Ist der globale Crash gewollt?

25. Januar 2017 von QUERDENKEN-REDAKTION
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25. Januar 2017  (Redaktion) Die düsteren Warnungen vor dem großen Crash intensivieren sich in allen Medien. Nun gibt es eine neue Facette in den Mutmaßungen: die Trump-Varianten a), b), c) und d). Alle vier entbehren nicht einer gewissen verschwörungstheoretischen Ader.

Variante a) barmt, weil Trump ja so ein fürchterlicher Grobian und ahnungsloses Trumpeltier ist, wird er die komplizierte Weltwirtschaft und das fragile Weltfinanzsystem aus Dummheit und Grobschlächtigkeit niederreißen und die ganze Welt wird in Krieg und Chaos versinken.

Variante b) geht davon aus, Trump sei ein vollkommener Außenseiter und von allen Mächtigen und Gebildeten gehaßt, und man wolle und könne nicht mit ihm als Präsident zusammenarbeiten und werde auch deshalb alle seine Versuche, die USA wieder auf Erfolgskurs zu bringen, vor die Wand laufen lassen, und Trump dergestalt scheitern lassen und aus dem Amt jagen. Auf Generationen werde man den schrecklichsten aller Crashs mit dem Namen Trump verbinden.

Variante c) vermutet, daß Trump kein Außenseiter ist, sondern der neue Protagonist der Welteliten, und daß die Beschimpfung Trumps als „Abrißbirne“ gar nicht so falsch ist. Trump sei ins Präsidentenamt geschickt worden, um den längst überfälligen und geplanten „Abriß“ des Weltwirtschafts-/Finanzsystems durchzuführen. Und genau deshalb habe man jemanden ausgewählt, der als nicht zur globalen Nomenklatura gehörend gilt. Variante c) ist teilkompatibel mit b).

Variante d) schätzt die Lage so ein, daß Trump der Kandidat einer Fraktion der Welteliten und die letzte Chance für das große Aufräumen ist. Man wolle  – angesichts der globalen Verwüstungen, die ein weltweiter Crash mit sich bringen könnte – doch lieber noch einmal einen anderen Weg einschlagen. Ansonsten würden die Eliten wieder einmal den Resetknopf drücken, wie sie es schon mehrfach getan haben.

Namhafte Autoren beschäftigen sich schon länger mit den Gründen des seit 2008 drohenden, globalen Crashs. Und auch hier gibt es gewichtige Experten und Fachleute, die unumwunden sagen, daß die Dinge seit 2008 nicht nur nicht besser, sondern erheblich schlimmer geworden sind – und daß ein „Bereinigen“ der Situation auch gar nicht gewollt sei. Die Buchtitel der zur Zeit populärsten und gefragtesten Autoren Marc Friedrich und Matthias Weik heißen denn auch schnörkellos und direkt  „Der größte Raubzug der Geschichte“ und „Der Crash ist die Lösung“. 

Zitat von Marc Friedrich: „Die Probleme wurden bei Weitem nicht gelöst, sondern lediglich in die Zukunft verschoben. Seit 2008 haben wir uns teuer Zeit erkauft auf Kosten der Sparer, der Steuerzahler und der Demokratie. Grund hierfür ist die Allmacht der Finanzbranche. Mehr denn je gilt: Geld regiert die Welt. Wir haben uns gefragt, warum hat sich nichts geändert und sind bei der Recherche auf folgendes Ergebnis gekommen: Weil es nicht gewollt ist und ferner, dass die Krisen sogar erwünscht sind. Die Politik ist machtlos und hat im Zuge der Deregulierung das Monster Finanzkapitalismus von der Leine gelassen, was nicht mehr eingefangen werden kann.“ Quelle: https://www.bilanz.de/redaktion/krise-kapitalfehler-friedrich-weik

Zitat von Matthias Weik: „Obwohl der Neoliberalismus total versagt hat, bleibt man dem gescheiterten Kamikazekurs treu. Warum ist das so? Ein Wandel ist überhaupt nicht gewollt. Noch schlimmer: Krisen sind gewollt und erwünscht. Niemals zuvor ist das Vermögen der Superreichen schneller und stärker gewachsen, nie konnten Staaten sich günstiger ver- und auf Kosten der Bürger entschulden. So pervers es auch klingen mag, aber aus den Krisenverursachern sind die Krisengewinner geworden. Damit ist der Finanzbranche zusammen mit der Politik etwas Unglaubliches gelungen: Nämlich uns alle die Krisenkosten bezahlen zu lassen und die eigene Macht zu zementieren. Heute ist nicht mehr von der Hand zu weisen, dass Krisen in bestimmten Kreisen willkommen und sogar gewollt sind. Diejenigen, die vom System profitieren, werden alles daran setzen, den Status Quo auf Kosten der Menschen aufrechtzuerhalten.“ Quelle: https://www.bilanz.de/redaktion/krise-kapitalfehler-friedrich-weik

Deutlicher kann man es wohl kaum sagen.

Daß diese Strategie des Finanzkapitalismus ist keineswegs neu. Die Hypothekenkrise in den USA, die zur „subprime-crisis“ 2008 führte und auch der berüchtigte „Schwarze Freitag“ 1929 waren keine schicksalhaften und nicht zu verhindernden Ereignisse, wie schon in verschiedenen Publikationen dargelegt wurde.

Sehr eindrucksvoll werden die Hintergründe des „schwarzen Freitags“ 1929 in dem Film mit Curd Jürgens aus dem Jahr 1966 geschildert. Curd Jürgens spielt hierin den korrupten und gewissenlosen Börsenbroker Richard Whitney in dem ZDF-Theater-Fernsehfilm. Der Film versucht die Frage zu beantworten, wie es zur großen Tragödie kam. Die Parallelen zur Subprimekrise in den Vereinigten Staaten 2007 sind nicht zu übersehen.

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