Der Fall Mollath und andere: staatlicher Mißbrauch der Psychiatrie in Deutschland. Steckt dahinter System?

7. Mai 2016 von Michael Friedrich Vogt
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07. Mai 2016  Dr. med. Friedrich Weinberger im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt. Die bewußte und intelligente Manipulation der Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element demokratischer Gesellschaften. Diejenigen, die diesen unsichtbaren Mechanismus steuern, bilden eine unsichtbare Regierung, die die wahre Regierungsmacht in unserem Land darstellt. Wir werden regiert, unsere Gedanken modelliert, unsere Geschmäcker geformt, unsere Ideen weithin von Männern suggeriert, von denen wir noch nie etwas gehört haben.“ Mit diesem Zitat von Edward Bernays, des Neffen Sigmund Freuds, ist die tatsächliche Wirklichkeit des westlichen Gesellschaftssystems passend umschrieben.

UN-Sonderberichterstatter über Folter, Juan E. Méndez in Berlin

Berlin, den 19.6.2014. Der UN-Sonderberichterstatter über Folter, Juan E. Méndez wird von einer Delegation von Psychiatrie-Überlebenden begrüßt. Anlaß seines Besuchs war eine Einladung der DGPPN.

Schon seit geraumer Zeit wird die deutsche Psychiatrie nicht nur von Menschenrechtsaktivisten, sondern auch auf der internationalen, politischen Bühne mißtrauisch beäugt. So erklärte der Sonderberichterstatter über Folter des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Juan E Méndez, in der 22. Sitzung desHuman Rights Councilam 4. März 2013 Zwangsbehandlung in der Psychiatrie zu Folter bzw. grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung. Er forderte, daß alle Staaten ein absolutes Verbot aller medizinischen, nicht einvernehmlichen bzw. jeglicher Zwangsbehandlungen verhängen sollten einschließlich nichteinvernehmlicher vorgenommener Eingriffe wie Psychochirurgie, Elektroschocks oder Verabreichung bewußtseinsverändernder Drogen sowohl in lang- wie kurzfristiger Anwendung.

Als konkrete Fallbeispiele nennt Weinberger unter anderem die bundesweit bekannt gewordenen Fälle Gustl Mollath, der, nachdem er Schwarzgeldgeschäfte, in der auch seine damalige Ehefrau verwickelt war, angezeigt hatte und daraufhin über sieben Jahre in der Psychiatrie verschwand sowie die Affäre um die hessischen Steuerfahnder um Rudolf Schmenger, die offenkundig für den Geschmack einiger deutschen Machthaber etwas zu gründlich ermittelten und deswegen per psychiatrischer Begutachtung vorzeitig in Rente geschickt und damit kaltgestellt wurden.

Hierin sieht Weinberger auch den Grund für den Mißbrauch der Psychiatrie, daß Machthaber unterschiedlichster Färbung auf unterschiedlichsten Ebenen sie allzu gern ge- und mißbrauchen und weiterhin gebrauchen wollen, um Oppositionelle und ggf. ganze Gruppen, ganze Lager, die das System hinterfragen, zu erledigen, sie zu dikreditieren oder gänzlich aus dem Verkehr zu ziehen und sich ihrer so zu entledigen.

Und dabei behalten die Befehlsgeber solcher Meinungsunterdrückungsaktionen stets eine saubere Weste. Denn es sind die Ärzte, Psychologen und andere „Sachverständige“, welche die Drecksarbeit erledigen – versehen mit einem international- „wissenschaftlichen“ Gütesiegel.

Websites: www.psychiatrie-und-ethik.de/wpgepde www.psychiatrie-und-ethik.de/wpinfcde

Kontakt: Walter-von-Baeyer-Gesellschaft für Ethik in der Psychiatrie e.V. Alpspitzstr. 27 D–82467 Garmisch-Partenkirchen Tel.: +49 (0)8821 – 9677990 Fax: +49 (0)8821 – 9434667 E-Mail: info@psychiatrie-und-ethik.de

INFC (De) – Internationales Netzwerk der Freud-Kritiker www.psychiatrie-und-ethik.de/wpinfcde

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/12/Philippe_Pinel_%C3%A0_la_Salp%C3%AAtri%C3%A8re.jpg/1024px-Philippe_Pinel_%C3%A0_la_Salp%C3%AAtri%C3%A8re.jpg

Dr. Philippe Pinel in der „Salpêtrière“, dem Nervenkrankenhaus für geisteskranke Frauen in Paris, ca. 1790. Pinel war ein Revolutionär der Psychiatrie und befahl, die Patientinnen von ihren Ketten zu befreien. Er holte die Patienten aus oft dunklen, beängstigenden Verliesen und brachte sie in hellen, luftigen, sonnigen Räumen unter. Er erzielte weit beachtete Erfolge. Noch Anfang 1800 hatten England und Frankreich zusammengenommen nur einige Hundert mental kranke Patienten in den Hospitälern. Schon 1890 lag die Anzahl der Patienten in den Hunderttausenden. Wieder wandelten sich die Hospitäler zurück in gefängnisähnliche Institutionen und alle Fortschritte waren verloren. Gemälde, Öl auf Leinwand von Tony Robert-Fleury, 1795.