Bericht aus der Ukraine, 29. August 2016

29. August 2016 von QUERDENKEN-REDAKTION
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29. August 2016 (von unseren Quellen aus der Ukraine) Der 25. Unabhänigkeitstag der Ukraine am 24.8.16 wurde mit einer großen Militärparade in Kiew gefeiert. Allerdings „feierte“ die Junta praktisch unter sich. Außer dem polnischen Präsidenten Duda mit einem Gardisten-Bataillon im Gefolge waren keine Ausländer anwesend.

Rund um die Ehrentribüne mit der “Polit-Prominenz“ wurden ungefähr Tausend bezahlte Statisten plaziert, die die Aufgabe hatten „Heil Ukraine und Heil den Helden“ zu rufen und die Hetzreden gegen Rußland zu bejubeln. Das ganze Szenario erinnerte sehr an die letzten Festlichkeiten der DDR, kurz bevor die Mauer fiel und die DDR Geschichte war. Auch hier, in Kiew, waren über 90% der jubelnden Zuschauer rund um die Tribüne und den Straßenrändern in der Nähe der Politprominenz, wo die Kameras draufhielten Beamte und öffentlich Angestellte, die zur Parade abkommandiert worden waren. Auch viele der blau-gelben Fähnchenschwinger haben gegen umgerechnet 6 Euro Gage die begeisterten Zuschauer gemimt.

Ansonsten hielt sich das Interesse der ukrainischen Bevölkerung eher in Grenzen. Die Kiewer hatten irgendwie keine Lust zum Feiern.

Männeken PissIn Brüssel haben der EU-Botschafter und ukrainischen Nationalisten das Männeken Piss in eine Kosakenuniform gesteckt. Der PR Gag ging aber ziemlich nach hinten los: die Kosakenuniform, weiss, blau, rot entspricht den Farben der Nationalflagge der Russischen Föderation. Unterhalb des Männeken wurde die ukrainischen Fahne angebracht und Männeken Piss entlehrt sich auf die ukrainische Flagge. Es sieht eben so aus, als ob die Russen auf die Ukraine pissen.

In der Ukraine traf dieses Bild auf der unterschiedliche Reaktionen. Die Einen lachten über das Selbsttor, die anderen regten sich darüber auf, wie man so blind und dumm sein kann. Andere hielten es für eine gewollte Sabotage und hatten sogar russische Täter im Verdacht.

Die Generalprobe der Parade in Kiew fand kurz vorher statt. Man konnte ungehindert Fotos machen. Mit großem Pomp wurden Luftabwehrraketen des BUK-Systemes – über welches die Ukraine ja angeblich nicht verfügt – vorgeführt. Wir erinnern uns: Man schrieb den Abschuß des Fluges der MH17 über dem Donbass, also dem Grenzgebiet zwischen Ukraine und Rußland den „Separatisten“ in die Schuhe. Angeblich erfolgte der Abschuß mithilfe solcher BUK Raketen wurde angeblich die MH 17 über dem Donbass in 2014 abgeschossen. Die Möglichkeit, daß es die ukrainischen Truppen waren, wurde ins Reich der Böswilligen Lügen verwiesen, die ukrainische Armee verfüge überhaupt nicht über das russische BUK-Raketen-System. Nunja, hier ist es, gleich eine ganze Gruppe von Lastwagen und Begleitfahrzeugen – und es wurde auf der Parade stolz vorgeführt, und vom Fernsehen übertragen (Screenshot).

Kiew Parade Buk System

Zur Feier des denkwürdigen Tages am 24.8. übergab Poroshenko den Regime-Truppen 141 Stck. modernisierte Kriegsgeräte, wie schwere Panzer, Schützenpanzer, Artillerie-Selbstfahrlafetten, Panzerfahrzeuge, Kampfjets und Hubschrauber. Das Kriegsgerät wird nun an die Donbass-Front verlegt und gegen die Donbass-Bevölkerung eingesetzt, so Poroshenko. Weiter erklärte er, daß die USA, NATO und einige europäische Partner zusammengerechnet über 700 Stück an Kriegstechnik und Ausstattung der Ukraine übergeben hat. In seiner Festrede proklamierte Poroschenko, daß über Donetzk, Luhansk und der Krim die ukrainische Flagge wehen muß.

Wie es sich zu einem solchen „Jubiläum“ 25 Jahre Unabhängigkeit der Ukraine“ gehört, wurden „Orden und Medaillen“ an die „Gönner der Ukraine“ verliehen. Die Auswahl der mit Orden Geschmückten ist vielsagend:

– Den Orden der „Freiheit“ erhielt der (Kriegstreiber) John McCain, – den Orden „Fürst Jaroslaw der Weise“ wurde Carl Bildt um den Hals gelegt – und Johannes Cornelius van Beelen erhielt den „Verdienstorden der Ukraine“. – Last, but not least erhielt Rebecca Harms die Medaille „ 25 Jahre Unabhängigkeit der Ukraine“. Den hatte sie sich wohl mit ihrer Aussage 2014 anläßlich des „geglückten Maidan“ verdient“. Zitat: „Ich, die sehr zurückhaltend bin, was Flaggen und Hymnen betrifft, habe „Slawa Ukraine – Heil Ukraine“ gerufen und geweint.“

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Derweil kommen die Kredite der EU und des IWF einfach nicht ins Laufen. Die Verhandlungsrunde für August wurde vom IWF abgesagt. Tatsächlich wird die Ukraine ganz offiziell von der EU erpreßt: die „Hilfe“ in Höhe von 600 Millionen Euro erhält die Ukraine nur, wenn sie das Gesetz für das Ausfuhrverbot von Rundholz außer Kraft setzt! Zum Verständnis: Das Moratorium auf den Export von Rundholz und unbearbeitetem Sägeholz wurde vom Parlament der Ukraine am 9.4.2015 für 10 Jahre beschlossen. Das Gesetz war beschlossen worden, um die unkontrollierte Ausfuhr von Holz zu verhindern und somit die ukrainische Holzindustrie zu unterstützen. Jazenjuk hatte bereits um März 2016 versucht, das Gesetz zu kippen, scheiterte aber am Widerstand des Parlamentes. Die Parlamentarier wissen, daß ansonsten ein großflächiges Abholzen der ukrainischen Waldgebiete ansteht und das wertvolle Holz zu Schleuderpreisen an die USA und Europa geht. Abgesehen davon ist bei den ausbeuterischen Gaspreisen und dem dramatischen Kohlemangel in der Westukraine (die Kohleminen liegen im Donbassgebiet und gelangen kaum noch in die Westukraine) das Holz noch eine Reserve für die ukrainische Bevölkerung zu heizen und zu kochen, ohne daß fast der gesamte Monatslohn draufgeht.

Ansonsten gehen die Repressalien hauptsächlich in den Regionen der Ostukraine unvermindert weiter, in denen die Bevölkerung zu den Volksrepubliken im Donbass hält, aber von der ukrainische Armee und den freiwilligen, ultrarechten Bataillonen besetzt und heimgesucht ist.

Ein Gericht in Kramatorsk hat die Festnahme des Bürgermeisters von Dshershinsk (vor kurzem auf Torezk umbenannt) für 60 Tage angeordnet. Der Bürgermeister wird des Angriffs auf die territoriale Integrität der Ukraine beschuldigt. Die Einwohner von Dshershinsk hatten sich in Protestaktionen gegen die Stationierung von Kiewer Truppen und Kriegstechnik gegen den Donbass in Dshershinsk ausgesprochen. Die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine geht mit ihren Ermittlungen zielstrebig vor. Gegen den russischen Verteidigungsminister Schoijgu laufen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen und man will Schoijgu in Kiew vorladen, um dann ein Strafverfahren zu eröffnen. Ebenfalls soll gegen Putin ein Strafverfahren eröffnet werden und falls sich beide russischen Politiker der ukrainischen Justiz entziehen, soll ein Internationaler Haftbefehl über Interpol erwirkt werden.

Vom 24. auf 25.8. wurden in Gorlowka wieder massiv Wohngebiete bombardiert. Zwei Zivilisten wurden in ihren Häusern getötet. In Donetzk explodierte am 25.8. vormittags ein Bombe, 1 Zivilist kam ums Leben, 4 wurden schwer verletzt.

Quelle: http://www.dnr-news.com/…/35025-kolichestvo-pogibshih-ot-ob… Fotos (Achtung: 18+): http://www.dnr-news.com/…/35023-v-centre-donecka-progremel-…

Der Donbass-Widerstand hat eine Dringlichkeitssitzung einberufen. Gemäß den beobachteten ukrainischen Truppenbewegungen und nach Angaben der Donbass-Aufklärung war in der Nacht vom 25/26.8. mit einem Großangriff zu rechnen. Man ging davon aus, daß versucht wird, Donetzk und Jasinowataja einzunehmen. Tatsächlich kam es auch genauso. Insgesamt wurde der Donbass ca. 700 mal beschossen, hauptsächlich Doneetzk, Jasinowatoja und Gorlowka. Ein Angriff auf Awdeewka war ebenfalls geplant, fiel aber nicht so verheerend aus. Die ukrainische Armee und verschiedene Söldnerbataillone haben in neun Ortschaften nahe Donetzk schwere Artillerie in Angriffstellung gebracht. Quelle: http://rusvesna.su/news/1472069041

Donetzk, 25.8.

Gorlowka 25.8.16

Währenddessen wurde bekannt, daß anläßlich des G-20 Gipfels in China Gespräch im Normandieformat geführt werden sollen. Poroshenko ist bei dieser Gesprächsrunde nicht erwünscht und wurde nicht eingeladen. Kiew tobt deswegen und wittert Verrat.

Es laufen nun die wildesten Gerüchte zu dieser Entscheidung. Will sich der Westen aus der Ukraine zurück ziehen? Den Finanzbedarf können die EU-Staaten keinesfalls aufbringen und da ja das Hauptziel des Maidan, die Krim als Nato-Stützpunkt zu ergattern und die Donbassressourcen zu stehlen, nicht erreicht wurde, zieht man sich zurück und überläßt die Ukraine ihrem Schicksal.