Frontmeldungen aus dem Propagandakrieg: MH17, versehentliche Bombardierungen und ein ausgebrannter Hilfskonvoi

23. September 2016 von Niki Vogt
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22. September 2016 (von Niki Vogt, Bild: fpolat69 / Shutterstock.com) Die US-Amerikaner haben gerade in Syrien die Hosen heruntergezogen bekommen wegen der „versehentlichen“ Bombardierung regulärer syrischer Truppen. Die Begleitumstände waren derartig entlarvend, daß Rußland mit allgemeiner Zustimmung den Verdacht äußerte, daß es sich um eine geplante Aktion handelte. Zeitgleich zu den Bombardierungen starteten die Islamisten einen gut vorbereiteten Vorstoß auf wichtiges Terrain, das sie, dank des Feuerschutzes durch die USA, auch erobern konnten.
Die USA mußten zur Kenntnis nehmen, daß niemand ihrer Geschichte vom Versehen glaubte und sie international diskreditiert waren.
Eine Überraschung wäre es nicht, wenn man in altbewährter Manier wieder eine Propagandalüge oder gleich eine veritable False Flag in die Welt setzen würde, um die Gegenseite mit Dreck zu bewerfen. Nun ist also ein Hilfskonvoi angegriffen und vernichtet worden, mit vielen Toten und Verletzten, heißt es, und das seien mutmaßlich die Truppen Assads gewesen, heißt es. Beweise für irgendetwas? Fehlanzeige. Selbst NATO Generalsekretär Jens Stoltenberg, der keine Möglichkeit verstreichen läßt, mit lautem Säbelrasseln gegen Rußland auf jede Möglichkeit zu reagieren, die sich bietet, hält sich auffällig bedeckt und möche nicht „spekulieren“, was sich zugetragen haben könnte.

Rußland hält sich ebenfalls sehr zurück und spricht davon, daß man Beweise sammeln und sichten müsse. Auch beim Besuch Sigmar Gabriels bei Putin, reagiert dieser bei dem Thema „Kriegsverbrechen Hilfskonvoi“ äußerst verhalten, und Gabriel stärkt öffentlich Putins Position. Erstaunlicherweise führt der Besuch Sigmar Gabriels zu der Ankündigung, daß die Sanktionen gegen Rußland nun schrittweise abgebaut würden. Die USA reagieren „beunruhigt“, anscheinend konnte sich Gabriel das aber erlauben. Er wird nicht zurückgepfiffen. Nicht einmal von Merkel.

Auch die heutige Nachricht, daß der russische Waffenhersteller Almaz-Antey „überraschend“ Radar-Aufzeichnungen über den Abschuß des malaysischen Passagierfliegers Flug MH17 im Grenzgebiet der Ukraine zu Rußland im Archiv gefunden haben will, und der russischen Regierung übergeben habe, paßt ins Bild. Diese Aufnahmen sollen an die niederländische Untersuchungskommission zu MH17 weitergeleitet werden. „Die Aufnahmen könnten entscheidende Erkenntnisse über den Hergang des Abschusses geben.“ heißt es.

Zuerst einmal fällt es schwer zu glauben, daß diese Radaraufzeichnungen tatsächlich gerade eben erst zufällig gefunden wurden. Almaz-Antey wird sich bereits darüber bewußt gewesen sein, schon als der Angriff auf das Flugzeug geschah, daß sie Radaraufnahmen davon haben. Warum hat man sie bisher zurückgehalten? Zweitens ist es vollkommen ausgeschlossen, daß diese Aufnahmen nicht sofort ausgewertet und analysiert wurden, selbst wenn sie „überraschend“ aufgetaucht sind. Die Russen blöken so eine Information nicht unbedacht in die Welt, ohne einen Plan zu haben und zu wissen, was auf den Aufnahmen zu sehen ist. Mit Sicherheit nicht, daß die Separatisten mit einer BUK die Maschine Flug MH17 heruntergeholt haben, denn dann hätte Rußland diese Aufnahmen vernichtet oder in den Giftschrank eingeschlossen.
Warum also verkündet Rußland das Ergebnis nicht gleich?
Auffälligerweise tauchen diese Aufnahmen gerade jetzt auf, wo die Amerikaner „red handed“ (mit Blut an den Händen) als die perfiden Angreifer auf die „verbündeten, regulären syrischen Truppen“ und die heimlichen Verbündeten der Dschihadisten bloßgestellt wurden, und sich wenige Tage darauf ein bösartiger und feiger Angriff auf einen Hilfskonvoi ereignet, der nun zum Ausgleich den Russen bzw. den Assad in die Schuhe geschoben werden soll. Und … wunderbarerweise kommen die westlichen Offiziellen dann doch plötzlich zu der Einsicht, daß man die Umstände des Hilfskonvoi-Angriffes doch erstmal genauer untersuchen müsse.
Zeigt Rußland hier dezent eines der Folterwerkzeuge vor, die es noch in Petto hat? Ist das eine der Ankündigungen, was sie noch alles an brisanten Informationen haben, die sie bei Bedarf veröffentlichen können?
Sollen die Niederländer sich die Radaraufnahmen bzgl. MH17 mit eigenen Augen ansehen dürfen um „den Westen“ zu informieren, daß da tatsächlich äußerst kompromittierendes Beweismaterial vorliegt und daß der Westen gut daran tut, dieses und weitere Fässer der Propagandakriegsführung nicht aufzumachen? Wäre das nicht viel wirksamer, als gleich die Beweislage zu veröffentlichen, was wahrscheinlich nur zu wütenden, westlichen Dementi führen würde, Vorwürfen, daß das Material gefälscht sei und noch größeren Anstrengungen in der antirussischen Propaganda?
Und warum warten jetzt plötzlich die Amerikaner mit einer höchst fragwürdig zusammengeschusterten Satellitenaufnahme auf? „CNN hat ein Satellitenfoto veröffentlicht, das ein erster Beleg der US-Regierung dafür sein soll, dass Flug MH17 von den Rebellen in der Ost-Ukraine abgeschossen wurde. Dieses Foto zeigt allerdings nicht, was am Unglückstag oder davor geschehen ist, sondern ist eine Fotomontage: Über der Landschaft der Ostukraine sind zwei Fluglinien in Grün und Gelb eingezeichnet. Sie sollen zeigen, von wo die Rakete gegen die Maschine abgeschossen worden sein soll und wo Flug MH17 getroffen wurden. Mit orangen und gelben Kreisen werden Detonationen und Absturz veranschaulicht.“
CNN berichtet lediglich, die Washington habe diese Satellitenaufnahme zur Verfügung gestellt. Diese stammt, wie die Herkunftskennung unten links im Bild verrät, von der privaten Company „Digital Globe“, und der Tag der Aufnahme ist nicht der Tag, an dem es geschah. So schreiben auch die Deutschen Wirtschaftsnachrichten, das Fotostamme von der privaten Bildagentur DigitalGlobe aus Nevada, die laut Eigenbeschreibung als privater Dienstleister für Geheimdienste arbeitet. Auffällig: Das Foto stammt aus dem Jahr 2010.“
Auch hier gilt: Es ist sehr unwahrscheinlich, daß die USA irgendetwas valides in der Hand haben, das die russische Beteiligung an derm Abschuß der MH17 belegt. Das wäre längst veröffentlicht worden. Aus der Ukraine kommt sofort Schützenhilfe. Der Pressesprecher des ukrainischen Geheimdienstes SBU, Vitaly Nayda,  sagte „Ein von den Russen trainierter, gut ausgerüsteter, gut ausgebildeter Offizier hat den Abschuß-Knopf ganz bewußt gedrückt.“ Auch diese Behauptung ist komplett neu, Beweise dafür konnten nicht angeführt werden.
Weiter schreiben die Deutschen Wirtschaftsnachrichten: „Interessanterweise berichtet CNN weiters, dass die US-Geheimdienste noch damit beschäftigt seien, „abgefangene Telefonate, Social Media und Informationen vom Boden“ auszuwerten, um herauszufinden, ob „russische Offizielle eine direkte Rolle bei dem Abschuss gespielt haben“. Diese zurückhaltende Aussagen von zwei Geheimdienst-Quellen deckt sich mit der Skepsis von anderen Regierungsquellen nach der ersten Sichtung der Fotos. (…) Die Amerikaner wollten ihre Auswertung eigentlich bereits am Wochenende abgeschlossen haben, wie die ARD in Aussicht gestellt hatte. Doch offenbar hatten CIA-Analysten erhebliche Zweifel an einer brauchbaren Version: So sollen auf den von Spionage-Satelliten aufgenommenen Fotos ukrainische Soldaten mit der ominösen Buk-Batterie zu sehen sein.“
Das alles wirkt, wie ein mit heißer Nadel gestrickter Gegenschlag der USA, um wenigstens noch Verwirrung zu stiften, wenn man schon fürchten muß, in Sachen MH17 auch noch bloßgestellt zu werden. So, daß die genervte Weltöffentlichkeit sich frustriert auf ein „Naja, da hat jede Seite andere Beweise vorzulegen, da kann man doch keinem glauben“ zurückzieht.
Festzuhalten ist, daß diese wüste Propagandaschlacht seit dem angeblich von Russen zu verantworteten Angriff auf den Hilfskonvoi in direkter Folge des angeblich versehentlichen, tödlichen Luftangriffes der USA auf die reguären, syrischen Truppen mit der gleichzeitigen Offensive der Islamisten richtig heißäuft.

Das Narrativ der Westpresse behauptet, bei der Attacke auf den Hilfskonvoi „nahe Aleppo“, der Angriff müsse von russischer oder syrischer Luftwaffe erfolgt sein. Russische Kampfjets seien über dem Konvoi geflogen und hätten einen Luftangriff gemacht. Hier ein Video mit sehr interessantem Material, das man sich genauer anschauen sollte.

 

Bei genauer Betrachtung der überall aufgenommenen LKWs fällt außerdem auf, daß sie nicht zerfetzt und in Stücke zerschossen sind, sondern nur ausgebrannt.
Es sind auch nirgendwo Einschlagkrater von Missiles der Kampfjets zu sehen. Allerdings können Kampfjets auch eine gewisse Anzahl Bomben unter ihrem Rumpf transportieren.
Der Lastwagen bei Minute 04:10 soll angeblich von so einer Missile getroffen worden sein. Daß die Motorhaube im Ganzen weggeflogen ist, deutet eher auf eine Druckwelle hin. Bei einem Raketentreffer wäre weder der Motor noch unbeschädigt, noch die Kabinentür in ihren Angeln und scon gar nicht ohne Splitter-Einschuß-Löcher. Es ist auch unerklärlich, daß die Fensterscheiben trotz so einer starken Druckwelle, die eine schwere LKW-Motorhaube wegfetzt, vollkommen unbeschädigt bleiben, und trotz Druckwelle, Staub, Asche und Dreck der freiliegende Motor blitzsauber ist, der LKW und die Umgebung aber von Staub und Asche bedeckt.
Die Seltsamkeiten häufen sich in dem obigen Video. Interessant auch, daß umliegend die Häuser zerstört sind und überall Schutt und Dreck zu sehen ist, die LKWs aber außer Brandspuren nicht zerschossen sind, und die herumgeflogenen Hilfsgüter kaum schmutzig und unter Staub verschüttet sind.
Wir sollten diese Propaganda aufmerksam beobachten und keine voreiligen Schlüsse ziehen. Interessant ist das betont gute Einvernehmen, mit dem Sigmar Gabriel aus Moskau wiederkehrt, die Aussichten auf ein Ende der Sanktionen gegen Rußland in den Medien berichtet werden, und Putin von seinen Freunden in Deutschland spricht. Das hätte sich ein führender, deutscher Politiker noch bis vor wenigen Monaten nicht getraut.
Offenbar verliert die USA massiv an Macht. Außerdem kommt sie anscheinend nicht mehr mit ihren Kriegslügen so ungehindert durch und wird in ihrer Kriegspropaganda und den False Flags hektisch und nachlässig. Rußland hingegen spielt sehr bedächtig seine Trümpfe aus und scheint die Amerikaner über’s Feld scheuchen zu können.