Lex van Someren: Magie in Musik & Bühnenkunst

7. Oktober 2017 von Michael Friedrich Vogt
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7. Oktober 2017 Lex van Someren ist ein international bekannter visionärer Bühnenkünstler, Sänger, Komponist und Clown. Seine Arbeit ist ein Ausdruck seiner Vision und Berufung, zeitgenössische sakrale Bühnenkunst, Musik, Konzerte und Seminare zu kreieren und die Menschen aller Altersstufen und Lebenswege zu einer ganzheitlichen inneren Erfahrung einzuladen.

Im November/Dezember ist er mit seiner Band wieder auf Konzerttournee mit dem Titel „Wie im Himmel“.

 

Der bekannte Autor Karl Gamper schreibt über ihn:

„Wie im Himmel“ so auch auf Erden. Denn darum geht es, den Himmel auf Erden zu gestalten. Und die Sprache dazu ist die Musik. Die Musik des Herzens. Des wilden, des stillen, des starken, des couragierten und liebevollen Herzens. Es ist die Musik der Vielfalt, die Kulturen vereint im Pulsschlag des Lebens.

Lex van Someren ist einer, der diese große Umarmung in seinem Wesen vollzogen hat und daher diese Musik auf Erden zum Klingen bringt. Durch ihn und seine Gefährten hören wir auf Erden die Musik des Himmels. Himmlisch. Voller Freude. Erdig. Jetzt.“

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Musik der Seele – Klänge des Herzens

von Lex van Someren

 

Musik ist eine Art Sprache, durch die sich Menschen auf einer tiefen Ebene begegnen können. Meine Musik erzählt die Geschichte meiner inneren Welt –  sie ist ein Weg, um mich wieder mit der Essenz in mir zu verbinden, sie ist ein Ausdruck meiner Seele. Musik ist zu meiner „Seelensprache“ geworden, wie ich es nenne. Diejenigen, die offenen Sinnes und Herzens hören, werden die Seelenschwingung in meiner Musik erleben können und sich in ihrer eigenen Seelendimension wieder erkennen.

 

Je mehr ich mich in die Musik und den Tanz vertiefe – und das mag paradox klingen – um so mehr entdecke ich die Stille in mir, einen stillen Ort spiritueller Bereicherung. Die Freude, die ich beim Aufführen, Singen und Komponieren habe, erfahre ich als einen Weg, meine Lebensfreude und Lebenskraft auszudrücken. Neben Tanz und Tai Chi sind für mich Musik und Singen zu meiner spirituellen Praxis geworden, seitdem ich durch diese Kunstformen am meisten befähigt bin, das Erhabenste in mir zu berühren, zu erfahren und auszudrücken.

 

Wenn ich Musik komponiere oder aufführe, trete ich oft in einen anderen Bewusstseinszustand – ähnlich einem Trance-Zustand, aber mit vollem Bewusstsein – und in diesem Zustand fühle ich, wie ich eins werde mit der Existenz, mit dem Göttlichen, wenn ich es so ausdrücken darf. Dies ist meine persönliche Art zu beten. Mein Gebet (Lobpreisung) ist am stärksten, wenn ich singe, tanze und Clown spiele. Es ist mein Geschenk an die Welt und das Geschenk der Welt an mich.

 

Die Kraft der Schönheit

 

Ich glaube fest an die Kraft der Schönheit und der Ästhetik, und meine Intuition führt mich dazu, dies in meiner Kunst wiederzugeben. In unserer westlichen Kultur ist alles so sehr auf der Verehrung des rationalen Verstandes aufgebaut, dass es uns von einem Leben durch das Herz und die Intuition abgehalten und uns von der Schönheit abgeschnitten hat.

 

Ich folge einer ganzheitlichen Lebensauffassung mit dem stärksten Fokus auf die Herzensenergie: sanft, zart, harmonisch, ästhetisch und auch kraftvoll und aufrüttelnd. Ich habe einen intuitiven Drang, eine Leidenschaft, sogenannte „Musik des Herzens“ zu schaffen, mit einer Verehrung für den Geist der Schlichtheit, der Schönheit und reinen Kraft des Lebens.

 

Klänge und Töne sind natürliche, aber machtvolle Instrumente, die Energien und Stimmungen ändern können. Sie können zerstören oder heilen. Obwohl ich ein Performance-Künstler und Musiker bin, sehe ich mich selbst zu allererst als Heiler und benutze meine Künste als Kräfte zur Selbstheilung. Ich bin nicht an einer Musik interessiert, die bloß zu konsumieren ist. Musik wird für mich dann interessant, wenn sie etwas über die tiefsten und reinsten Ebenen unserer Existenz vermittelt.

 

Für mich ist Heilung etwas, das mein Bewusstsein für die Ganzheit erweitert – mein Gefühl, in mir vollkommen und eins zu werden mit allem in und um mich herum. Ich bin ein kleiner Teil in einem größeren Ganzen. Das bringt mich in Kontakt mit Gefühlen von Ehrfurcht und Wunder, einem Sinn für Schönheit, Fließen, Harmonie und Demut. Von diesem Ort in mir erschaffe ich Musik. Es ist ein Ort, wo ich die Vereinigung mit dem Allumfassenden und mit der Schönheit des Universums fühle. Das ist es, was ich „spirituelle Erfahrung nenne, und weil meine Musik ein Ausdruck dieser Erfahrung ist, kann man sagen, dass die Musik eine spirituelle Sprache vermittelt.

 

Bewusst oder unbewusst empfangen die Zuhörer diese Sprache. Wenn die Menschen meine CDs oft und vor allem auch laut spielen, so kann sie im ganzen Körper widerhallen und die Menschen mit dem Ort in ihnen in Berührung bringen, der in Einklang ist mit der „Vollkommenheit“ – dem Universum in ihrem Inneren, was ja die Essenz der Heilung ist.

 

Ich lebe von einem authentischen Ort in mir mit dem Resultat, dass meine eigene spontane kreative Energie aus der Leere hervorsprudelt. Ich fühle mich in solchen Momenten am ehesten in Berührung mit meiner ursprünglichen natürlichen Kraft. 

Meine Kunst, die einfachen Rituale und meine expressiven Formen des Gebets (Lobpreisung) kommen aus dieser Tiefe, der Urkraft in mir. Ich möchte sie als Intuition und Inspiration bezeichnen, denn mein Verstand ist nicht darin involviert. All das geschieht außerhalb des Verstandes: Töne, Melodien, Gesten, Tanzbewegungen und kraftvolle Impulse, meine Hände in bestimmter Weise in bestimmte Richtungen zu bewegen – alles dies kommt in diesem Moment zu mir.

 

Nichts davon basiert auf irgendeiner kulturellen oder traditionellen Ausbildung, die ich genossen hätte. Dennoch erfahre ich meine Kunst gleichzeitig als tief verbunden mit – vielleicht auch entstehend aus – zahlreichen kulturellen und spirituellen Traditionen, die ich in mir integriert fühle. Viele meiner Zuhörer scheinen auch diese Erfahrung zu machen. Sie hören und sehen Traditionselemente der amerikanischen Ureinwohner, der Tibeter, der Japaner und anderer orientalischer Kulturen, altägyptische, spanische, keltische, samische Traditionen, um nur einige zu nennen. Ich fühle das auch. Ich fühle mich sehr mit diesen alten Traditionen verbunden. Es ist so, als ob sie alle durch mich hindurch strömen als natürliche miteinander verbundene Ausdrucksformen der Kunst – auch wenn ich in einigen dieser Ausdrucksformen kaum eine Ausbildung durchgemacht habe – aber eben nicht in diesem Leben! Es ist ein rein intuitiver Prozess – ich habe kein besseres Wort dafür.

 

Ich möchte Brücken zwischen unterschiedlichen Musikarten schlagen, indem ich Klänge, Melodien und Arrangements benutze, die für das westliche Ohr leicht zugänglich sind, und gleichzeitig Untertöne verwende, die von alten oder fernen Kulturen stammen und eine tiefe Botschaft für das Gedächtnis der Volksseele in sich tragen.

In meiner Arbeit ist es mein Anliegen, dass – so verschiedenartig die Elemente in der Musik auch sein mögen – das resultierende Ganze das Potential besitzt, den Blick der Menschen nach innen zu wenden, um sich in ihre eigene geistig-seelische Welt versenken zu können.

 

Seelensprache – die Sprache des Herzens

 

Meine Gesangsprache ist sicherlich nicht eine Sprache im üblichen Wortsinn, aber ich fühle es wie eine wirkliche Sprache – Gibberisch – Nonsenstöne – Fantasiesprache – Gesangssprache, die ich spontan in diesem Moment hervorbringe. Ich denke nicht darüber nach, was ich sage oder singe. Mein denkender Verstand ist nicht involviert. Ich nenne sie gelegentlich die „Nicht-Verstandessprache“, aber in Wirklichkeit bezeichne ich sie lieber als meine „Seelensprache“ oder „Sprache des Herzens“. Für mich wurde sie zum kraftvollen Weg, mich verbal aus meinem tiefsten Inneren zu äußern und auszudrücken.

Es klingt wie eine Sprache, aber es besteht nur aus melodischen Silben und Klängen, die aus der Eingebung des Augenblicks entstehen. Es ist wirklich befreiend, auf diese Art und Weise zu singen, da ich nicht durch die Worte in einer bestimmten Sprache begrenzt bin. Eine Seelensprache ist frei von Konditionierung und mentalen Konstruktionen und Assoziationen, die in jeder anderen Sprache gegenwärtig sind.

 

Man braucht einigen Mut, seine Hemmungen fallen zu lassen und anzufangen, die eigene Seelensprache zu erforschen, aber die vieljährige Erfahrung in meinen Seminaren, wo ich viele Menschen förderte, so zu sprechen und zu singen, hat mir bewiesen, dass jeder dies tun kann. Und es zeigt sich, dass die Sprache des Herzens eine tief transformierende und heilsame Wirkung hat. Es ist eine Sache der Praxis – und Spaß daran zu haben!

Es ist wie Meditation und Spiel, das sich zum lebendigen Gebet entwickeln  kann. Ich glaube, unsere Gebete sollten spielerischer und spontaner sein.

Gebet, ist für mich ein Einklang mit dem allumfassenden Leben und mit dem Göttlichen. Das ist es, worum sich mein Singen und meine Musik wirklich dreht.

 

Es ist für mich ein erfüllendes Erlebnis, so viel aus dem kreativen Fluss meiner Seele schaffen zu können. In jedem Fall bin ich der Schöpfung dafür sehr, sehr dankbar!

 

Lex van Someren

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Fragen und Antworten aus einem längerem Interview mit Lex van Someren:

Sie benutzen für die Beschreibung Ihrer Musik und Bühnenkunst Begriffe wie „Heilung“ und „heilsam“ und Sie haben sogar eine Konzertreihe mit dem Titel „Heilkonzerte“ veranstaltet. Warum/Wieso?

Heilung bedeutet für mich: Rückverbindung mit unserem wahren Wesen, wo jegliche Trennung sich auflöst. Unser wahres Wesen – unsere Seele – existiert in einem Einheits-Bewusstsein mit der Schöpfung. Heilung ist ein Prozess, der unser Bewusstsein immer mehr für die Ganzheit erweitert – das Gefühl vollkommen und eins zu werden mit allem in und um mich herum. Das ist der Weg des Herzens – die Liebe verbindet wieder, das was der Verstand getrennt und abgespalten hat.

Von diesem Ort des Einheits-Bewusstseins entstehen Musik, Klang, Bilder und Farben in mir. Es ist meine natürliche Veranlagung, um durch die Schönheit der Künste die Bewusstseinsdimension der Seele zu erschließen. Das ist eine schwingungserhöhende und heilsame Arbeit. Ich verstehe mich als Performance-Künstler und Musiker auch eher als Heiler und nicht als Unterhalter.

Ich bin mir der Macht der Musik, der Klänge und der Töne all zu sehr bewusst. Klänge und Töne sind natürliche, aber machtvolle Instrumente, die Energien und Stimmungen ändern können. Sie können zerstören oder heilen.

Musik wird für mich erst dann interessant, wenn sie uns mit den tiefsten und reinsten Ebenen des Lebens und der Liebe in Berührung bringt.

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Sie reden über „die Dimension der Seele“ in Verbindung mit Ihrer Musik und Bühnenkunst. Wie meinen Sie das?

Die Dimension der Seele ist unser wahres zuhause und unterstützt durch die Schönheit der Künste kann unser Seelenwesen in der Welt „ankommen“. Dazu gehört ein wirkliches Ankommen unserer Seele in unserem Körper. Erdung im Körper mit unserer ganzen Seele ist das zentrale Thema in meiner Arbeit als Künstler und Lehrer.

Ich beobachte wie wenig die meisten Menschen in unserer Kultur wirklich in ihrem Körper geerdet sind. Meine Musik, Bühnenkunst und Seminare sind eine tief wirkende Einladung an unsere Seele, im Hier und Jetzt anzukommen, im Körper und in der Welt, mit beiden Füßen auf dem Boden in bewusster Verbindung mit Mutter Erde. Ohne Worte mit einer stillen und manchmal unbändigen Kraft, wird über diese Art von künstlerischem Ausdruck und Musik die Dimension der Seele eine direkt erlebte Erfahrung.

Dies kann eine sehr heilsame Erfahrung sein, weil wir uns in direktem Kontakt mit unserer Seele Zugang zu unseren tiefsten Selbstheilungskräften verschaffen.

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 Neue Sakrale Kunst und Musik – von Lex van Someren

 

 

Erhebt und inspiriert den Betrachter und führt ihn zu seinem inneren Frieden.

Stimuliert, aktiviert und nährt durch Schönheit, Harmonie, Schlichtheit, Tiefe und hochwertige Qualität das höhere Bewusstsein in den Menschen.

Zieht die Dimensionen der Seele bewusst mit ein, macht sie erlebbar und fordert zur Selbstentfaltung auf.

Trägt zur Förderung und Entwicklung eines neuen ganzheitlichen Weltbildes für die Menschheit bei.

 

 

„Der sakrale Künstler ist eine Person, welche die Lebendigkeit einer Idee sieht und ihr in einer solchen Weise Gestalt verleiht, dass sie Ganzheit und ewige Einheit gebiert.“

                                                                                                    – Milenko Matanovic –

 

In allen Bereichen unserer Gesellschaft ist ein Umdenken und eine Neuorientierung erforderlich; so auch im Bereich der Kunst. Dies kann nur mit einer Kunst geschehen, die weitgreifende Erlebniswelten erschafft und dem Betrachter einen offenen Weg zu seinen eigenen Seelendimensionen zeigt – mit anderen Worten: die uns die innere Urquelle in Erinnerung bringt und bewusst macht. Eine derartige Kunst nennen wir „Sakrale Kunst“

 

Was ist sakrale Kunst?

 

Es ist mein Anliegen, durch meine Arbeit, die Musik und die Bühnenprojekte erlebbar zu machen, dass der Begriff ?sakral? eine viel umfassendere Bedeutung hat, als bei uns allgemein üblich ist. Im Englischen bedeutet „sacred“ so viel wie „heilig“. Sakrale Kunst soll für uns be-greifbar machen, dass das ganze Leben heilig ist oder sein kann. Sie kann durch ihre Vision und Darstellung mithelfen, unsere Erde und das Leben als Wunder zu betrachten. Sie kann uns daran erinnern, dass wir Teil sind von einem viel größeren Geschehen. In vielen Urkulturen wurde grundsätzlich das Leben als ein heiliges Geschehen verstanden. Die Wege der Kunst können wir wieder so beschreiten, dass dies in unserer Welt wieder bewusst wird, dass Erlebnisräume geschaffen werden, in denen man fühlen kann, Teil eines tieferen Geschehens zu sein.

 

Ich möchte dem Begriff sakrale Kunst auch in der deutschen Sprache wieder eine umfassendere Bedeutung geben und ihn aus der Enge von Kirchenkunst befreien. Meiner Auffassung nach sollte alle Kunst „sakral“ sein. Jedes Kunstwerk sollte dafür geschaffen werden, um Seelenräume zu öffnen, die uns in unserer inneren göttlichen Natur in ihrer Größe und Schönheit, in ihrem Wachstum und ihrer Blüte wahrnehmen lässt. Dies sehe ich als die Verantwortung, die jeder Künstler für sich annehmen sollte, wenn er sich als Künstler für heilige (oder ganzheitliche) Kunst verstehen möchte.

 

Sakrale Kunst lehrt keine Wahrheiten. Stattdessen öffnet sie mir als Zuschauer oder Zuhörer alle Türen zum Eintritt in den magischen Raum dieses Kunstwerkes. Durch die Resonanz, die sie hervorruft, unterstützt und ermutigt sie mich in meinem Sein, mich nach meiner eigenen inneren Wahrheit meines Wesens auszurichten. Durch eine offene Resonanz kann sie uns auf eine über-persönliche Erfahrungseinstellung einstimmen, und in diesem Prozess heilen und transformieren wir uns selbst.

 

Sakrale Kunst hat ihre Wurzeln in einem Weltverständnis, in dem die Verbindung mit dem Transzendenten, mit dem Mythischen, mit dem Archetypischen gelebt, dargestellt und erfahrbar und immer wieder neu erschaffen wird.

So wie im alten Griechenland z. B. das Theater eine Kunstform zur Heilung der Seele war, so drücken auch alle großen, beeindruckenden und tief berührenden Kunstwerke das Leben in Metaphern des Transzendenten, des Mythischen oder als mystisches Erleben aus und schöpfen aus den unermesslichen Quellen aus der Stille, aus dem Herzen – Dimensionen, welche in der Moderne so gut wie in Vergessenheit geraten sind.

 

In dieser Zeit der Umwandlung, in der wir gerade leben, sehe ich es als die Aufgabe der visionären Künstler, eine ganz neue „Mythologie“ des neuen globalen Bewusstseins zu erschaffen, worin wir Menschen erwachen zu unserer wahren Schöpferkraft und zu der Erkenntnis, dass wir als multi-dimensionale Wesen Eins mit Allem sind (die Dimension der Seele).

 

Sakrale Kunst ist nicht belehrend und nicht verführend, sie ist das Tor für die höheren Dimensionen in unserem Bewusstsein. Dann macht sie uns sprachlos, erhebt uns und kann uns zum Weinen bringen (Tränen der tiefen Berührung und Freude). Und es gibt nichts anderes dabei zu lernen, als ihr zu erlauben, für unser Sein in unserer ureigensten Weise zu arbeiten.

 

– Lex van Someren –

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„Wie Kunst Seelenräume öffnen kann“ – von Lex van Someren

 

Aus tiefer Achtung, für die Heiligkeit des Lebens, entstehen Demut und Hingabe zum Leben. Wenn der Künstler seinen künstlerischen Ausdruck vollständig in den Dienst dieser Qualitäten stellt, werden Kunst und Musik zu einer Form von Gebet. Ein Gebet das als „Lobpreisung“ zu verstehen ist, nicht als das Beten oder bitten um etwas. Die Lobpreisung ist der Ausdruck der Dankbarkeit für das Leben. Dankbarkeit für die Fülle des Lebens.

So kommen wir in tieferen Kontakt mit unserem wahren Wesen – unserer Seele, weil Dankbarkeit und Demut natürliche Eigenschaften unseres wahren Wesens sind.

Wenn das im Kunstausdruck, Priorität über alles Andere bekommt, entsteht eine friedvolle Stille und Ruhe.  In der Kunst und der Musik entfaltet sich dadurch ein Raum, der einlädt und Platz macht für die Dimension unserer Seele – der Seelenraum. 

Dies ist ein heiliger Raum. „Heilig“ bedeutet „Ganzheit“. Das Ganze umarmt liebevoll Alles im Leben, das Licht und den Schatten, ohne jegliche Trennung. Es ist ein Raum jenseits der Welt von Dualität.

Der Seelenraum ist ein atmosphärischer und gefühlter Raum, in dem wir eingeladen sind, in unseren eigenen Bezug zur Ganzheit zu gehen. Das bedeutet auch, dass wir eingeladen werden, uns selbst zu fühlen, ohne Worte und ohne rationale Gedanken. Dies bringt uns in eine erlebare Verbindung mit unserer eigenen schöpferischen Natur.

 

Diese Art der Kunst, ist in ihrer Wirkung und Magie transparent – durchlässig. Sie erschafft einen freien Raum, für die Dimension unserer Seele. Der Künstler lässt offen und frei, was der Betrachter mit seine Kunst / seinem Kunstwerk erlebt. Das ist die vollständige Offenheit, in einem Raum der bedingungslosen Liebe, die diese Art der Kunst ausmacht. 

Heilige Kunst ermutigt uns, in unsere eigene Kraft zu gehen, zu unserem eigenen wahren Wesen zurückzufinden. Heilung, verstanden als Ganz-werdung, ist letztendlich nichts anderes als die Rückbindung zu dem eigenen wahren Wesen. 

Wenn wir wirklich unserem wahren Wesen folgen, dann sind wir automatisch dienend für das Ganze und dann wird auf natürliche Art und Weise unsere Arbeit, unser Leben ein heiliges Ritual. 

 

Lex van Someren

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Essenz des Seins in der Kunst

Magie in der Kunst

von Lex van Someren

 

Wir benutzen das Wort „magisch“ oft im Zusammenhang mit einer Erfahrung mit oder durch Kunst und Künstler: „eine magische Erfahrung“, „das war Magie“ usw.

Wir benutzen das Wort „magisch“, um eine Erfahrung zu beschreiben, die jenseits aller Worte ist, jenseits des rational und materialistisch eingestellten Verstandes. In gewisser Weise ist uns oftmals nicht klar, was genau vor sich geht, und warum und auf welche Weise uns das durch dieses Kunsterlebnis widerfährt. In gewisser Weise berührt es tiefe Seiten in uns. Es geht uns „unter die Haut“. So benutzen wir das Wort „magisch“, wenn wir etwas mit unserem Kopf, mit unserem Wissen um die Naturgesetze nicht erklären können.

Künstler zapfen bewusst bestimmte universelle Gesetze der Schöpfung und der Kommunikation an, die von den Wissenschaftlern noch nicht ausreichend erklärt und geprüft worden sind, um unseren rationalen Verstand zu befriedigen. Deshalb sind wir daran gewöhnt, Worte wie „Magie“ und „magisch“ in Bezug auf Kunst zu verwenden.

 

Hier eine Definition von Magie:

Magie ist ein Freisetzen von der durch uns hindurch wirkenden Naturkraft in einer bestimmten Form.

Es ist ein Prozess, bei dem man eine große Menge in eine kleine Form presst, bei dem man eine große Sache (oder ein Konzept) in eine Essenz zusammenschnürt.

Viele Künstler beherrschen die Technik, Energie für eine spezifische Form freizusetzen, indem sie eine Essenz daraus bilden. Sie kennen sich besser aus mit den universalen Gesetzen der Kommunikation und Resonanz durch Licht, Farbe, Klang, Wort, Form und Gestalt als die meisten von uns.

Viele Künstler wissen, wie „Magie“ funktioniert, aber ich möchte doch drei sehr verschiedene Formen und Qualitäten von Magie in der Kunst unterscheiden, um so aufzufordern zu mehr Bewusstsein und Unterscheidungsvermögen in der Art und Weise, wie wir über Kunst denken, sprechen, schreiben, fühlen und damit interagieren. So können wir klarer unterscheiden, wie jeder von uns selbst dafür verantwortlich ist, wie viel Aufmerksamkeit und Energie den unterschiedlichen Qualitäten des Kunstausdrucks geschenkt wird und wie diese unser Wohlbefinden und unsere Lebensqualität beeinflussen.

Möge dies beitragen zur Schöpfung einer bewussten Plattform, auf der die neuen Wege der Künste wachsen können.

 

Meine Beobachtungen und Erfahrungen haben mir gezeigt, dass die Worte „Kunst“ und „Magie“ zu pauschal benutzt werden. Das hat mich dazu geführt zu unterscheiden in:

 

Schwarze Magie in der Kunst

Weiße Magie in der Kunst

Transparente Magie in der Kunst

 

Ich will sie im Folgenden erklären.

 

Schwarze Magie in der Kunst

Schwarze Magie ist: mentale Energie einsetzen, um eine sehr gezielte Machtausübung über andere Menschen zu bewirken. Mit destruktiver und restriktiver Manipulation werden andere machtlos und höchst manipulierbar gemacht.

Diese Form der Magie ist in unserer westlichen Gesellschaft weit verbreitet, speziell während der letzten 100 Jahre hat sie einen gewaltigen Aufschwung genommen. Ich glaube nicht, dass ich übertreibe, wenn ich sage, dass 70 oder 80 % von dem, was uns durch die großen Medien (TV, Film, das kommerzielle Musikgeschäft usw.) präsentiert wird, in die Kategorie der „schwarzen Magie“ gehört.

Viele der künstlerischen Darstellungen, die durch die Medien kommen und von großen Institutionen, Theatern, Universitäten usw. präsentiert werden, werden zielbewusst und erfolgreich eingesetzt, um die Entwicklung des höheren Bewusstseins der Menschen zu verhindern, das innere Wachstum und die freie spirituelle Wahrnehmung zu bremsen. Durch destruktive, chaotische, disharmonische und konkurrierende Manipulationen von Musik, Filmen, Büchern, TV-Programmen, Werbespots usw. wird der Virus von Instabilität, Verwirrung, Disharmonie, Aggression und Angst verbreitet.

 

Weiße Magie in der Kunst

Weiße Magie ist: mentale Energie einsetzen, um ein sehr gezieltes Ereignis zu bewirken, das als „positiv“ betrachtet wird. Weiße Magie in der Kunst beabsichtigt, bestimmte moralische Werte anzusprechen, auf eine Art und Weise, die uns als Betrachter dazu führen soll, bestimmte Entscheidungen zu treffen; Entscheidungen, die durch den betreffenden Künstler als positiv, gut und vorteilhaft gesehen werden. Unsere Kirchen sind voll mit weißer Magie (der Kunst).

 

Es gibt viele Künstler, die mit gut gemeinten und liebevollen Absichten versuchen, durch ihre Kunst und ihr Handwerk etwas Bestimmtes zu lehren (didaktische Kunst). Sie sind damit beschäftigt, eine bestimmte (moralische) Botschaft rüberzubringen, etwa wie: „Wir sollten uns auf das Licht und auf die guten Seiten des Lebens konzentrieren“ oder „Wir sollten bestimmte Glaubenssätze übernehmen.“

Dies hält uns aber oftmals fest in der Dualität des Lebens, in der dreidimensionalen Welt mit all den damit zusammenhängenden Verhaftungen zu Emotionen – gut oder böse, licht oder dunkel.

 

Das kommt sicher alles von einem guten Platz im Innern des Künstlers. Wenn es aber durch den rationalen Verstand geleitet wird, wird ein mentaler Zaun um und in dem Kunstwerk errichtet. Und die Absichten können dann zwar positiv sein, aber es bringt uns nicht in Berührung mit dem Raum im tiefsten Inneren unseres Wesens.

Ich beobachte, dass es häufig so viel „Verstand“ (mentale Projektionen) gibt für das, was „Kunst“ genannt wird.

Es ist aber mentale Kunst und sie wird Resonanz finden in dem mentalen Teil der Betrachter. Sie hält uns eingesperrt in eine ganz spezielle Geschichte des Künstlers, die wir annehmen oder ablehnen können. Aber wir können damit nicht auf eine magische Reise in die Tiefe unserer eigenen Seele gehen.

Dafür braucht es Künstler, die zulassen können, dass der Flug höherer Inspiration durchs Herz die Führung übernimmt, die mit ihrer Kunst auf den „Grund des Seins“ hinabtauchen – womit sich das Heilige in der Materie durch ihn hindurch manifestieren kann.

Künstler (und mit ihnen ihr Publikum) die selbst zum Gemälde, zum Design, zur Komposition, zum Tanz werden. Das ist am Ende der einzige Raum, in dem sich heilige und heilsame Kunst ereignen kann.

 

Künstler, die uns mit Lyrik, Poesie, Musik, Malerei usw. weit über den rationalen Verstand der physischen Ebene hinaus transportieren können, öffnen damit einen Raum für die reine Liebe des Herzens in der Kunst. Und dann ist es „transparente Magie in der Kunst“.

 

Transparente Magie in der Kunst

Transparente Magie in der Kunst schöpft den Raum und die Atmosphäre, die uns als Betrachter inspiriert, unsere eigene (moralische) Entscheidung zu treffen an Hand von innerer Reflektion, beruhend auf dem Wissen unserer Seele.

Diese Art von Kunst in all ihren unterschiedlichen Ausdrucksformen hat kein anderes Ziel als eine Widerspiegelung der Essenz des Seins im Einklang mit der Lebenskraft, mit der universalen Wahrheit, welche weit über das Mentale, Emotionale und Physische hinausgeht, obwohl sie diese Dimensionen auch mit einschließt! Es ist das weibliche Prinzip, das sich in der Kunst manifestiert.

Es ist die mystische Erfahrung des stimmigen, auf die eigene Seelendimension ausgerichteten „Seins“.

Das ist der mystische Pfad

Verbunden mit dem TAO

Nur zu „sein“ und die Dinge sich entfalten und geschehen zu lassen

Die Tür zur Seele sich weit öffnen zu lassen

Zu SEIN in dem ICH BIN – Bewusst-Sein

 

Es ist die technische Geschicklichkeit des Künstlers, welche, wenn sie in den Dienst seiner/ihrer höchsten seelischen Eingestimmtheit genommen wird, den magischen Augenblick zur Manifestation eines wahren Kunstwerkes im Physischen kreiert. Das Kunstwerk wird dann zu einem durchsichtigen Gefährt für die Zuhörer, welches sie in Ehrfurcht und Staunen still werden lässt, indem es sie augenblicklich in die subtileren Dimensionen des Seins versetzt. In den Raum, wo die Seele sozusagen daheim ist.

Da gibt es nichts zu lernen und keine Geschichte zu erzählen. Die Tiefe und die Qualität der Farben, das Licht, der Raum oder die Klänge der Kunst formen es selbst, sie heben uns direkt hinauf in unsere eigenen Seelendimensionen, in unser eigenes Licht, wenn wir es erlauben. Diese Art von Kunst hält in Liebe den Raum weit geöffnet für uns, damit wir unsere eigene (mystische) Erfahrung vom Jenseitigen machen können.

 

So bildet sich in der physischen Dimension ein Tor (ein offener Raum) zu den höheren Dimensionen des Nicht-Physischen. Das ist Transzendenz. Das ist, was uns sprachlos und stille macht, unser Gefühl erhebt oder uns zum Weinen bringt, wegen seiner Wirkung als Kanal für machtvolle Schwingungen von Liebe und Licht, aus denen wir, wie uns im Unterbewusstsein klar ist, geschaffen wurden.

Transparente Magie in der Kunst öffnet einen Freiraum – einen stillen Raum der Unendlichkeit. Und es gibt nichts anderes dabei zu lernen als ihr zu erlauben, für unser inneres Sein in unserer ureigensten Weise zu wirken.

Das ist es, wodurch Kunst „sakral“ – heilig und heilsam – wird, da sie uns durch direkte Erfahrung (nicht durch mentale Lehren) an unser wahres Sein erinnert, an unsere natürliche Verbindung zu den universalen Gesetzen und an unsere Verantwortung aus der Sicht der Seele als menschliches Wesen auf dieser Erde zu dieser Zeit.

 

Es liegt in der Macht des Künstlers, uns, seinen Zuhörern, Zuschauern, große Kraft für Selbstheilung und Bewusstseinswandel zu geben. Das geht aber nur mit einem künstlerischen Ausdruck, der mit Lauterkeit ausgeführt wird, und wir werden in unseren Herzen die Resonanz dieser Lauterkeit spüren.

 

– Lex van Someren –

 

Webseite: www.someren.de