Leak oder Satire: Wird Facebook Deutschland geschlossen?

30. September 2016 von QUERDENKEN-REDAKTION
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30. September 2016 (Redaktion, Artikelbild: Pan Xunbin / Shutterstock.com) Die Nachricht macht auf mehrerenWebseiten die Runde. Angeblich hat die Webseite Sciencefiles.org die Information geleakt bekommen, daß die Leitung von Facebook ernsthaft erwägt, Facebook Deutschland dicht zu machen.

Abgesehen davon, daß es nach Ansicht vieler Kommentatoren im Netz fast zu schön wäre, um wahr zu sein, sind die angeführten Gründe durchaus nachvollziehbar. Allerdings heißt der Chief Financial Officer von Facebook INC.  nicht John Castorp, sondern laut Wall Street Journal David M. Wehner.

Was nicht ausschließt, daß es einen CFO bei Facebook gibt, der so heißt. Auf jeden Fall lohnt es sich, den Beitrag zu lesen. Die angeführten Gründe könnten durchaus stimmen:

Bei einer Sitzung des Boards of Directors von Facebook habe man erfahren, daß man dort sehr genervt sei, daß „every Tom, Dick and Harry“ in Deutschland sich die Firmenpolitik von Facebook einmische und daß in einem solchen Maße, daß man ernsthaft überlege, Facebook Deutschland zu schließen. „CFO John Castorp ist besonders verstimmt darüber, daß der ROI in Deutschland weit hinter dem zurückbleibe, was in den USA, Kanada oder Großbritannien ja selbst in Frankreich oder Schweden erzielt werde. Deutschland sei für Facebook, was die Einnahmen des Unternehmens angehe, Entwicklungsland, a tinpot little continental country, wie Castorp es wohl ausgdrückt hat. Auch der Chef der Rechtsabteilung von Facebook, Dr. Howard Krokowski, ist ungehalten. Er und die Mitarbeiter seiner Abteilung müßten sich durch Berge von deutschen Rechtsvorschriften lesen, müßten jede noch so unbedeutende Kleinigkeit in ihre Nutzervereinbarungen schreiben, damit keine deutsche Law-Vultures (Rechts-Geier), die das Internet durchstreifen, um vergessene Impressen zur für sich profitbringenden Abmahnung zu bringen, auf Facebook niederstürzen und sich laben könne. Und alles, um ein mageres Landesergebnis am Ende des Jahres vorlegen zu können, das Investoren nicht einmal ein müdes Lächeln abringe.“ Krokowski sei aber am meisten davon genervt, daß eine Unzahl von Streithanseln seine Mitarbeiter mit Anzeigen überhäufen und sie von morgens bis abends mit im Netz gefundenen Haßkommentaren belästigen, die sie umgehend gelöscht sehen wollen: „Er müsse Mitarbeiter für die Taskforce eines möchtegern Napoleons aus dem Saarland, bei dem nur die Körpergröße an Bonaparte erinnert, abstellen, um sich dort stunden- und tagelanges Gejammere über Haßkommentare anzuhören, nur um dann zu erfahren, daß das, was hier bejammert würde, die vermeintlichen Haßkommentare, nicht einmal nach deutschem Recht strafbar sei.“ Jener CFO Castorp mache also, so der geleakte Bericht, eine einfache Rechnung auf: Wenn mehr Geld verbrannt wird als erwirtschaftet, weil man sich mit unsinnigem Gezänke herumzuschlagen gezwungen sei, müsse man überlegen, ob es nicht Zeit sei, den deutschen Markt zu verlassen und sich „grüneren Wiesen zuzuwenden, wie sie z.B. in Afrika oder in Südostasien zu finden seien.“

Es sei, so schließt der Bericht von Sciencefiles.org allerdings noch nicht ausgemacht, daß Facebook Deutschland dicht gemacht wird. Die Entscheidung darüber liege wohl bei Mark Zuckerberg. Wirklich interessant ist dabei die Überlegung von Sciencefiles, was dann wohl mit den Legionen der unter Egide von Ex-Stasi-Mitarbeiterin Kahane beschäftigen Facebook-Blockwarte passieren wird. Der Lebensunterhalt dieser Social-Media Schnüffler und Berufspetzen dürfte weitesgehend entfallen. Sobald eine Massenwanderung zum russischen Pendant von Facebook (V-Kontakte) einsetzt, würde der Napoleon vom Saarland dumm aus der Wäsche gucken, weil er dort keinerlei Einflußmöglichkeiten hätte. Und Deutschland wäre international bis auf die Knochen blamiert, wenn die Bürger des freiesten Staates, den je auf deutschem Boden gab, massenhaft vor Zensur, Schnüffelei, Unterdrückung und Verfolgung ausgerechnet zum „bösen Russen“ fliehen. Ausgerechnet das Rußland, dem man doch ständig vorwirft, ungeliebte Meinungen zu unterdrücken.