „Gesichtsverlust“ klassisch weibliche Lebensmodelle zu ermöglichen –  nicht erreicht. Die angekündigten Ergebnisse sind nicht nur  verfehlt worden. Sie wurden nicht einmal ansatzweise umgesezt. Das klassische, konservative Berufsverhalten, bei dem Frauen frauentypische und Männer männertypische Berufe ergreifen, hat sich nicht im Mindesten verändert. Harald Eia zieht das Resümee:

  • Es braucht eine Art „Besessenheit“, so ein Projekt zu initiieren und gegen eine ideologische Front durchzustehen.
  • Die seit den 70ern praktizierte “Genderlehre” – jenseits der anerkannten Wissenschaften – ist im sozialdemokratischen Norwegen wie ein Kartenhaus zusammengebrochen.
  • Die befragten Genderexperten waren es offensichtlich nie gewohnt, daß ihre Theorie hinterfragt wurde. Ihre Diskursfähigkeit wurde nie auf die Probe gestellt.
  • Eia konnte zeigen: „Money corrupts science“ (Geld korrumpiert die Wissenschaft).
  • die Staatsideologie „Gender“ wurde durch die Bürgergesellschaft nie legitimiert. Gender gehörte nicht zum öffentlichen Diskurs, obwohl es ihn manipuliert.
  • Wohlfahrtsstaat (finanziert durch die norwegische Erdölförderung) und Gender-Ideologie sind eine schädliche Kooperation eingegangen

Der Mut Harald Eias zeigte tatsächlich Erfolg. Der Soziologe und Komiker hatte die besseren und unwiderlegbaren Argumente, daß Gender Mainstreaming nur Unmengen Geld verschlang und die gesteckten Ziele vollständig verfehlt hatte. Die norwegischen Sozialdemokraten konnten den harten Beweisen nichts entgegensetzen und brachen das Gender-Projekt ab,  stellten die Förderung der Gender Studies ein, da sie „außerhalb der etablierten Wissenschaften“ agieren und nicht einmal die selbst reklamierten positiven Auswirkungen erbrachten.

Aus einer ganz anderen Sichtweise nähert sich die Publizistin Birgit Kelle dem Phänomen der Gender-Ideologie:

Eva Herman: Gender Mainstream – Totale Kontrolle über FAmilie und Geschlecht? http://quer-denken.tv/846-ender-mainstream-totale-kontrolle-ueber-familie-und-geschlecht/

Noch ein Fundstück, das die Geisteswelt der Genderisten eindrucksvoll beleuchtet: Gendergerechtes Steinigen:

http://1.bp.blogspot.com/-QTsF32aeOz8/VNz8-O-mA2I/AAAAAAAAL8w/8cT7iFTvdac/s1600/Gendergerecht-Steinigen.jpg

Links: http://www.theeuropean.de/kuby/2404-gender-wahnsinn

Der Sexodus Teil 1: Von Feminismus bis Gender

Literatur: Ulrich Kutschera, Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen, Lit-Verlag Dr. W. Hopf, Berlin 2016, ISBN 978-3-643-13297-0 Buch bei Amazon

Birgit Kelle: GenderGaga – Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will. http://www.adeo-verlag.de/index.php?id=details0&sku=835045

Vorabdruck: Ulrich Kutschera – „Das Gender-Paradoxon“