Antwort von der Deutschen Bundesbank – Niemand hat die Absicht, das Bargeld abzuschaffen!

1. Juni 2017 von Niki Vogt
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01. Juni 2017 (von Niki Vogt) Wie wir berichtet haben, gab es große Aufregung wegen Meldungen, es gebe ab 01. Januar 2018 komplettes Bargeldverbot – also überhaupt kein Bargeld mehr. Wieviel an dieser Meldung dran ist, ist angesichts vieler unglaublicher und nie für möglich gehaltener Entwicklungen in der Welt und Europa sehr schwer abzuschätzen. In Indien wurden über Nacht 80% des im Umlauf befindlichen Bargeldes aus dem Verkehr gezogen, weil alle 500- und 1000-Rupienscheine für ungültig erklärt wurden. Die Komplikationen dieser überfallartigen Roßkur sorgen heute noch in Indien für große Probleme. Indien ist kein Bananenstaat und auch keine kleine Volkswirtschaft. Es kam zu Hamsterkäufen, Panik, Hunger, endlos langen Schlangen und auch Toten. In Jaipur starb ein Säugling, weil der Rettungswagen keine alten Banknoten annehmen wollte. Krankenhäuser lehnen Patienten ab, die kein Bargeld mitbringen. Das alles war absehbar und wurde bewußt in Kauf genommen. Narendra Modi, der indische Premierminister sagte ganz offen, das „Element der Überraschung war notwendig, weil sie sonst ihre Vorkehrungen getroffen hätten“. Man sollte sich also nicht allzu sicher fühlen, daß solche Brutalitäten nicht auch über Nacht hier begangen würden. Wir alle erinnern uns an das berühmte Zitat „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“

Um also etwas Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir da nachgefragt, wo man es wissen müßte, bei der Deutschen Bundesbank. Hier unser Anschreiben:

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren,

Wir sind der größte Alternative Internet-Fernsehsender im deutschsprachigen Raum.

Zur Zeit bekommen wir sehr viele Anfragen per E-Mail, Brief und Telefon von beunruhigten Bürgern, weil Meldungen im Netz herumgeistern, daß ab 01. Januar 2018 ein komplettes Bargeldverbot eingeführt werden soll.

Wir möchten nicht mit Vermutungen die Stimmung anheizen und bitten Sie daher, uns folgende Fragen zu beantworten:

1) Wird es ab 01. Januar 2018 ein komplettes Bargeldverbot geben?

2) Falls die Frage 1 verneint werden kann: Wird es ab 01. Januar 2018 neue Verschärfungen, Restriktionen oder Einschränkungen der Bargeldzahlung geben?

3) Steuert die EU in Richtung Bargeldverbot / Bargeldlosigkeit und, wenn ja,

4) Welchen zeitlichen Fahrplan hat die EU, um dieses Ziel zu erreichen und welche Schritte sind geplant?

5) Welchen Standpunkt nimmt die Deutsche Bundesbank zu den Bestrebungen der Bargeldabschaffung ein?

6) Interessanterweise besteht ja immer noch die Möglichkeit, die D-Mark bei der Bundesbank in Euro einzutauschen. Unseres Wissen nach ist diese Möglichkeit zeitlich unbegrenzt gegeben. Wäre es auch bei Bargeldlosigkeit möglich, weiterhin DM-Bargeld bei der Bundesbank in Euro einzutauschen und auf sein Konto überweisen zu lassen?

Wir werden diese Anfrage im Wortlaut auf unserem Portal veröffentlichen und selbstverständlich und fairerweise auch Ihre Antwort im Wortlaut.

Sollten Sie uns nicht antworten, werden wir auch das entsprechend veröffentlichen.

 

Mit freundlichen Grüßen, Michael Friedrich Vogt, www.quer-denken.tv

 

Und hier die Antwort der Deutschen Bundesbank:

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Vogt, vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihre Fragen beantworte ich gern. Zu Ihren Fragen 1 bis 3

Der Deutschen Bundesbank liegen keine Hinweise vor, die auf eine bevorstehende Bargeldabschaffung oder auf neue Verschärfungen, Restriktionen oder Einschränkungen der Bargeldzahlung ab dem 01.01.2018 hindeuten würden. Zudem  liegen keine Hinweise vor, die darauf hindeuten würden, dass die EU ein Bargeldverbot anstrebt.

Zu Frage 5

Zur Zukunft des Bargeldes hat sich Herr Dr. Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, kürzlich wie folgt geäußert:

„Nun wurde in diesem Jahr viel über die Abschaffung von Geldscheinen und die Einführung digitaler Währungen diskutiert.

Manch einer mag sich daher fragen, ob wir unserer Geldscheinsammlung in den kommenden Jahren noch weitere Exemplare hinzufügen können oder ob das Bargeld irgendwann vollständig von der Bildfläche verschwinden wird und wir nur noch auf digitalem Weg mit Smartphones bezahlen?

Ich möchte dazu nur eines sagen: Wir in der Bundesbank wissen, dass Bargeld in Deutschland nach wie vor das beliebteste Zahlungsmittel ist. Wir wollen Ihnen nicht vorschreiben, ob Sie bar, per Karte, mit dem Smartphone oder per Überweisung bezahlen. Solange Sie Bargeld verwenden möchten, soll auch die Geschichte des Bargelds weitergeschrieben werden.“

Den gesamten Redetext finden Sie auf unserer Website unter folgendem Link: http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Reden/2016/2016_12_16_weidmann.html

Mit freundlichen Grüßen Holger Manthey

DEUTSCHE BUNDESBANK Kommunikation Wilhelm-Epstein-Straße 14 60431 Frankfurt am Main

Tel. +49 69 9566 – 3511 oder 3512 Fax: +49 69 9566 – 3077

http://www.bundesbank.de         

Zu der Formulierung „Zudem  liegen keine Hinweise vor, die darauf hindeuten würden, dass die EU ein Bargeldverbot anstrebt.“ möchte ich anmerken, daß diese Auskunft, gelinde gesagt, sehr verwundert. Selbst die gute alte FAZ hört die Nachtigall schon trampeln. Unter dem Titel Ein globaler „Krieg gegen das Bargeldschreibt sie: „Das Bargeld wird den Bürgern madig gemacht. Nicht nur in Indien, auch in anderen Ländern werden immer mehr Hürden aufgebaut. Wer hat eigentlich ein Interesse an weniger Geldscheinen?“

Harald Mahrer, Staatssekretär im österreichischen Finanzministerium (damit Mitglied des Ministerrats) und Angehöriger der ÖVP, dem österreichischen Pendant zur CDU sagte im September 2016 zu den angeblichen Gründen der Abschaffung des 500 Euro-Scheines und der Zurückdrängung des Bargeldes wegen Geldwäsche und Terrorismus: „Die Argumente sind hanebüchen. Die Diskussion wird nicht ehrlich geführt. In Wahrheit geht es darum, Bargeld schrittweise abzuschaffen, um Negativzinsen leichter an die Bürger weitergeben zu können.“

Sehr empfehlenswert ist der Artikel des renommierten Wirtschaftsjournalisten und Buchautors Norbert Häring zu den Hintergründen des indischen monetären Brutalexperimentes. Washington unter der Präsidentschaft Obamas hatte einen beachtlichen Anteil daran, wenn nicht die Federführung bei dem Projekt: „Nur knapp vier Wochen vor dieser überfallartigen Aktion verkündete USAid die Gründung von „Catalyst: Inclusive Cashless Payment Partnership“ um bargeldloses Bezahlen in Indien entscheidend voranzubringen. In der Pressemitteilung vom 14.10. heißt es, diese Initiative „markiert die nächste Phase in der Partnerschaft zwischen USAid und dem indischen Finanzministerium um universelle finanzielle Inklusion voranzubringen. […]  Im Nachhinein wird erkennbar, wenn man die entsprechenden Verlautbarungen liest, dass die Catalyst-Initiative und die Partnerschaft von USAid mit dem indischem Finanzministerium, aus der sie hervorging, nichts anderes waren als Tarnprojekte zur Vorbereitung des November-Überfalls auf die Bürger Indiens. Schon der Name Catalyst lässt im Nachgang die Programmatik deutlich erkennen. […] Direktor für Projekt-Inkubation von Catalyst wurde Alok Gupta, bis dahin Chief Operating Officer des World Ressources Institute in Washington, zu dessen größten Geldgebern USAid gehört.

Jene USAid hatte in der Studie„Beyond Cash” 2016 folgendes festgestellt, daß Händler und Konsumenten in einem Cash-Ökosystem gefangen seien, das ihr Interesse an (bargeldlosem Bezahlen) hemmt“. Die Argumentation war: Weil wenige Händler bargeldloses Bezahlen anbieten, haben wenige Kunden Interesse daran und weil wenige Kunden Karten haben und damit bezahlen wollen, haben wenige Händler Interesse daran. Hinzu kommt: Banken und Zahlungsdienstleister stellen Händlern für die erstmalige Benutzung von Kartenbezahlungs-Geräten eine Rechnung, sodaß die Händler die Kosten und Kartenzahlung vermeiden, solange die Nachfrage danach gering ist.  Es brauche also einen „Impuls von außen“.

Dieser „Impuls von außen“ seitens Catalyst bestand darin, mit einem Schlag für eine begrenzte Zeit das „Bargeld-Ökosystem“ zu zerstören und danach allmählich trocken zu legen. Ein Mittel dazu war die überaus knappe Versorgung mit den neuen Bargeldscheinen, die schwierig und auch nur unter bestimmten Umständen zu bekommen sind. Da die Aktion überfallartig durchgeführt werden sollte, um ihre volle katalytische Wirkung zu entfalten, wurde nicht offengelegt, was geplant war. Die wahren Pläne wurden verheimlicht, indem man nur „regionale Feldversuche“ ankündigte.  „Das Ziel ist es, eine Stadt zu nehmen, und dort die digitalen Bezahlvorgänge innerhalb von einem Jahr zu verzehnfachen“, sagte Maluick noch am 14. Oktober bei der Vorstellung von Catalyst. Damit sie sich bei ihren Untersuchungen und Vorbereitungen nicht auf eine einzige Stadt beschränken mußten, taten der Beyond-Cash-Bericht und Catalyst so, als würden sie verschiedene Regionen und Städte untersuchen, um dann die für den Feldversuch am besten geeignete Stadt oder Region auszusuchen. Im November zeigte sich der Coup: Ganz Indien war die „Versuchsregion“ für die globale Initiative. „Indien ist an vorderster Front der globalen Bemühungen, Volkswirtschaften zu digitalisieren“, hatte US-Botschafter Jonathan Addleton, der Mission Director von USAid in Indien, bei der Vorstellung von Catalyst vier Wochen vorher verklausuliert verkündet. Quelle: http://norberthaering.de/de/27-german/news/746-washington-und-indiens-bargeld

Wir werden gern „Verschwörungstheoretiker“ gescholten. Nun, hier sehen wir die Verschwörungspraktiker mit List und Tücke am Werk. Es gibt ganz unverkennbar weltweit Bestrebungen, das Bargeld abzuschaffen und das wird auch von den Promotoren klar gesagt. Die Deutsche BUndesbank sollte das nicht wissen? Kaum vorstellbar. Über die Gründe habe ich mich schon mehrfach ausgelassen und auch darüber, daß man die Menschen damit nur erfinderischer machen wird.

Ich möchte nur noch einmal kurz auf unsere Frage Nummer 6 im Anschreiben an die Bundesbank eingehen, die in der Antwort überhaupt nicht angesprochen wurde. Vielleicht fragt sich jetzt mancher Leser, was denn diese merkwürdige Frage soll.

Im südosteuropäischen Raum ist heute noch die D-Mark als Bargeld im Verkehr und erfreut sich hoher Beliebtheit und großer Stabilität. Sie war bis 2015 sogar noch überall angenommenes Zahlungsmittel. Auch heute noch ist die D-Mark in Montenegro, Moldawien, in fast allen Ländern des ehemaligen Jugoslawien im Umlauf und ermöglicht viel, was man „unter der Hand“ regeln möchte. Bis 2015 Jahren wurde die D-Mark auch noch in ganz normalen Geschäften dort genutzt und man bekam ganz offiziell auch Wechselgeld in D-Mark heraus, oder gemischt mit der offiziellen Landeswährung. Auch heute sind noch ca. 13 Milliarden DM im Umlauf.

Offenbar spielt das Vertrauen der Menschen in ein Zahlungsmittel die entscheidende Rolle. Hat man sich darauf geeinigt, etwas als Zahlungsmittel, also Geld, zu akzeptieren ist es egal, ob das Kaurimuscheln, Glasperlen, Zigaretten, D-Markscheine oder Eurogeld ist. Im Gegenteil: Dadurch, daß die DM nicht mehr gedruckt wird, ist sie sicher vor Inflation. Im Gegenteil: Sie ist im Wert gestiegen. Das Verhältnis 1,95583:1, also fast zwei Euro für eine Mark gilt nicht mehr. Die Kaufkraft der DM im Balkan steht 1:1 mit dem Euro, haben wir von Leuten dort erfahren. Wenn es dann auch noch die Möglichkeit gibt, das Geld bei einer Zentralbank einzutauschen, die Währung also konvertibel ist, hat sie alles, was es braucht. Genauso, wie die D-Mark immer noch ihren Wert hat und eingetauscht werden kann, könnte auch das Euro-Bargeld noch lange als Zahlungsmittel bestehen bleiben, selbst wenn Geschäfte es nicht mehr annehmen. Möglicherweise könnte es sich sogar auf Dauer etablieren, weil die Leute mit absoluter Sicherheit Wege suchen werden, dem allessehenden Auge des Staates auszuweichen. Es wird sich bei Bargeldlosigkeit sowieso früher oder später eine Ausweichwährung herausbilden. Ich tippe auf Edelmetalle.

 

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