Imperialistische Planspiele des Westens gefährden den Weltfrieden

8. November 2013 von Michael Friedrich Vogt
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08. November 2013  Christoph Hörstel im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt In Mainstream-Medien jeglicher Couleur ist vor jedem neuen imperialistischen Krieg stets fast ausschließlich von den „edlen Absichten“ des Westens zu lesen und zu hören- ob in Nordafrika oder im Nahen Osten: Sturz von Diktatoren und Unterstützung von „Demokratiebewegungen“.

Doch wer glaubt diese Verdummungspropaganda eigentlich noch? Christoph Hörstel präsentiert knallharte Fakten, die die perfiden Machenschaften der USA und ihrer Verbündeten – sowie Israels – aufdecken. Ein Beispiel aus jüngerer Zeit: Für den Chronisten ist es eine besondere Herausforderung, in sehr bewegten Zeiten den Tod eines wichtigen Mitspielers der internationalen Politik „einplanen“ zu müssen: Als israelische Kampfbomber in der Nacht vom 29. auf den 30. Januar Syrien angriffen, hatten sie schon Stunden zuvor über dem Libanon und dem eigenen Staatsgebiet Kreise gezogen. Der anschließende Bombenabwurf über einem militärischen Forschungsinstitut bei Damaskus sieht, ohne große Spekulation, nicht aus wie eine Mission, die einen solchen Aufwand rechtfertigt, zumal dort in diesen Stunden keine erheblichen Bodenbewegungen stattgefunden hatten, wie Augenzeugen aussagen. Eine von Agenten gemeldete mögliche Bewegung des syrischen Staatspräsidenten Baschar Al-Assad: Das könnte ein Grund sein, warum Israel ein Geschwader stundenlang in der Luft und in Bereitschaft hält. Und es ist nur eine Randglosse unserer Zeit, daß Israel wegen dieses eklatanten Bruchs internationalen Rechts zu keiner Zeit auch nur eine Debatte im UN-Sicherheitsrat fürchten mußte.

Im vergangenen Sommer gab es bereits Meldungen aus Israel, Assad sei getötet worden, das radikale Mainstream-Blatt „Jerusalem Post“ bezeichnete Assad gar als „wandelnden Toten“ – solche Dinge gehören zum Arsenal psychologischer Kriegführung und bedeuten nichts Anderes als eine öffentliche Morddrohung. Bei der jüngsten Todesankündigung dieser Art Ende März erklärte der syrische Präsident im kleinen Kreise, wenn große Medien die Geschichte übernähmen, werde er vor die Kameras gehen.

Militärisch erscheint der Umsturz in Syrien ein höchst mühsames Geschäft, solange die Nato weder eine aggressive Flugverbotszone über Syrien einrichtet, was mit den Patriot-Raketen jetzt jederzeit leicht möglich wäre, noch selbst Bombenangriffe fliegt – wie 2011 in Libyen. Mit Mühe gelang es der Türkei, sich der Kurden zu erwehren, die in einem klugen Schachzug Assads plötzlich grenznahe Teile Ostsyriens zur Verwaltung erhielten. Die daraus herrührende Wiederannährung zwischen Israel und der Türkei bedeutet nun für Syrien nichts Gutes. Trotzdem gelingt das logistisch sehr schwierige Herausoperieren einzelner Überläufer aus dem syrischen Regierungsestablishment nur tröpfchenweise.

Blicken wir zurück: Gaddhafi wurde noch 2011 wegen seiner Pläne, die Handelswährung Dollar loszuwerden, aus dem Amt gebombt – Japan und Südkorea haben jetzt ohne den geringsten Kommentar der Supermacht USA einen Teil ihres Handels auf ihre lokalen Währungen umgebucht. Das ist der Anfang vom Ende: Wohl und Wehe der globalen US-Dominanz hängen ab vom militärisch gestützten Ausbeutungsmechanismus Dollar. Im vergangenen November mußten die USA zudem heftige wirtschaftliche Einflußverluste in Asien hinnehmen, als 15 asiatische Staaten einschließlich der ASEAN-Gruppe dem chinesischen Konzept einer „Umfassenden Regionalen Wirtschaftspartnerschaft“ ohne USA den Vorzug gaben vor dem damit konkurrierenden US-Konzept einer „Transpazifischen Partnerschaft“ von elf Staaten ohne China! Und das trotz chinesischer Gebietsansprüche auf kleinere Insel(gruppe)n an vier der Partnerländer!

In dieser für die USA schwierigen Lage hält nur noch die Hoffnung auf den Jackpot Iran den größten Spieler am Tisch. Und diesen vermeintlichen Hauptgewinn gibt es nur im Doppelschritt: Zunächst muß, auch durch Verlust der Aktionsbasis Syrien, Irans Bundesgenosse Hisbollah nachhaltig geschwächt werden. Damit wären dem Iran die nahöstlichen Trumpfkarten entzogen, dann gilt er den Sandkasten-Strategen in Washington als sturmreif. Zur Sicherheit wird noch die sunnitische Bevölkerung Libanons auf die Schiiten gehetzt. Nicht nur in den USA kämpft unterdessen die zionistische Lobby verbissen für den Krieg gegen Iran – hat jedoch bei Obama und im WASP (White Anglo-Saxon Protestant) Establishment sowie in Europa an Einfluß verloren. Fest steht: Die USA werden erst dann den hoch riskanten Schlag gegen Iran führen, wenn weitere Schwierigkeiten auf die USA und die dort vorherrschende „Finanzmafia“ zukommen und der nötige Leidensdruck erreicht ist.

Wie auch immer: Die Planspiel der Hochfinanz mit den USA als Schlagstock gefährden immer wieder den Weltfrieden – gäbe es in der BRD oder in Brüssel vom großen Geld unabhängigen Politiker und keine Marionetten, hätte man diesem Finanzimperialismus längst die rote Karte gezeigt.

 

Websites:

www.christoph-hörstel.de

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