Philosophie und Objektwahn. Wie behebt man »Objektivitis«? (Teil II): Verfälschung durch Übersetzung

26. August 2016 von Michael Friedrich Vogt
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27. August 2016 Fehlerhafte Übersetzungen führen zu unpräzisem Denken (Vorschaubild: Rembrandt van Rijn, „Der Philosoph“, 1633) Professor Hans P. Sturm im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt. Nachdem im Teil 1 des Interviews ein allgemeiner Ein‑ und Überblick vom Blickwinkel der Wiederherstellung der Philo‑Sophie aus, wie sie in den drei Stifterkulturen vorliegt, gegeben wurde, wird das Vorhaben im vorliegenden Teil 2 in einigen Besonderheiten etwas näher beleuchtet. Außerdem wird darauf aufmerksam gemacht, wogegen sie sich notwendigerweise abheben, soll der Begriff der Philosophie und darauf basierend die Philo‑Sophie selbst, in ihrer ursprünglichen Form für die heutige Zeit wiederhergestellt werden. Ihre Zurückgewinnung ist nicht einfach nur Wiederholung, sondern Wiederholung, Neugewinnung, d.h. Denkbar‑ und Lebbarmachung für den Menschen des gegenwärtigen, vermeintlich rationalen, und damit auch des uns entgegenwartenden Zeitalters.

Diese Sachverhalte findet man nicht, wenn man irgendein modernes Buch über die Philosophie, wie man sie heute versteht, aufschlägt oder eine Talkshow im Mainstream‑Fernsehen ansieht, in der Leute zu Wort kommen, die sich als Philosophen bezeichnen. Der Grund ist nicht schwer auszumachen. Der Leistungssinn antiker Philosophie ging wenigstens im Westen und im Nahen/Mittleren Osten aufgrund ihrer Usurpation durch Ideologien, besonders Religionen, worunter in der Moderne gerade auch die Objektwissenschafts‑Religion zu zählen ist (wir sprachen das im ersten Teil des Interviews an), weitestgehend verloren: die Philo‑Sophie wurde vergessen, verdrängt, verfälscht und ist zu einer Karikatur verkommen.

Einer der Punkte, auf den wir das Augenmerk in diesem Interview richten, ist die Übersetzungsproblematik. Sie wird anhand einiger Beispiele aus der altgriechischen und der altindischen Philosophie-Tradition aufgezeigt. Wie sich herausstellen wird, geht es dabei, wie man leicht meinen könnte, nicht um Stil und Sprachempfinden oder zu vernachlässigende linguistische Feinheiten, sondern um Deutungen, ja Umdeutungen des Gesamtsinns der Originaltexte von ungeahntem und ungeheuerlichem Ausmaß, die den Verlust oder die Zerstörung der antiken Philosophie der Stiftertraditionen (Indien, Griechenland, China) bedeuten.

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Literatur von Prof. Dr. Hans P. Sturm:

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Publikationsliste:

http://www.getrav.de/Vorstand/Publ_Sturm_f_website_Juni2016.pdf

Kontakt: Prof. Dr. Hans P. Sturm hans-p.sturm@getrav.de

Weitere Sendungen mit Prof. Dr. Hans P. Sturm:

Philosophie und Objektwahn. Womit behebt man „Objektivitis“? Teil I http://quer-denken.tv/1944-philosophie-und-objektwahn-womit-behebt-man-objektivitis-teil-1/

Vortrag bei Nuoviso.TV:

Der Aufstieg der Philo-Sophie – Prof. Dr. Hans P. Sturm

oder:  https://www.youtube.com/watch?v=IgOx7RlQU30

 

Die Philosophie wimmelt von fehlerhaften Definitionen, vornehmlich solche, die zwar wirkliche Elemente zur Definition, aber noch nicht vollständig enthalten. (Immanuel Kant)