Morbus Alzheimer – die Herausforderung im Informationszeitalter 3/3

7. Juli 2017 von Gastautor: Dr. med Ulrich Werth
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Teil 3: Ist Alzheimer heilbar?

Heilbarkeit hängt nicht von der Schwere einer Erkrankung ab. Der automatisch einsetzende Denkablauf: Die Krankheit ist so schrecklich …, also wird es kaum etwas dagegen geben, stimmt nicht. Wer die Naturzusammenhänge studiert und versucht hat, diese zu verstehen weiß, daß es wichtige mögliche Ursache-Wirkungs-Beziehungen zwischen dem krankmachenden und dem „gesundmachenden“ Vorgängen gibt.

Pharmakologische Ansätze

Es fehlte nicht an Versuchen die Krankheit mit pharmakologischen Mitteln aufzuhalten oder rückläufig zu machen.

Cholinesterase-Hemmer treffen nicht den Kern der Erkrankung. Sie behandeln nur ein sekundäres Phänomen den Azetylcholin-Mangel. Sie wirken sich vorübergehend positiv auf kognitive Leistungen der Alzheimer-Patienten aus.

Andere ältere Ansätze der pharmakologischen Forschung waren dem Ziel gewidmet, die sogenannten Alzheimer-Plaques, bestehend aus Beta-Amyloid-Polymeren, also Zusammenballungen von Beta-Amyloid, zu beseitigen. Diese in anderen Fällen auch als senile Plaques bezeichneten Ablagerungen kommen auch bei älteren geistig Gesunden vor (8,12, 32) und haben also bei der theoretisch vorgestellten Beseitigung keine positive Wirkung auf den Krankheitsverlauf. Es gibt sogar Autoren, die die Auffassung vertreten, daß die Plaques den Krankheitsprozeß verlangsamen (32).

Andere Ansätze, die Gamma-Sekretase zu hemmen, können aus den im Teil 1 beschriebenen physiologischen und pathophysiologischen Mechanismen keinen positiven Effekt haben. Gamma-Sekretase ist für die Biosynthese des Beta-Amyloids erforderlich. Beta-Amyloid ist eine vor der Übererregung der hippocampalen Neuronen und damit deren Absterben schützende Substanz. Deren Verminderung würde den Verlauf der Alzheimer-Erkrankung beschleunigen. So scheidet auch dieser pharmakologische Ansatz aus. Das eigentliche „Alzheimer-Toxin“ ist das „Beta-Amyloid-Oligomer“, das heißt eine Zusammenballung einiger weniger Beta-Amyloid-Moleküle. Da diese eine Kettenreaktion des Zusammenklebens der Beta-Amyloid-Moleküle bewirken können, sind sie wirklich gefährlich und könnten das Fortschreiten der Alzheimer Erkrankung bewirken (8). Das ist fatal, da Beta-Amyloid als Schutzstoff vor Überregung der Neuronen benötigt wird. Die Hemmung der Bildung bzw. die Entfernung des Beta-Amyloid-Oligomers ist zur Zeit die einzige verbleibende Möglichkeit pharmakologisch zu helfen. Wenn dies ohne andere schwerwiegende Folgen gelänge, wäre es ein Ausweg.

Physiologischere Ansätze mit Stärkung des noch gesunden Anteils

Da alle pharmakologischen Versuche, in die Regelmechanismen einzugreifen bisher erfolglos blieben und erscheinen, ist ein grundsätzlich anderer, die Stärkung des noch vorhandenen gesunden Anteils aus der Sicht des Autors erfolgversprechender. Wir gehen davon aus, daß nicht sämtliche Verbindungen des Fasziculus perforans, der Verbindung von Hippocampus und Neokortex und nicht sämtliche Neuronen des Hippocampus zerstört sein können, jedenfalls nicht sofort und nicht völlig. Deshalb ist die Stärkung des gesunden Anteils, also der Neurogenese, wie es schon durch die Hinwendung zur naturgemäßen Lebensweise geschieht, ein gangbarer Weg.

Orthomolekular-medizinische Wege:

Biologisch-Pharmakologisch oder orthomolekular wird ja schon etwas mit der Verabreichung der Omega-3-Fettsäuren getan. Eine weitere Möglichkeit ist es, die ausreichende Bereitstellung der Orotsäure, der Pyrimidin-Nukleotid-Vorstufe, in der Nervenzelle durch die Verbindung mit einem Transportmolekül zu ermöglichen.

Damit würde man den, die Regeneration im Gehirn limitierenden Mangel an Orotsäure, überwinden und so eine lernwirksame Substanz erhalten (36, 37). Die Realisierung eines solchen Projektes ist in Arbeit. Ebenso können natürlich andere Nahrungsergänzungsmittel die physiologischen Mechanismen unterstützen.

Ketogene Ernährung:

Mary Newport konnte mit ketogener Ernährung das Fortschreiten in einem Erkrankungsfall aufhalten (17). Einer sämtlicher Faktoren allein konnte allerdings die Krankheit bisher noch nicht rückläufig machen.

Dale Bredesen hat durch Kombination möglichst vieler natürlicher Einflußfaktoren der Lebensweise neun von zehn Alzheimer-Patienten im Frühstadium heilen können (8, 19). Sechs davon konnten ihrer ursprünglichen Tätigkeit wieder nachgehen. Ein weiterer natürlicher Ansatz besteht in der im Folgenden geschilderten Regenerativen Alzheimer-Therapie nach Werth .

Regenerative Alzheimer-Therapie nach Werth (RAT) – Eine zukunftsträchtige Therapie – Erste Erfolge

Werth Nadel Zeichnung

Abbild 2: 100-fach vergrößerte Nadel

Die RAT ist eine Weiterentwicklung der Ohr-Akupunktur für chronische Erkrankungen. Diese erfordern eine ständige Stimulierung der Akupunktur-Punkte. Dazu wurde von Werth die Akupunktur in der Form weiterentwickelt, daß spezielle Mikroimplantate an den Ohr-Akupunktur-Punkten mit entsprechenden Implantatoren (siehe Abb.3) unter die Ohrmuschel-Haut, also in die Subcutis, eingebracht werden und dort verbleiben. Diese Methode brachte nicht nur bei verschiedenen chronischen Erkrankungen, sondern auch bei anderen neurodegenerativen Erkrankungen, wie beispielsweise Parkinson, Erfolg (20, 21, 22, 23, 24, 25, 26). Die dazu von Werth (21) erfundene „Akupunktur-Nadel“, besser Ohr-Akupunktur-Mikroimplantat, ist im Vergleich zu den herkömmlichen sogenannten Dauernadeln (siehe Abb.2) und mit dem Implantator und dem Größenvergleich mit Ohr und Fingerkuppe dargestellt. Nach dem von Werth inaugurierten Behandlungs-Prinzipien ist es ein ambulanter Minieingriff mit einer dauerhaften über mehr als 10 Jahre anhaltenden positiven Wirkung ohne Nebenwirkungen (23, 24, 25, 26).

Die in Abbildung 2 dargestellte Nadel ist für einen verletzungsarmen Mini-Eingriff (Kleine OP) konzipiert. Der Implantator ist die analoge Vorrichtung, wie bei den herkömmlichen sogenannten Dauernadeln. Der Unterschied besteht darin, dass die Implantat-Nadeln aus Abbildung 2 keinen Kopf mehr haben, der das Unter-die- Haut-Rutschen verhindern würde. Des Weiteren sind sie bedeutend kleiner als herkömmliche Dauernadeln und bestehen aus medizinischem Titan.

Abbildung 3: Implantator mit in der Spitze des Röhrchens enthaltenem Mikroimplantat für die Verwendung zur Werth ewige NadelRAT der Firma Sedatelec mit Abmessungen: Länge 1,2 mm, Dicke 0,6 mm.

Die zur Regeneration anzuregenden Hirnregionen werden durch die Implantation an ihren korrespondierenden Ohr-Punkten stimuliert.

Der internationale Kongreß über Aurikulo-Medizin 2014 (26) demonstrierte die Evozierung von zerebralen Antworten, die Ausgangspunkt der bei der RAT stattfindenden Hirnregeneration sind.

Für Parkinson sind die Vermehrung der Dopamin-Ausschüttung und im Datscan Hinweise auf die in der Substantia nigra stattfindenden Regenerationsprozesse nachweisbar (22, 23, 24, 25). Analoges ist bei Alzheimer bei den hier betroffenen Hirnregionen und synaptischen Verbindungen zu erwarten, wenn die dafür zuständigen korrespondierenden Punkte mit Hilfe der Mikroimplantate dauerstimuliert werden.

Bisherige Ergebnisse bei Alzheimer:

Der Autor beobachtete bei 15 Patienten mit SKB (Subjektiver kognitiver Beeinträchtigung) eine vom Patienten und von der nächsten Bezugsperson geschilderte Besserung von Konzentration und Kurzzeitgedächtnis.

Die 74-jährige Graziella Forrera stellte sich 2014 in Begleitung Ihrer Tochter in Bogota mit einer mittelschweren Demenz (MMSE 18) vor. Im MRT ließen sich leichte Durchblutungsstörungen nachweisen. Also war es keine reine AD, sondern eine Mischdemenz. Sie wußte weder, wie alt sie war, wie sie von ihrem Wohnort in Kolumbien nach Bogota zur Behandlung gekommen war, wo sie übernachtet hatte usw. Sie hatte keine räumliche, zeitliche und situative Orientierung.

Auf Wunsch der Familie und auch ihrem, wurde die RAT durchgeführt. Bei einem erneuten Wiedersehen 8 Monate später wußte sie, daß sie eine Stunde mit dem Flugzeug geflogen war, in welchem Hotel sie geschlafen hatte und, was auch stimmte, daß sie ihrem Hobby, der Handarbeit, wieder nachgeht. Der Test ergab einen MMSE von 27. Damit befand sie sich schon an der Grenze zum Normalen.

Seniorinnen

Soziale Eingebundenheit, Liebe und Zuneigung und Ansprache sind enorm wichtig, um das Gehirn wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

Am 13.2.2017 stellte sich der 84-jährige Heinz Engelking mit einer SKB bis leichtgradigen AD (MMSE 22) vor. Bei ihm gab es keine Hinweise auf Durchblutungsstörungen. Offensichtlich handelte es sich um eine reine Form der AD. Es erfolgte RAT unter Benutzung der entsprechenden korrespondierenden Punkte. Herr Engelking zeigte ein Sekundenphänomen mit sofortiger Besserung des Allgemeinbefindens, der optischen Wahrnehmung und benutzte bei der sprachlichen Kommunikation Formulierungen mit komplizierten Fremdworten, die ihm vorher entfallen waren. Innerhalb der ersten sechs Wochen nach der Behandlung berichtete er, daß „vorher verschüttete Lebensabschnitte“ jetzt wieder an die Oberfläche kamen. Nach acht Wochen wurde der Minimal-Mental-Status-Test durchgeführt und ergab einen Normalwert von 28, es lag demnach keine Demenz mehr vor. Besonders eindrucksvoll sind seine Schilderungen, wie er seine Gedächtnisinhalte wiedererlangt. Zum Beispiel, daß er seine Freunde, die er vorher nach seinen Angaben gar nicht mehr erkannte, mit Namen anspricht.Die gleichen Schilderungen kamen in den letzten Tagen von der 75-jährigen Elisabeth Hüttl aus Österreich. Ebenso berichtete der 74-jährige Peter Kaess aus Mexiko, daß sich „seine Erinnerungsschleifen“ , die sich vorher nicht schließen konnten, bereits eine Nacht nach der Behandlung wieder schlossen. Er beschrieb das scheinbar für Alzheimer typische Nicht-Erinnern können und danach Wieder-Erinnern-Können so. Seine Frau berichtete, daß er ein paar Stunden nach der Behandlung plötzlich wieder präsent war. Er berichtete , daß er alles 4 Stunden nach der Behandlung wieder gut artikulieren konnte. Im MMSE erreichte er 1 Tag nach der Behandlung 100%, d. h. 30 Punkte. Während des Verfassens dieses Artikels erreichen den Autor weitere Erfolgsberichte von Patienten mit reinem Alzheimer und keinen zusätzlichen Erkrankungen als Therapie-Hindernis. Allen gemeinsam ist Folgendes: Zunächst verbessert sich die visuelle Wahrnehmung. Der Patient lebt wieder mehr im „Jetzt und hier“. Das heißt, das Auffassungsvermögen ist größer. Dadurch vermag er seine täglichen Aufgaben nach und nach schon in den nächsten Tagen besser erledigen. Parallel dazu berichten die Patienten, daß nach und nach das frühere Leben, teils abschnittsweise, ins Gedächtnis zurückkommen. Dabei verbessert sich die Fähigkeit, sich auch an Ereignisse der letzten Tage wieder zu erinnern.

Die Gleichartigkeit der Verbesserungsvorgänge lassen den Schluß zu, daß es sich um bei anderen Patienten reproduzierbare Ereignisse handelt.

Interpretation der Ergebnisse und Hinweise zur Bestätigung der eingangs aufgestellten Hypothese über das Prinzip der Wirkung:

Morbus Alzheimer ist die Pandemie des 21. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu der Behauptung, daß das Alter die Ursache für diese Erkrankung ist, besteht trotz der Korrelation von Häufigkeit und Alter kein kausaler Zusammenhang. Die bei Alzheimer im Hippocampus beginnenden Abbauvorgänge haben ihre Ursache in der zunehmenden historisch entstandenen kulturellen Abkehr von der dem Homo sapiens evolutionsbiologisch entsprechenden Lebensweise. So leistet kohlenhydratreiche Ernährung der Insulinresistenz Vorschub und führt zum intrazellulären Glucose- und damit Energiemangel der zerebralen Neuronen. Fehlende Energieproduktion führt zur Reduktion der Aktivität der Natrium-Kalium-Pumpe, die für den Aufbau des Membranpotenzials nötig ist, und damit zur schnelleren Überforderung der Zellen insbesondere bei sehr hohen exzitatorischen Eingängen und dadurch schneller zum Zelltod.

Die fisch- und meerestierreiche Ernährung, wie es an der Wiege der Menschheit in Kenia der Fall gewesen sein muß, hat offensichtlich zu einer extremen Größenzunahme des Gehirns geführt. Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren als Bestandteile der Nervenzellmembran ist eine Bedingung für die Neurogenese. Diese ist im Falle der heutigen Lebensweise nicht mehr ausreichend, um dem Zellsterben als Gegengewicht durch Neurogenese zu dienen.

Fisch Esen

Der Abbau des Streßhormons Cortisol beispielsweise erfolgte in Urzeiten durch körperliche Bewegung. Der Bewegungsmangel der Moderne kann die steigenden Cortisol-Konzentrationen im Blut nicht reduzieren. Mangelnde Streßtoleranz und Burn-out-Syndrom sind die Folgen. Das Cortisol erregt die Neuronen über die Verstärkung der Glutamat-Ausschüttung am Hippocampus. Während dieses bei den hippocampalen Neuronen die Ionenkanäle so öffnet, dass die Natrium-Kalium-Pumpe mit der durch die Insulinresistenz verminderten ATP-Bereitstellung die Repolarisierung der Nervenzell-Membran nicht mehr realisieren kann, der osmotische Druck intraneuronal so steigt, dass die Zellen absterben.

Cortisol unterdrückt außerdem im Alarmzustand die als „Luxus“ zu betrachtenden energieverbrauchenden Prozesse wie die Neurogenese (8). Folge ist die Verkleinerung des Hippocampus und damit die Verkleinerung der Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses. Durch die damit einhergehende Reduzierung der Nervenzellfortsätze, also seiner Verbindungen zum Neokortex funktioniert die Überführung der, in der hippocampalen Verschaltung gespeicherten Information, in das Langzeitgedächtnis (8) nicht mehr oder kaum noch. Dieser ist durch die nahezu unendlichen Verschaltungsmöglichkeiten der 100 Mrd. Neuronen mit 100-100.000 Synapsen umfassenden Neokortex in der Lage sämtliche „merkwürdigen“ Ereignisse des Lebens zu speichern.

Auslösende Faktoren für zunehmende Cortisolausschüttung sind hauptsächlich sozial ausgelöste Streßsituationen. Während die Sippe zum Überleben enge emotional-relevante, weil überlebenswichtige zwischenmenschliche Kontakte brauchte, ist heute der Computer oder das Handy an diese Stelle getreten (14, 31). So wird ein Grundbedürfnis, das nach menschlicher Nähe und emotionalem Kontakt nicht mehr erfüllt. Der Einzelne wird mehr und mehr sozial isoliert. Besonders ältere Menschen waren in der Urgemeinschaft gefragt, ihre Erfahrungen rational und emotional an die folgenden Generationen weiterzugeben. Wer heute nicht eine besondere für die Gesellschaft unersetzliche Fähigkeit besitzt, wird als nicht mehr gebraucht sozial isoliert. Verliert er den letzten lieben Menschen, hat das zur Folge, daß die Cortisol-Ausschüttung den Hippocampus und davon ausgehend das Gehirn degenerieren bzw. atrophieren läßt.

Denen mit der heutigen Lebensweise des Informationszeitalters verbundenen Alzheimer-Risiken kann der Einzelne mit Kenntnis dieser Faktoren durch Organisierung einer multifaktoriellen, individuellen Anti-Alzheimer-Lebensweise entfliehen. Die Masse, der durch Medien manipulierten Mitglieder der Gesellschaft ist aber nicht in der Lage, sich entgegen dem Gruppenzwang und der Lebensweise unter dem Zeitdruck der Industriegesellschaft anders zu verhalten. Ganz abgesehen davon, daß das Wissen über die Einflußfaktoren meistens fehlt. So, daß weder die Lebenserwartung noch die Erwartung, bis ins hohe Alter gesund und fit zu sein, sehr hoch sein können.

Auf Grund der anfallenden immer größeren Zahl von Patienten, ist der Wusch nach einer pharmakologischen Möglichkeit zur Verhinderung des schweren Schicksals der Betroffenen und deren Familien verständlich.

Dies geht nicht durch die Beseitigung der Alzheimer-Plaques, nicht mit der Blockierung der Gamma-Sekretase und schon gar nicht mit der Beseitigung des Beta-Amyloids. Pharmakologisch wäre einzig und allein die Bremsung der Entstehung des Beta-Amyloid-Oligomer sinnvoll. Das scheint aber nicht einfach oder zumindest wieder nur mit bisher nicht absehbaren Nebenwirkungen möglich.

Die orthomolekulare Medizin, als weitgehend nebenwirkungsfreie „biologische Pharmakologie“, hat bisher eine therapeutische Wirksamkeit nur in Kombination aller Anti-Alzheimer-Faktoren, bewiesen in der Studie von Dale Bredesen (19), Erfolg gebracht. Es war bedeutsam, weil es ein Beweis für die Möglichkeit der Rückläufigkeit von Alzheimer war. Mary Newport zeigte in einem Fall, daß kohlenhydratfreie Kost Alzheimer aufhalten kann (17). Diese Wirkung der ketogenen Ernährung wurde anschließend in mehreren Studien bestätigt.

Die Regenerative Alzheimer-Therapie nach Werth (RAT) verbesserte bei 15 vorher unter einer subjektiven kognitiven Beeinflussung (SKB) leidenden Patienten nach Angaben des Patienten und dessen Angehörigen die kognitiven Leistungen. Bei einer 74-jährigen Graziella Forera mit mittelgradiger Mischdemenz (Hippocampus-Volumen leicht unter der Norm und Durchblutungsstörungen im MRT nachweisbar) mit MMSE 18 konnte nach 8 Monaten eine erneute selbständige Lebensweise, volle Orientierung und ein MMSE von 27 (an der unteren Grenze zur Norm) beobachtet werden. Der 84-jährige Heinz Engelking litt unter einer beginnenden, leichtgradigen Demenz mit eingeschränkter selbständiger Lebensweise und einem MMSE von 22 vor der Behandlung. Unmittelbar nach der RAT beobachtete er eine deutliche Verbesserung der Wahrnehmung, besonders der visuellen, der Konzentration und gebrauchte bei der Konversation nach der Behandlung an komplizierte Fremdworte, die er vorher nicht erinnern konnte. Und berichtete, daß er im Haushalt alles wieder „wahrnimmt und regelt“. Sechs Wochen später erzählte er, daß „verschüttete Lebensabschnitte wieder an die Oberfläche“ kamen und daß ihm jetzt alle seine Erlebnisse nach und nach wieder erinnerlich wurden. Der MMSE war mit 28 normal.

Gehirn

Bei der 74-jährigen Graziella Forera spielte außer der Alzheimer-Demenz eine vaskuläre Insuffizienz eine Rolle. Bei Graziella Forera dauerte die Remission wesentlich länger. Als Ursache können die bis zur Therapie weiter fortgeschrittene Demenz und/oder die vaskuläre Demenz angesehen werden. Eine Rückbildung, also Regeneration waren durch das Anstoßen der neuroregenerativen Prozesse durch die RAT möglich. Positiven Einfluss wird die hoffnungsvolle Situation in der Familie und die dadurch vergrößerte und sorgfältigere Zuwendung gehabt haben.

Erklärungsbedürftig ist die erstaunlich schnelle Remission bei dem 84-jährigen Heinz Engelking. Sein Erscheinungsbild am 13.02.2017, sein Schriftbild, seine Aphasie und sein mangelndes Erinnerungsvermögen waren äußerst deutlich, und er mußte von seiner Tochter begleitet werden.

Die Therapieerfolge bedürfen einer naturwissenschaftlichen Erklärung auch, wenn die Zuwendung schon durch das Behandeln dieser sonst als unheilbar geltenden Krankheit eine positive Rolle für die Rückläufigkeit des Morbus Alzheimer spielt:

Beim Kongreß über Aurikulo-Medizin in Bologna wurde gezeigt, daß die Stimulation von Ohr-Akupunktur-Punkten evozierte Potenziale in korrespondieren Hirnregionen hervorruft (26). Aktivierung von Neuronen und Synapsen erhöht deren Effizienz und damit das räumlich-zeitliche Erregungsmuster bei der Informationsverarbeitung. Die RAT, wie bereits in anderen Arbeiten beschrieben, benutzt zahlreiche winzige Titan-Mikroimplantate, bei deren Stimulierung keine Habituation eintreten kann. Das ist nur bei der Verwendung einzelnen Mikronadeln möglich(27).

Die dauerhafte Stimulierung mit Senkung der Erregungsschwelle an den Neuronen ohne Gewöhnungseffekt, führt zum Anstoßen der regenerativen Prozesse an den korrespondierenden Regionen im neuronalen Netz. Das sind die gleichen Vorgänge, wie sie Lern- und Gedächtnisleistungen realisieren. Ein Vorgang stößt den nächsten an (5):

Vermehrte Transmitterausschüttung bewirkt nicht nur postsynaptische Schwellenänderung. Sie bewirkt auch Änderung der intrazellulären Transmittersynthese. Bei weiterer Aktivierung folgt Synapto- und schließlich Neurogenese. Die die zu speichernden Informationen enthaltenden „Verschaltungen“ werden durch die Stimulierung wieder wirkungsvoll aufgebaut. Synapto- und Neurogenese funktionieren wieder besser. Im Hippocampus ist die „Wiege der Nervenzellen“. Hier ist die größte Plastizität. Auf- und Abbauvorgänge funktionieren so schnell und effektiv, dass von hier aus Morbus Alzheimer schnell fortschreiten, sich aber auch schnell durch Überwiegen der Synapto- und Neurogenese zurück bilden kann. Wenn im Hippocampus nahezu alle bewußt erlebten Eindrücke des Tages gespeichert werden können, ist er viel veränderlicher oder „lebendiger“, als wir früher annahmen.

Bei Patientin Graziella Forera dauerte der Erfolg viel länger, weil die Vorgänge sicher durch die mangelnde Durchblutung behindert wurden, außerdem die Demenz wesentlich weiter fortgeschritten war.

Die schnelle Rückbildung bei Heinz Engelking ist durch die nur bisher recht leichte Demenz zu erklären. Dadurch waren vielmehr Neuronen für die Synaptogenese und viel mehr Stammzellen für die Neurogenese vorhanden, die durch die RAT stimuliert werden konnten.

Von Naturwissenschaftlern wird aber die Frage aufgeworfen: Wie hat man sich die Kausalkette von dem stimulierten „Punkt“ bis zum evozierten Potenzial in der Hirnregion vorzustellen?

Autoren wie Kim Bong Han aus Korea (29,30) haben elektronenmikroskopische Videos von Akupunktur-Punkten und den sie verbindenden Meridianen hergestellt. Die Akupunktur-Punkte konnten als kleine Stammzellen enthaltende „Säckchen“ und die Meridiane als extrem dünne Ductus erkannt werden. Bei Stimulierung der Akupunktur-Punkte wanderten die dort enthaltenen Stammzellen in die Meridiane und dort zu dem Ort, an dem eine Regeneration nötig war. Ebenso konnte Kim Bong Han ( 29) den sogenannten Qi-Fluß als Strömung von elektromagnetischen Wellen, wie schon wiederholt in der Literatur berichtet wurde (28,30 ), nachweisen. Akupunktur und darauf beruhende RAT haben also eine naturwissenschaftliche Grundlage. Sie ist wie alles im Universum durch einen Doppelcharakter, einen mehr materiellen und einen mehr energetischen Aspekt gekennzeichnet.

Die RAT muß durch kontrollierte Studien geprüft werden. Dabei sollen Laborwerte, wie Cortisol-Spiegel, mehr validierte Tests und vor allem die „Hippocampus-Volumetrie“ mit Computer-Auswertung zum Einsatz kommen.

Um möglichst vielen Betroffenen helfen zu können, bedarf es noch eines Konzeptes für die flächendeckende Ausbildung von Therapeuten.

Zu dem anspruchsvollen Thema „Morbus Alzheimer- Die Herausforderung im Informationszeitalter“ konnten hier nur einige Informationen als Überblick gegeben werden. Das Thema sollte an anderer Stelle viel ausführlicher besprochen werden.

Die komplexen Verschaltungen beispielsweise machen klar, daß die Informationsverarbeitung und -speicherung gleichzeitige Vorgänge sind und damit zwei Seiten einer Erscheinung. Parallelschaltungen, wie wir sie aus dem effektorischen motorischen System zur Realisierung der motorischen Handlungsabläufe kennen, spielen auch beim aufsteigenden, afferenten System eine Rolle. So wird das limbische System mit dem Hippocampus parallel informiert.

Die interpersonalen Interaktionsprozesse rationaler, emotionaler und somatischer Art sind für das Thema ebenso relevant, denn sie führen wesentlich zur Verstärkung oder Abschwächung der interindividuellen Gedächtnisprozesse. Das entspricht den von Spitzer dargestellten Zusammenhängen im mesolimbischen System (31). Positiv lernt sich besser und lernen macht positiv.

Das alles, was hier beschrieben wurde, kann nur als der Anfang eines zukunftsträchtigen Erkenntnisweges und eines weiteren wissenschaftlichen Dialoges sein.

Eine Doppel-Blind-Studie zum Thema „Der Einfluß der Regenerativen Alzheimer-Therapie nach Werth auf den Verlauf des Morbus Alzheimer“ ist bereits vorbereitet.

Kontakt: Dr. med. Ulrich Werth, CMN, C. general elio 4,1 E-46010 Valencia -Spanien- dr.werth@weracu.org www.weracu.org

Quellen:

1 Gehirn&Geist 1/2017 „ Land oder Meer?“ S. 52

2 Kang JX1, Gleason ED. Kang JX1, Omega-3 Fatty acids and hippocampal neurogenesis in depression. CNS Neurol Disord Drug Targets. 2013 Jun;12(4):460-5.

3 Lin,T.W.et al., “Running exercise delays neurodeneration in amygdala and hippocampus of Alzheimer`s disease (APP/Pst) transgenetic mice.“ Neurobiol learn Mem V. 118,2015

4 Csernansky,J.G. et al.:“Plasma cortisol and progression of dementia in subjects with Alzheimer-type dementia“ Am J Psychiatry V.163,2006

5 Werth, U. „Die Beeinflussung konditionierungsbedingter Veränderungen von Reizantworten kortikaler Neuronen”, Dissertation, Med. Akademie Magdeburg 1975

6 Matthies,H.,Rüthrich H., Ott T.,Matthies H.K. and Matthie R., “ Low Frequency Perforant Path Stimulation as a Conditioned Stimulus Demonstrates Correlations Between Long-Term Synaptic Potentiation and Learning”, Physiology & Behavior, 36 (1986) 811-821

7 Bruel-Jungerman E.1, Rampon C., Laroche S.

Adult hippocampal neurogenesis, synaptic plasticity and memory: facts and hypotheses. Rev Neurosci. 2007;18(2):93-114.

8 Nehls, M. „Alzheimer ist heilbar“, Heyne 2015

9 Alzheimer, A. Über eine eigenartige Erkrankung der Hirnrinde. In: Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie. Band 64 (1907), S. 146–148.

10 Carrillo, M. C. (2013), “Leveraging global resources to end the Alzheimer’s pandemic. Alzheimers Dement”, 9(4), 363-365.

11 Tu,S. et al, “Oligometric A-Beta-induced synaptic dysfunction in Alzheimer`s disease”, Mol Neurodegener 2014

12 Nehls,M., Methusalem-Strategie”, mental Enterprises, 2. Auflage,2012

13 Klein, T., “Das Geheimnis des langen und gesunden Lebens-Was uns die Hundertjährigen auf Okinawa lehren”, Hygeya-Verlag

14 Spitzer,M. Cyberkrank, „Wie das digitale Leben unsere Gesundheit ruiniert.“ Croe Mer ,2015

15 Stenger,C., „Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt!” Campus ,2014

16 Spitzer,M., https://www.humboldt-foundation.de/web/newsletter-5-2011-5.html.

17 Newport,M., „Alzheimer vorbeugen und behandeln. Die Ketonkur: Wie ein natürliches Fett die Erkrankung aufhält.” VAK Verlag GmbH, 2. Aufl. ,2013

18 Wang,H. et al.,”Consequences if inhibiting amyloid precursor protein enzyms on synaptic function and plasticity.”Neurol Plasticity 2012

19 Bredesen, D.E., “Reserval of cognitive decline: a novel therapeutic program Aging” V.6,2014,S.707-717

20 Schmidt, K. et al., „Frühzeitige gesundheits- ökonomische Evaluation“, Gesundh. ökon. Qual. Manag., 2009, 14:204-212

21 Werth, U., „Die Entdeckung der Implantat- Akupunktur”, Vortrag, 17. Juni 2001 in Berlin, ICMART

22 Werth, U., „Möglichkeiten und Grenzen der Akupunktur mit implantierten Dauernadeln”, Vortrag, 17.10.2001, Garmisch-Partenkirchen, Kongress der Europäische Akademie für Aurikulomedizin

23 Werth U., „Hirnregeneration durch Auricular brain stimulation (ABS) am Beispiel des Morbus Parkinson (MP).“ PM 3/2013.

24 Werth, U. „Hirnregeneration durch Auricular brain Stimulation am Beispiel des Morbus Parkinson. Teil 2-Biometrische Resultate.“ PM 4/2013

25 Werth, U.,: Wirksamkeitsnachweis der Regenerativen Auriculo-Therapie nach Werth, Ergebnisse einer Doppelblindstudie, bisher unveröffentlicht

26 Werth, U,: 6th international Symposium of Auriculotherapy and Auriculomedicine, Bolgna,October 9-10, 2009;. “The influence of auricular microimplants on Parkinson`s syndrome.”

27 Bahr, F., Einleitung zum Vortrag von U.Werth:” Möglichkeiten und Grenzen der Akupunktur mit implantierten Dauernadeln”, Vortrag, 17.10.2001, Garmisch-Partenkirchen, Kongress der Europäische Akademie für Aurikulomedizin

28 Werth, U. ,“Heilende Hände und technische Medizin” PM 11/2013

29 Kim Bong Han: https://www.youtube.com/watch?v=xjX0BYDf8Rc

30 Oschman J. L., „Energiemedizin – Konzepte und ihre wissenschaftliche Basis.“ Urban & Fischer München, 2009

31 Spitzer, M., „Nervensachen- Geschichten vom Gehirn”, Suhrkamp taschenbuch , 6. Auflage 2014

32 Nehls, M., „Die Alzheimer-Lüge” Heyne, 2014

33 Spitzer, M., Bertram, W. “Braintertainment”, Suhrkamp, 2012

34 Mark F., Bear, Michael A. Paradiso, Barry W. Connors, “Neuroscience: Exploring the Brain” 2006, Lippincott Williams & Wilkins, S. 569

35 Martin Trepel: Neuroanatomie. 5. Auflage (2012). Urban & Fischer Verlag.

36 Matthies, H. „Die Bedeutung von Orotsäure „ ,Magdeburger Kolloquium über Orotsäure und Magnesium, März 1990. Hrsg. von H. Matthies  

37 Werth, U.,Forschungsprojekt an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg.

Kontakt: Dr. med. Ulrich Werth, CMN, C. general elio 4,1 E-46010 Valencia -Spanien- dr.werth@weracu.org www.weracu.org