Klima: Kleine Eiszeit voraus?

7. Juli 2016 von Niki Vogt
(16 votes, average: 4,50 out of 5)
Loading...

08. Juli 2016 (von Niki Vogt) Manche werden bittere Scherze machen, daß wir schon mittendrin sind: Das viel zu kalte Wetter und der Regen und Hagel ließen nicht nur Menschen bibbern und fluchen, auch die Blumen und das Gemüse im Garten haben ordentlich gelitten. Nach Auskunft von Sonnenphysikern droht uns eine Mini-Eiszeit, denn die Sonne scheint in eine Art Winterschlaf gefallen zu sein und ist seit Jahren schon außergewöhnlich inaktiv. Normalerweise stünde im 11jährigen Zyklus unseres Zentralgestirns eine hochaktive Phase an. Aber nichts davon ist zu beobachten – und das nun schon seit einigen Jahren. Angeblich ist sie so ruhig, wie seit hundert Jahren nicht, sagen die Wissenschaftler. „Ich bin seit 30 Jahren Solarphysiker, und so etwas habe ich noch nie gesehen“, äußert sich Richard Harrison vom Rutherford Appleton Labor in Oxfordshire gegenüber BBC . Er macht sich Sorgen, daß eine neue „kleine Eiszeit“ auftreten könnte, wie es im 17. Jahrhundert schon einmal der Fall war, denn die Aktivität der Sonne läßt in letzter Zeit immer schneller nach.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/ee/Pieter_Bruegel_d._%C3%84._093.jpg/1280px-Pieter_Bruegel_d._%C3%84._093.jpg

Pieter Bruegel: Winterlandschaft mit Eisläufern und Vogelfalle. Das Bild entstand 1565

https://de.sott.net/image/s3/70745/full/The_Frozen_Thames_16771.jpg

Ölbild eines unbekannten Malers: Die zugefrorene Themse 1677, während der tiefsten Temperaturen der letzten „kleinen Eiszeit

Die Zeit um 1350 bis Ende 1800 ist als Maunder-Minimum in die Geschichtsbücher eingegangen. In diser Zeit waren sehr harte Winter und eher regnerische, kühle Sommer zur Regel geworden und die Ernten mager bis katastrophal. In England fror die Themse zu und sogar die Ostsee zu großen Teilen. Es war die Zeit von Pieter Bruegel, der auf seinen Bildern öfter zugefrorene Seen und Flüsse mit schlittschuhlaufende Menschen malte. Viele Landschaftsmaler fertigten Stimmungsbilder mit dick verschneiten Hütten und Wäldern.

Damals betrachteten die Astronomen die Sonne durch rußgeschwärzte Teleskope. Es fiel damals schon auf, daß die Sonne in der Zeit des Maunder-Minimums im Gegensatz zu früher nur sehr wenige Flecken aufwies und sich hauptsächlich als makellos einfarbige, helle Scheibe dem Auge des Beobachters präsentierte. Aus diesen Aufzeichnungen und Notizen wissen wir, daß die heutigen Erkenntnisse über die Sonnenaktivität mit den damaligen Beobachtungen übereinstimmen.

Der Kälte des Maunder-Minimums ging eine mittelalterliche Warmperiode voraus. Ich erinnere mich noch sehr gut an das „Wording“ während meines Nordistik-Studiums: Man nannte diese Zeit das „Klima-Optimum“. Die Temperaturen lagen im Mittel 2- 4°C höher als heute, wo man schon von „Klimakatastrophe“ spricht, obwohl es deutlich kälter ist als damals.

Zu dieser Zeit erhielt Grönland seinen Namen davon, daß es ein grünes Land war, auf dem üppig Pflanzen wuchsen, daher besiedelten die Wikinger dieses vielversprechende Land, bauten Feldfrüchte an und hielten Schafe und Rinder. Um das Jahr 1200 herum baute man in England und Grönland sogar Wein an! Im Jahr 1300 wohnten ungefähr 3000 Menschen an der westlichen Küste Grönlands. Nach heutigen Vorstellungen der Klima-Alarmisten hatte wir bei diesen Verhältnissen schon den Verbrennungstod auf einer überhitzten Erde vor Augen.

Doch etwa zweihundert Jahre später war nach alten Aufzeichnungen die grönländische Küste per Schiff nicht mehr erreichbar, weil dicke Eismassen den Seeweg versperrten. Die Siedlungen an der Küste waren verlassen worden, die Wikinger kehrten ins südlichere Skandinavien zurück oder waren nach Neufundland weitergezogen.

 

Ja, es wäre den Wikingern zu dieser Zeit gar nicht möglich gewesen, die Fahrten zu unternehmen, die sie nachweislich gemacht haben, wenn die Seewege damals nicht zuverläßig eisfrei gewesen wären, die heute vom Eis versperrt sind.

Während der „Kleinen Eiszeit“ waren die Temperaturen im Durchschnitt 3°C niedriger als heute. Das sind etwa 7 Grad Unterschied zur mittelalterlichen Warmzeit, die sich deutlich bemerkbar machten. Die Isländer waren von Eis umgeben und im Winter praktisch eingemauert. Aber auch die Siedler wie die Indianer im Wilden Westen hatten unter der Kälte zu leiden. „Der große Schneefall“ von Connecticut wurde in vielen Zeichnungen und Beschreibungen festgehalten.

Die Kälte führte zu erheblichen Mißernten. Dazu kam der Regen, der so heftig fiel, daß der Weizen kaum geerntet werden konnte, und nicht trocken werden wollte. Man konnte ihn nicht lagern, weil er in den  Scheunen schimmelte. 1315 regnete es in Frankreich 155 Tage ununterbrochen, so daß die Feldarbeit unmöglich wurde und nichts gedieh. Als der Regen endlich aufhörte, war die Ernte verfault. In Deutschland ging es nicht besser, und die Chronisten vermerkten verzweifelt, daß die Leute alles gegessen hätten, nicht nur die Hunde und Pferde, sondern auch den Dieb vom Galgen herunter.Dazu kam, daß die einzig bekannte Methode, Nahrung haltbar zu machen, im Einpökeln mit Salz bestand. Aufgrund der niedrigen Temperaturen konnte man aber in Skandinavien, England und Mitteleuropa kaum noch Salz durch Verdunstung von Meerwasser und Salinen gewinnen. Nur der Steinsalzabbau funktionierte noch und der teure und aufwendige Import über die Seewege aus dem Süden. Der Preis für Salz vervierfachte sich, die normalen Leute konnten es sich aber nicht kaufen – und auch nicht selbst herstellen. Die Lebensmittel verdarben, der Hunger wurde noch größer. Man aß aus Hunger dennoch die angewesten Lebensmittel – was der Voksgesundheit keinesfalls  gut tat. Die noch vorhandenen Rinder wurden krank, da sie winters zu feuchtes, gärendes, schimmeliges Heu aus den Scheunen zu fressen bekamen. Die Rinderpest dezimierte den mageren Bestand, und so fiel mit dem Fleisch und der Milch eine weitere Nahrungsquelle weg. Der Dreißigjährige Krieg wütete von 1618 bis 1648 in Deutschland un den angrenzenden Ländern und forderte seinen Tribut an Toten, Verstümmelten und Verletzten. Viele Felder waren verwüstet und lagen brach, weil die Bauersleut getötet worden waren. Als der Dreißigjährige Krieg mit dem Westfälischen Frieden 1648 endete, lebte noch ein Drittel der Bevölkerung Europas.

In Frankreich hungerten die Leute über Generationen und konnten kaum ihr Auskommen erreichen. Die Revolution von 1789 hatte unter anderem ihren Grund auch in dieser von Mißernten und Hunger geprägten Zeit.

Die Mangelernährung, die Überlastung der Immunabwehr durch Schimmelpilze, Fäulnisvergiftungen, Kälte, Krankheiten und Depression schwächte die Bevölkerungen Europas enorm. In den großen Städten lagen die Toten auf den Straßen. Der Ausbruch von Seuchen war vorprogrammiert. Die ersten Schiffe mit diesem Erreger in den Flöhen der Schiffsratten kamen über’s Meer – und die Pest konnte ihren grausamen Siegeszug antreten.  Der Tod hielt als Einziger reiche Ernte. In seinem Buch „Wie das Wetter Geschichte macht – Katastrophen und Klimawandel von der Antike bis heute“ beschreibt Autor Ronald Gerste die Auswirkungen der Klimaschwankungen, die schon immer die Erde veränderten.

Gletscher Eis

 

Nimmt man den tiefsten Punkt der Temperaturen um 1650, so haben wir seit 300 Jahren in der Tat eine Erderwärmung, die haargenau mit der beobachteten Sonnenaktivität korreliert. Seit mehr als 10 Jahren ist diese Erwärmung aber zum Stillstand gekommen – und scheint nun wieder in eine Abwärtskurve überzugehen. Tatsächlich steht die nächste Eiszeit nach den üblichen Klima-Perioden schon wieder an. Selbst eine „kleine Eiszeit“ mit nur vier Grad tieferen Temperaturen hat, wie wir wissen, katastropahele Folgen.

Wer diese Zusammenhänge kennt, kann sich nur wundern, mit welcher verbissenen Blindheit die Klima-Alarmisten die Welttemperatur mit allen Mitteln senken wollen. Wir können nur hoffen, daß wir mit unseren möglicherweise klimaerwärmenden Aktivitäten wirklich etwas ausrichten, um die offenbar unmittelbar anstehende kleine Eiszeit abzumildern.

Menschengemachter Klimawandel unterdrückt die nächste Eiszeit“ betitelt das PIK (Potsdam-Institut für Klimaforschung) einen etwas seltsam im Duktus anmutenden Artikel. Natürlich wird vor dem bösen CO2 gewarnt, und daß schon winzige Mengen das Klima verändern können, und der Mensch ganz furchtbar ins Klimageschehen eingreift. Dennoch ist hoch erstaunlich, daß das PIK, ein Flaggschiff der Erderwärmungsreligion unter der Egide des allseits bekannten Herrn Schellnhuber, zugibt, daß uns eine Eiszeit bevorstehen könnte. Wie man allerdings – wegen des menschengemachten Kohlendioxids – mit dem Brustton der Überzeugung die nächste Eiszeit gleich um 100.000 Jahre nach hinten zu verschieben behaupten kann … ? Naja. hoffen wir, daß das klappt!

Quellen: http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Die-Sonne-schlaeft-Droht-eine-neue-Eiszeit-id28484427.html http://www.focus.de/wissen/videos/krasser-temperaturabfall-forscher-warnen-2020-schlaeft-die-sonne-ein-und-bringt-uns-eine-mini-eiszeit_id_4813214.html https://de.sott.net/article/13233-Kleine-Eiszeit-Sonne-hat-geringste-Aktivitat-seit-100-Jahren http://www.n-tv.de/wissen/Mini-Eiszeit-ab-2030-vorhergesagt-article15515231.html http://www.eike-klima-energie.eu/klima-anzeige/kommt-bis-2030-eine-mini-eiszeit-und-hat-die-sonne-zwei-dynamos/ http://www.pravda-tv.com/2014/01/die-sonne-schlaft-droht-eine-neue-eiszeit-video/ https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/menschgemachter-klimawandel-unterdrueckt-die-naechste-eiszeit http://www.welt.de/geschichte/article149168932/Der-Klimawandel-hat-Europa-schon-einmal-zerstoert.html