Sparkasse bereitet sich auf Kollaps des Euro vor

26. April 2016 von Gastautor: Martin Müller-Mertens
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26. April 2016 (von Martin Müller-Mertens) Angesichts von Asyllawine und neuem Kalten Krieg ist die Eurokrise zuletzt in Vergessenheit geraten. Doch das könnte sich bald ändern. Offenbar rumort es innerhalb der deutschen Finanzwirtschaft. Auf eigene Initiative räumte nun eine erste Sparkasse ein, sich offenbar konkret auf den Zusammenbruch der Brüsseler Kunstwährung vorzubereiten. Zugleich warf sie der Europäischen Zentralbank (EZB) einen anhaltenden Kurs der Sparerenteignung vor. Vielleicht ein zu brisanter Einblick in die Pläne von Finanzkapital und EU, denn schon kurze Zeit später herrschte eisiges Schweigen.

Die Mauer des Schönredens durchbrach am 18. April Michael Bräuer. Der Banker ist Chef der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien in Görlitz, sowie Verbandsobmann der Finanzgruppe Ostdeutscher Sparkassenverband. Die Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank und das Anwerfen der Notenpresse durch die EZB fingen an, massive Nebenwirkungen zu zeigen, ließ das Geldhaus überraschend im Rahmen einer Bilanzpresseerklärung verlauten. So beginne sich die drohende Zerstörung der betrieblichen und privaten Altersversorgungssysteme in Deutschland langsam abzuzeichnen. Darüber hinaus komme es immer mehr zu einer Enteignung unserer Sparer zugunsten staatlicher Haushalte in Europa, hieß es. Sollte die EZB auch in den nächsten Jahren den „Patienten Europa“ mit einer Überdosis an Geld versorgen, so sei, nach Meinung von Michael Bräuer, der Kollaps des Euroraums nur eine Zeitfrage: „Auf diese mögliche Entwicklung wird sich die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien auch im Interesse ihrer Kunden vorbereiten.“

Konkreter wurde die Presseerklärung nicht – doch offenbar genügte bereits diese eher vage Ankündigung, um eine Schweigespirale in Gang zu setzen. Lediglich die Sächsische Zeitung übernahm die Euro-Analyse Bräuers noch am selben Tag in ihre Berichterstattung. Bei der Lausitzer Rundschau und Radio Lausitz blieb sie jedenfalls in den online auffindbaren Meldungen kaum oder unerwähnt. Überregional gab es ebenfalls keinerlei Resonanz. Auch die Sparkasse selbst hüllt sich inzwischen anscheinend in Schweigen. Telefonisch würden Fragen auf keinen Fall beantwortet, teilte eine Sprecherin auf Anfrage des COMPACT-Magazins mit, versprach jedoch Auskunft per Mail. Doch auch die schriftliche Anfrage von COMPACT blieb bis zum Redaktionsschluss dieses Artikels unberücksichtigt.

Dass sich Bräuer schlicht verplapperte, ist bei einer schriftlichen Presseerklärung unwahrscheinlich. Wurde der Sparkassenchef also zurückgepfiffen, seinem Haus ein Maulkorb verpasst?

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