Zahnpasta – Gift aus der Tube

26. Juni 2014 von Niki Vogt
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26. Juni 2014  Bild: birgitH/pixelio.de (von Niki Vogt) Der enorme Anstieg der Krebserkrankungen, Allergien und Hautkrankheiten, die schier unübersehbaren chronischen Befindlichkeitsstörungen, unter denen die Menschen heute leiden – all diese Ungesundheit hat verschiedene Faktoren. Einer der entscheidendsten davon ist: Wir vergiften uns. Natürlich ist das auch Gewissenlosigkeit der Industrie. Aber wir sind es auch selber, denn wir wissen es doch besser und kaufen den Dreck trotzdem. Dabei gibt es Alternativen. Eine der Giftdosen, die wir uns täglich reinpfeifen via Mundschleimhaut ist die übliche Zahnpasta.

 

Hier ein Ausschnitt aus einem unserer „Unzensiert“-Film-Magazine, die wir damals für den Kopp-Verlag gemacht haben. Die Fluoridbelastung in den ganz normalen Dingen, die wir im Alltag zu uns nehmen ist schon recht hoch. Doch die Zahnpasta toppt alles.

Nun werben die Zahnpasten ja damit, daß Fluorid doch so gut für die Zähne sei, sie hart und widerstandsfähig mache und ansonsten unschädlich sei. Und dann gibt es noch die ach-so gesunde Anreicherung mit „Spurenelementen“. Dieses Wort wird ja gerne benutzt und bedeutet eigentlich nur, daß es von bestimmten, aber im Körper äußerst effektiven chemischen Elementen nur sehr geringe Mengen braucht, um eine wirksame Änderung im Stoffwechsel zu erzielen. Daß das immer GESUND sein muß, ist natürlich nicht damit gesagt.

Was die harten Zähne betrifft, ist das bei Fluorid in sehr geringen Dosen sogar richtig. Meist nur liegt die tägliche Dosis weit über dieser minimalen Menge – und dann gehen die Zähne sogar kaputt von dem Fluorid. Nachgewiesenerweise ist in Ländern, die das Trinkwasser fluoridieren, die Rate derer, die schon in relativ jungem Alter zahnlos werden, signifikant höher als in Ländern ohne fluoridiertes Wasser. Die Zähne werden brüchig und splittern weg, die traurigen Ruinen müssen überkront werden, doch die Brüchigkeit ist auch in der Zahnwurzel. Die Zahnzerstörung fängt oft schon in der Kindheit an.

Zu dem Fluorid im Trinkwasser kommt dann noch das aus der Zahnpasta. Gut, man ißt die Zahnpasta nicht. Aber das Gift wird schon zu einem guten Teil während des Putzens durch die Mundschleimhaut aufgenommen. Das ist ein Effekt, den sich die Pharmazeuten bei Mitteln zunutze machen, die besonders schnell wirken müssen. Manche Medikamente werden unter die Zunge gelegt und komplett über die Mundschleimhäute aufgenommen. Viele Kreislauftropfen zum Beispiel wirken ausschließlich über die Mundschleimhaut. Und genauso kommt das Fluorid aus der Zahnpasta ebenfalls in den Körper. Dort wirken Fluoride als Zellgifte und hemmen Enzyme des Stoffwechsels. Da das aber in kleinen Dosen sehr langsam und unauffällig geschieht, so daß die Verlangsamung des Stoffwechsels kaum spürbar ist kommt man gar nicht auf den Verursacher Fluorid, wenn nach Jahren die ersten Gesundheitsschäden manifest werden. Unser Immunsystem zum Beispiel, ist auf die perfekte Arbeit der Enzyme angewiesen. Es wird durch Fluoride blockiert, durcheinandergebracht und geschwächt. Man wird anfällig für die verschiedensten Gesundheitsproblemchen, die sich sammeln,die aber niemand mit der Zahncreme in Verbindung bringt.

Auf einigen Zahnpastatuben findt man den Warnhinweis: „Achtung, für Kindern unter 6 Jahren unzugänglich aufbewahren! Wenn mehr als die für das normale Putzen benötigte Menge geschluckt wird, kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt oder die nächste Giftnotrufzentrale.“ Aha? Warum wohl?

Nun schmecken aber gerade Zahncremes für Kinder ganz verlockend. Die lieben Kleinen sollen ja kein Theater machen, wenn sie morgens und abends die Zähne putzen müssen. Die Erziehungsverpflichteten (vulgo: Eltern) neigen daher zu einem Einkaufsverhalten, das sich daran ausrichtet, wie gern das Kind sich mit der Zahncreme die Beißerchen poliert. Verständlicherweise. Und das sind nunmal die Pasten, die dem Kind schmecken. Damit aber stellt sich die Frage: Wie giftig ist denn das Fluorid in der Zahncreme? Wieviel kann das Kind denn unbeschadet davon essen, wenn mal keiner hinguckt?  Wenn ein zweijähriges Kleinkind eine knappe halbe Tube fluoridierte und mit Aromen versetze Zahnpasta verputzt, weil sie so köstlich süß nach Erdbeeren duftet und schmeckt, dann sind wir bereits im akut lebensgefährlichen Bereich. Ein vierjähriges Kind verträgt kaum mehr, nämlich 56 Prozent einer normalen Zahnpastatube. Auch ein sechsjähriges Kind braucht nur 70 Prozent einer Tube zu verspeisen, um in tödlicher Gefahr zu sein. Irgendein anderes Mittel mit so hoher Giftigkeit wäre normalerweise nicht frei verkäuflich und würde nur unter strengster Kontrolle, Nachweis der Personalien und in sehr geringen Mengen abgegeben werden. Soviel zum gesunden Fluorid.

Und das ist nicht alles. Viele besonders eifrige Zeitgenossen nehmen zusätzlich auch noch ein Mundwasser, das so schonende und gesunde Inhaltsstoffe hat, daß es im Reklamespot sogar Muscheln vom Schiffsrumpf wegsprengt. Wie gehirngewaschen sind wir eigentlich, daß uns so eine Werbung auch noch zum Kauf dieser offenbar waffenscheinpflichtigen Sutsche animiert?

Das ist aber immer noch nicht alles. Wir ziehen uns nicht nur das Fluorid rein, was eigentlich ein toxisches Abfallprodukt bei der Düngemittelherstellung ist und als Sondermüll teuer entsorgt werden müßte. Stattdessen wird der Giftmüll kostengünstig in die Bevölkerung verklappt. Nein, wir bleichen auch unsere Zähne täglich mit der tollen Zahnpasta. Und auch das meist hochoxidative Bleichmittel wandertebenfalls fröhlich über die Mundschleimhaut in den Körper.

Was ist denn eigentlich in einer Zahnpasta drinnen? Hauptbestandteile der allermeisten Zahncremes sind der Putzkörper, Feuchthaltemittel und Wasser zu jeweils etwa fast einem Drittel. Der kleinste Teil besteht aus Bindemittel, Aufschäumern und Konservierungsmittel. Desweiteren sogen Süßsstoffe und Aromastoffe dafür, daß die Paste gut schmeckt und das Gefühl von Sauberkeit und Frische vermittelt., Farbe und  diverse Wirkstoffe (Fluoride zur Zahnhärtung, Bleichmittel zum aufhellen, „Kräuterextrakte“  für die Zahnfleischgesundheit) werden dann ganz besonders für die Zahngesundheit und als Besonderheit gerade dieser Marke angepriesen und als Verkaufsargument bemüht.

Der so genannte Putzkörper der Zahncreme ist die „Scheuermilch“, die den Belag auf den Zähnen mechanisch entfernt und die Reinigungswirkung der Zahnbürste unterstützt.  Hierfür werden zum Beispiel Calciumcarbonatpulver, Siliziumdioxidpulver oder Natriumhydrogencarbonat (das ist  Backpulver) verwendet. Schon hierbei kann man seinen Zähnen ordentlich Schaden antun, wenn das zu grob ist und den Zahnschmelz aschleift. Die Abriebwirkung muß minimal sein, aber gerade noch so viel, daß der Zahnbelag entfernt und die Zahnoberfläche leicht poliert wird, ohne sie zu verkratzen. Je kleiner und runder die einzelnen Putzkörper sind, desto geringer ist ihr Abrieb. Der „Relative Dentin Abrieb“ (RDA) kann von den Herstellern freiwillig auf den Packungen angegeben werden. Empfohlen wird ein schonender ein RDA-Wert zwischen 20 und 60. Zugelassen sind aber brutale Werte bis zu 250. Danach kommt nur noch Kärchern oder Sandstrahlgebläse. Für den täglichen Gebrauch empfehlen Zahnärzte Pasten mit einem Abrieb von allerhöchstens 80.

Damit sich das alles im Mund gut verteilt und man ordentlich was zum Rumbürsteln hat, wir die Zahncreme beim Putzen aufgeschäumt. So hat der Anwender ein tolles Gefühl, wie sauber der seine Zähne hält. Das tut die Zahncreme aber nicht von Natur aus, sondern es werden Schaummittel zugesetzt, wie beim Waschmittel. Besonders gern genommen: Natrium Lauryl Sulfat. Das Dreckszeug ist in Abwandlungen auch in den allermeisten Duschgels, Shampoos und Badezusätzen drin. Es ist spottebillig und steht unter der Bezeichnung „Sodium Lauryl Sulfat“ oder Sodium Laureth Sulfat in der LIste der Inhaltsstoffe hinten auf der Packung.

Öko-Test stufte das Teufelszeug als das die Haut am stärksten reizende Tensid überhaupt ein. Es entfernt jeglichen organischen Schutzfilm von allem und jedem. Daher ist es das ideale Mittel um Maschinen zu reinigen. Und: es wurde im Vietnamkrieg als der Bestandteil in Agent Orange eingesetzt, der die natürliche Schutzschicht von den Oberflächen der Pflanzen entfernte, damit das Pflanzengift zur Entlaubung der Wälder erst so richtig wirkte. Genau das macht dieses schwach giftige Zeug auch beim Duschen, Haarewaschen und Baden mit unserer Haut. Damit gelangen die anderen Giftstoffe erst so richtig ungehindert durch die Haut in den Körper. Das Natrium/Sodium Lauryl-Sulfat läßt die Haut und auch die Mundschleimhaut stark aufquellen und verursacht Zahnfleischhäden. In den USA steht diese Chemikalie in der Liste der Gifte mit der Bezeichnung „primary irritant“ – direkt entzündungserregend. Studien und Versuchsreihen stellten schon 1975 fest, daß Zähne, die mit der Chemikalie gereinigt wurden, signifikant stärker durch die schwachen Säuren zerstört wurden, wie sie in Säften, Limonaden, Saucen und Bonbons enthalten sind. Der Zerfall der Zähne wird durch Sodium Laureth Sulfat / Natrium Lauryl Sulfat wesentlich beschleunigt. Trotzdem darf es immer noch in Zanhpasten eingesetzt werden.

Damit das ganze Gemisch in der Tube auch schön lange hält und nicht verrottet, braucht man Konservierungsmittel. So eine Zahnpastatube muß ziemlich lange halten. Bis zu einem halben Jahr im meist gut warmen Badezimmer, darf sich darin kein Bakterium zeigen. Natürlich gibt es mehr oder weniger schädliche Mittel zu diesem Zweck. Aber wie immer, greifen die Hersteller zu billigen Lösungen, die bombensicher wirken. So ein Mittel ist Triclosan, ein chemisches Desinfektions- und Konservierungsmittel. Es vernichtet Mikroben aller Art. Daher wird es aus  Gründen der KAriesverhinderung und zur Behandlung von Zahnfleischinfektionen in den Zahncremes und Mundwässer verwendet (aber auch in Geschirrspülmitteln, Seifen, Deodorants u.s.w.).

Triclosan ist ein stark antibiotisch wirksamer Mikrobenkiller. Im Mundwasser oder Zahncreme tötet Triclosan aber nicht nur schädliche Bakterienkolonien, sondern auch die gesunde und notwendige Mundflora ab. Diese körpereigene, erste Abwehr im Mund schützt den Körpernormalerweise vor eindringenden Erregern. Unter Dauerfeuer von Triclosan kann sie sich jedoch nicht mehr regenerieren.

Bereits im August 2009 forderte die Kanadische Medizingesellschaft (Canadian Medical Association) das kanadische Gesundheitsministerium (Canada Health) dazu auf, schnellstmöglich Maßnahmen zu ergreifen, um Triclosan aus Körperpflegeprodukten zu entfernen. Der Grund: Wie bei allen Antibiotika, die dauernd und im Übermaß angewendet werden, entwickeln sich Erreger, die gegen die Bakterienkiller immun werden. Meistens entwickeln sich sogar breite Mehrfach-Resistenzen. Das bedeutet, daß die Erreger praktisch „unverwundbar“ werden und so stark, daß sie einen Körper, den sie befallen, praktisch unaufhaltsam überrollen – oft mit tödlichem Ausgang. auch im Zusammenhang mit Triclosan wurde das Entstehen solcher „Supererreger“ beobachtet. Es hatten sich also aufgrund des maßlosen und gedankenlosen Einsatzes von Triclosan bereits bakterielle Resistenzen entwickelt.

Aber auch, wenn kein Triclosanauf bei den Inhaltsstoffen zu finden ist: Eine Zahncreme muß wochenlang haltbar bleiben. Sie muß irgendwie konserviert werden. und so bieten sich hier die billigen Parabene an. Das sind synthetische Konservierungsstoffe, die man nur sehr schwer in der „Zutatenliste“ findet. Diese chemische Gruppe der Parabene kann viele verschiedene Namen tragen. Wenn sie den Gruppennamen mit tragen, erkennt man sie ja noch ganz leicht: Methylparaben, Ethylparaben, Propylparaben, Butylparaben oder Benzylparaben sind gut zu identifizieren. Wenn der Stoff aber nicht einmal den Wortteil „Paraben“ enthält, wird’s schwieriger. Dann achte man auf die Bezeichnung „Benzo …“, wie z. B. in Parahydroxybenzoat, Oxybenzoesäure, Oxybenzoat, Hydroxybenzoesäure, Hydroxybenzoat, und Zusammensetzungen mit „Esther“ wie PHB-Ester, etc.

Parabene sind hochwirksame Stoffe. Und sie verrichten ihre Aufgabe nicht nur in der Zahnpasta und im Mund, sondern auch über die Mundschleimhaut im ganzen Körper. Dort lassen sie den Hormonhaushalt entgleisen. Ganz besonders betroffen davon sind Jungs, sogar männliche Embryonen im Mutterleib, sie können durch die Parabene verweiblichen, weil die im Körper ähnlich wie Östrogene wirken.

Aber auch bei Frauen stehen Parabene im Verdacht, eine Rolle bei der Entstehung von Brustkrebsgewebe zu spielen. Untersuchungen von Tumoren in der weiblichen Brust hatten gezeigt, daß sich darin Parabene ansammeln. Es ist nich nicht nachgewisen, ob sich Parabene konzentriert in Tumoren befinden und vielleicht sogar Entstehung befördern. Daher dürfen Parabene einfach weiterhin eingesetzt werden – mit dem Segen der EU-Kosmetikverordnung. Verläßliche Beweise durch unabhängige Langzeitstudien sind teuer, der Staat finanziert so etwas äußerst selten, da er meistens – durch Lobbyisten beeinflußt – die Finger davon läßt. Und Geldgeber für so teure Studien sind meistens die Firmen, die genau solche Stoffe herstellen oder einsetzen, und die bezahlen natürlich keine Studien gegen ihre Interessen.

Bild: birgitH/Pixelio.de

Natürlich geht es auch ohne die Gifte. Doch hochwertige, unschädliche Konservierungsstoffe wie Grapefruitkernextrakt oder Vitamin E sind den meisten Herstellern einfach zu teuer. Salz würde die Aufgabe ebenfalls erfüllen, schmeckt aber nicht gut.

Kommen wir zu den Aromastoffen. Die machen das Zähneputzen zu dem tollen Erlebnis von Frische, Sauberkeit und Gletscherkälte. Ohne dieses bitter-beißende Frischegefühl fühlt sich der Mund morgens richtig pelzig und muffig an. Mundgeruch droht, und der ist gar nicht sexy.

Süßstoffe lassen die Zahnpasta gefälliger schmecken, sind allerdings meistens auch nicht wirklich das, was der Gesundheit weiterhilft. Xylit als Süßmittel klingt zwar irgendwie sehr chemisch, ist aber das empfehlenswerteste Süßmittel neben Stevia. Xylit wird aus Birkensaft hergestellt und ist weder Zahn- noch gesundheitsschädlich.  Natriumcyclamat und Aspartam hingegen sind äußerst bedenklich und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Zucker wird in der Regel kaum eingesetzt, und wenn dann mit den chemischen Bezeichnungen wie „…-Dextrose“ und -Sacharose. Das Zucker den Karies begünstigt, dürfte bekannt sein und bedarf keiner Erklärung  mehr.

Betrachtet man die Inhaltsliste von Zahncremes, könnte man glauben, daß die Herstellung einer Zahnpasta ohne Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe vollkommen unmöglich ist. Offenbar kann vom Verbraucher nicht erwartet werden, daß er seine Zähne mit einer ungesüßten Zahncreme putzt – so wie er auch an all die süßen Softdrinks, die gezuckerten Ketchups, schlicht an ein rundum süßes Leben gewöhnt hat. Dabei ist die Diskussion um die Unbedenklichkeit der künstlichen Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe noch lange nicht beendet. Eine Recherche über den Zuckeraustauschstoff Aspartam oder Natriumcyclamat ist sehr erhellend. Die Industrie macht uns bewußt abhängig von diesen künstlichen Süßstoffen.

Der Zuckeraustauschstoff Sorbit, der in manchen Zahncremes zu finden ist, hat sogar ein gewisses kariesförderndes Potential, und ist daher in einer Zahncreme eindeutig fehl am Platze. Warum wird er aber weiter verwendet? Der Süßstoff Saccharin süßt fast jede herkömmliche Zahnpasta und sorgt dafür, daß das Zähneputzen – trotz Natriumlaurylsulfat, Triclosan und Fluoriden – wenigstens gut schmeckt.

Als Farbstoffe werden zum Beispiel das strahlend weiße Titaniumdioxid oder natürliches, grünes Chlorophyll aus Pflanzen eingesetzt. Quietschrote oder leuchtend blaue Streifen sind meist auf Lebensmittelfarbe zurückzuführen.

Feuchthaltemittel verhindern, daß die Zahncreme austrocknet, zähflüssig bleibt und leicht aus der Tube zu drücken ist. Meistens werden dafür Glycerin, Sorbit, Xylit oder Propylenglycol eingesetzt. Damit sich Putzkörper und Feuchtigkeit in der Zahnpastatube nicht trennen, werden Bindemittel zugesetzt. Auch hier gibt es natürliche Produkte wie Alginat aber auch Chemikalien wie synthetisch hergestellte Hydroxyetylcellulose.

Und damit die ganze Patsche auch schön zusammenhält, braucht man noch eine Art Emulgator, das sind Bindemittel, die verhindern, daß sich die Bestandteile trennen wie bei einer Essig-Öl Salattunke, die zu lange steht. Da schwimmt nach einer Weile das Öl auf dem Essig und die Kräuter liegen unten auf dem Boden. PEGs (Polyethylenglykole) sind solche Emulgatoren. Sie sind der letzte teuflische Baustein, der diesen ungesunden Cocktail erst so richtig gefährlich macht. PEGs sorgen also dafür, daß sich die wäßrigen Zahncremezutaten schön gleichmäßig mit den fetthaltigen vermischen eine stabile Paste bleiben. Leider machen PEGs aber nachweislich die Haut und so auch die Schleimhaut noch durchlässiger, als sie das normalerweise schon ist. Das sei erwünscht, heißt es, da man schließlich sicher sein möchte, daß möglichst viele der Zahncreme-Wirkstoffe aufgenommen werden.

Moment mal? Warum sollen möglichst viele Stoffe aufgenommen werden? Man will doch eher gar keine aufnehmen und nur die Zähne sauber halten.

Bei Kräuterauszügen ist das noch nachvollziehbar, doch wollen wir wirklich, daß die PEGs den Weg für all die beschriebenen Giftstoffe, wie beispielsweise Parabene, Natriumlaurylsulfat oder Triclosan frei machen? Es findet sich aber trotz alle bekannten Gefahren keine Lobby für Verbraucher, um dem Wahnsinn Einhalt zu gebieten.

Dann versuchen die Hersteller, ihren Zahnputzpasten noch einen quasi-medikamentösen Anstrich zu geben. Eine der am meisten bemühten Werbeaussagen für Zahnpasten ist die vorbeugende Wirkung des Produktes gegen Karies (Zahnfäule). Zahnpasten, die speziell Karies vorbeugen sollen, enthalten meistens Zusätze an zahnhärtendem Fluorid (siehe oben) und haben einen leicht sauren pH-Wert. Dadurch kann sich das Fluorid besser in den Zahnschmelz einlagern. Gegen den Kariesbakterien hemmenden Stoff Chlorhexidin gibt es Bedenken. Er verfärbt bei längerer Anwendung nicht nur die Zähne bräunlich, sondern steht auch unter Verdacht, die natürliche Mundflora aus dem Gleichgewicht zu bringen. Über Triclosan haben wir oben schon einiges gehört. Sein kleiner Bruder, Cetylpyridiniumchlorid, wird ebenfalls als karieshemmend – aber stark schleimhautreizend eingestuft.

Präparate gegen Parodontitis (Zahnfleischentzündung) haben dagegen einen eher basischen pH-Wert, der das Bakterienwachstum am Zahnfleischsaum hemmt. Zum Schutz vor Zahnstein werden Zusätze in die Paste gegeben, die verhindern sollen, daß sich Mineralien (aus Tee, Kaffee etc) an den Zahnschmelz anlagern.

Um das Zahnfleisch zu kräftigen, enthalten einige Pasten Aluminiumlaktat (Achtung! Aluminiumverbindungen gelten als gefährlich und stehen im Verdacht, Alzheimer zu verursachen), Vitamin A, Kräuterextrakte oder Meersalz. Die meisten dieser Substanzen sind sogar natürlich und unschädlich und wirken wirken auch entzündungshemmend. Zahnpasten für empfindliche Zähne werden Stoffe wie Kaliumnitrat, Strontiumchlorid oder Fluoridverbindungen zugesetzt. Sie mindern die Empfindlichkeit der ungeschützten Nervenenden an freiliegenden Zahnhälsen, sind aber grundsätzlich mehr oder weniger giftig.

Wer einen der bedenklichen oder giftigen Stoffe auf der Zutatenliste entdeckt, sollte die Zahnpasta besser im Regal liegen lassen. Es gibt Alternativen! Hochwertige Produkte, die ohne Flour und andere gifitige Hilfsstoffe auskommen, werden Sie nur in Naturkostläden, Reformhäusern oder einschlägigen Online-Shops finden.

 

Hersteller von Naturkosmetik verzichten wegen möglicher Nebeneffekte weitgehend auf die Palette der synthetischen Stoffe.

Kieselerde, naturreiner Löß, Lavaerde, Kreide, Kohle und Meersalz bilden als Putzkörper die Grundlage.

Als Feuchthaltemittel kommen unbedenkliches Glycerin, Agar-Agar oder Sorbitol zum Einsatz.

Als antibakterielle Konservierungsmittel werden – wenn überhaupt, unschädliche Konservierungsstoffe wie Grapefruitkernextrakt oder Vitamin E eingesetzt, auf Schaummittel wird weitgehend verzichtet, es kommen aber auch natürliche saponinhaltige Pflanzenextrakte wie Seifenkraut oder die Schale der indischen Waschnuß zum Einsatz.

Zum Süßen verwenden die Naturhersteller Süßholzwurzel oder Xylit.

Fluorid ist nur in wenigen Bio-Zahnpasten enthalten – aber auch diese solle man dann meiden.

Statt fragwürdiger synthetischer Verbindungen setzen die alternativen Produzenten auf pflanzliche Wirkstoffe. Kräuter und ätherische Öle sorgen nicht nur für einen angenehm frischen Geschmack, sondern wirken auch therapeutisch, indem sie die Zähne schützen und das Zahnfleisch kräftigen. Propolis, Arnika, Calendula und Hamamelis fördern die Wundheilung.

Gegen Bakterien, die Karies und Plaque auslösen, wirken Teebaumöl, Rosmarin, Echinacea, Salbei oder Schafgarbe.

Kamille, Rathaniawurzel, Myrrhe oder Eibischwurzel beugen zusätzlich Entzündungen vor.

Trotz der vielen nützlichen Effekte natürlicher Zahncremes sollte nicht vergessen werden, daß es vor allem auf die regelmäßige Reinigung mit Bürste und Zahnseide ankommt. Zahncremes können durch ihre Wirkstoffe den pflegenden Effekt lediglich unterstützen.

 

 

 

Weitere Quellen

E. Hellwig, J. Klimek, T. Attin: Einführung in die Zahnerhaltung – Prüfungswissen Kariologie, Endodontologie und Parodontologie. 6. Auflage. Deutscher Zahnärzteverlag, 2013, S.145ff

Quelle 1

Quelle 2