Bericht aus der Ukraine vom 03. Februar 2017

2. Februar 2017 von QUERDENKEN-REDAKTION
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03. Februar 2017 (von unseren Quellen aus der Ukraine) Seit dem 20.1.17 greifen die ukrainische Armee sowie die ultrarechten Freiwilligen-Bataillione und ausländischen Söldnertruppen massiv den Donbass an. Man versucht verzweifelt und mit allen Mitteln den Durchbruch in den Donbass bei Awdeewka und Debalcewo.

Am 20.1. haben sich dabei die ukrainischen Truppen gegenseitig unter Feuer genommen und sich selbst enorme Verluste beigebracht. Offizielle Zahlen sind nicht bekannt, aber   die fahrbaren Krematorien wurden nach Kramatorsk gebracht, wie die dort lebenden Einheimischen beobachteten. Man munkelt, daß die Ukrainischen Truppen bei dem „friendly fire“ Verluste zwischen 500 und 1000 Soldaten verursacht haben.

Der Beschuß der Ukraine auf den Donbass wird nach bekannter Manier gezielt auf Wohngebiete, Krankenhäuser, Schulen, Altenheime und wichtige Infrastuktur wie Wasserwerke und Umspannwerke gelenkt. Dutzende Zivilisten sind in den letzten Tagen wieder ums Leben gekommen. Der Donetzker Vorort Kubiiewskij wird zur Zeit evakuiert, da dieser Stadtteil besonders stark unter Beschuß geraten ist. Hier sind 50.000 Menschen – Zivilisten – geradezu einem Genozid ausgesetzt. Man schießt jetzt sogar mit Panzerabwehrraketen in die Wohngebiete. Am 1. Februar hat ein BUK-Raketenwerfer der ukrainischen Arme eine OSZE-Beobachtungs-Drohne abgeschossen. In Luhansk ereignete sich am selben Tag gegen Mittag eine schwere Explosion. Im Moment ist noch unklar, was an Schaden angerichtet wurde und wieviele Zivilisten ums Leben kamen.

Wie sich so ein Raketenangriff auf eine Stadt so als Bewohner anfühlt, kann man hier sehen (laufen lassen, auch wenn es schwarz wird, weil es läd):

Hier ein Video aus der Ukraine, das die ukrainischen Truppen als tapfere Kämpfer darstellt. Interessant dabei ist, daß man hier ganz offen und ungeniert zeigt, wie mit pausenlosem Artilleriefeuer auf menschliche Siedlungen gefeuert wird. Man möge sich einmal kurz vorstellen, die Soldaten in dem Video seien russisches Militär und die beschossenen Städte syrisch. Die Aufregung in Medien und Politik wäre grenzenlos. Da es aber nur die menschen im Donbass sind – also russischer Abstammung, ist das Gemetzel unter der Zivilbevölkerung keine Zeile wert. Der oberste Befehlshaber über die ultrarechten Bataillone und Verursacher dieser Massaker an der Donbass-Zivilbevölkerung, Petro Poroschenko, wird mit allen Ehren in Berlin empfangen.

Die Wasserversorgung für Donetzk und Awdeewka ist zusammengebrochen, da man die Wasseraufbereitungsanlagen zerschossen hat. Ebenso sieht es bei der Stromversorgung aus, die Städte sind ohne Stromversorgung. Es sind ca. 1 Million Menschen von der Wasserversorgung abgeschnitten. Die Lebensverhältnisse sind furchtbar. Keine Hilfstruppen des Westens kommen hierher, niemand sorgt sich um das Leben der Menschen in den Städten. Aber die Luhansker und Donetzker lassen sich nicht einschüchtern und entfernen die Trümmer und Scherben und räumen auf. Die Älteren unter uns hier mögen sich vielleicht noch an die Bombardements des Zweiten Weltkrieges erinnern.

Quellen: http://www.dnr-news.com//38730-vodosnabzhenie-donecka-poln https://defence.ru//armiya-dnr-unichtozhila-ukrainskuyu-a/

Seit Montag verteidigt nun der Donbass-Widerstand energisch und besser bewaffnet. Das Kriegsgerät wurde wieder an die Frontlinie gebracht. Bis Montag hatte sich der Donbass-Widerstand mit der Verteidigung durch schweres Kriegsgerät noch zurückgehalten, um die Situation nicht noch anzuheizen. Dies war auch der Grund, warum Poroshenko seinen Berlin-Besuch abbrach. Die ukrainische Armee hatte Montag schwere Verluste zu verzeichnen. Ein weiterer Grund für die überstürzte Rückkehr Poroshenkos könnte gewesen sein, daß man für Dienstag den wohl größten Sabotageakt in Donetzk geplant hatte, der aber vereitelt wurde. Der SBU hatte einen Donetzker Bürger, der in die von der Ukraine besetzte Zone ausgereist war, mit Drohungen und Einschüchterungen unter Druck gesetzt. Er erhielt den Auftrag, in Donetzk neben dem Treibstoff und Munitionslager eine Sprengladung an einem Tanklastzug anzubringen. Zu diesem Zweck gab man ihm eine Aktentasche mit Sprengstoff und Zünder, sowie Magneten zur Anbringung am Tanklastzug. Der Mann reiste zurück nach Donetzk und übergab die Aktentasche dem Sicherheitsdienst der DVR (Donetzker Volks Republik). Wäre der Terroranschlag tatsächlich durchgeführt worden, wäre durch die am Tanklastzug ausgelöste, große Explosion das gesamte Treibstoff- und Munitionslager drumherum in die die Luft geflogen, ein Großbrand ausgebrochen und im Umkreis von 10 km hätte nichts und niemand überlebt.

Bisher sind alle Invasionsversuche Kiews in den Donbass gescheitert und haben nur große, eigene Verluste gebracht. Das schreckliche Drama ist auf beiden Seiten: Die zwangsrekrutierten jungen Männer der ukrainische Armee, blutjung, verängstigt und schlecht ausgebildet, werden an die vorderste Front geschickt. Geraten die Jungens unter das Abwehrfeuer der Donbassverteidiger und versuchen, sich zurückzuziehen, feuern die ultrarechten Freiwilligenbataillone auf die jungen Rekruten, um sie zurück an die Front zu zwingen. Die Wehrpflichtigen werden gnadenlos als Kanonenfutter verheizt.

Das ist allerdings in der ukrainischen Bevölkerung auch bekannt, und – wie wir schon des öfteren berichtet haben – deshalb sind die meisten ukrainischen Männer entweder ausgewandert, haben sich nach Polen oder Rußland abgesetzt und verstecken sich vor den „Anwerbern“ und Requirierern der Armee.

Am 1. Februar, am späteren Abend, gab der militärische Führer der Donbassarmeen, Sachartshenko, eine Pressekonferenz. Sein Fazit: Die Ukrainer haben außer ca. 200 gefallenen Soldaten nichts erreicht. Das Ziel des ukrainischen Angriffes war, die LVR (Luhansker Volksrepublik) und DVR (Donetzker Volksrepublik) durch Geländegewinne zu trennen, also einen räumlichen Keil dazwischen zu treiben. Sachartshenko sieht in der neuen Angriffswelle die letzten Zuckungen der Kiewer Regierung. Poroschenko sei es gleich, ob er eigene Soldaten oder Zivilisten tötet. Möglicherweise könnte der Grund in den wütenden Angriffen der Kiewer Regierung darin liegen, daß man weiß, daß der neue Präsident Trump das Gespräch mit Rußland sucht und die Ukraine ein nicht unwesentlicher Bestandteil einer US-amerikanisch-russischen Vereinbarung werden wird. Es ist wahrscheinlich, daß die alten Eliten aus Washington in Zukunft nicht mehr da sein werden, um die Regierung in Kiew mit allen Mitteln gegen Rußland zu unterstützen. Hier könnte Sachartschenko zu Recht den Abgesang der jetzigen Kiewer Regierung voraussagen.

Und auch im Volk der Westukraine hofft man auf einen Wandel durch Präsident Trump. Der Widerstand in der Westukraine nimmt bemerkbar an Fahrt auf. Hier geht die Parole um: Wenn wir jetzt keine massiven Proteste starten und nicht gegen die „Junta“ vorgehen, enden wir wie Griechenland und Lybien.