Die Massenenteignung nimmt Fahrt auf

9. Juni 2014 von Niki Vogt
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09. Juni 2014  (Niki Vogt) Es trifft beileibe nicht nur die Reichen. Die Europäische Zentralbank  hat grade vor Pfingsten den Leitzins so tief gesenkt wie noch nie. Wer in Europa noch ein bißchen was „auf der hohen Kante“ hat, wird bestraft. Und das nicht nur auf dem Sparkonto. Altersvorsorge aller Art, Lebensversicherungen, Tagesgelder, Girokonten – alles verliert, denn die dreist nach unten gelogene Inflation entwertet jeden Monat das Geld. Die größte Massenverarmungsprogramm in der Geschichte Europas legt jetzt ständig einen Zahn zu.

Bisher seriöse und sichere Geldanlagen werden wertlos, des Deutschn liebstes Kind, die Lebensversicherung wird gleich doppelt und dreifach ausgehöhlt. Allen großen Spielern in den Machtetagen ist klar, daß der Zahltag kommt, und daß die offene Rechnung bezahlt werden muß. Daß es die einfachen Menschen sind, die es bezahlen werden, ist schon lange klar. Die Herausforderung ist jetzt, die Sache so schleichend einzufädeln und möglichst lange noch unter dem Wahrnehmungsradar laufen zu lassen, wie möglich. So lange sitzt man ja noch ganz kommod auf den Thronen der Macht. 

Natürlich wissen „die da oben“, was da kommen könnte, und davor fürchten sie sich. Wenn das Volk tobt, wird’s ungemütlich. Also heißt die Devise: Taschen vollstopfen und für sich persönlich einen Exit-Plan entwickeln. Und: Überwachung perfektionieren. Der Bundesnachrichtendienst (BND) will zu diesem Behufe die Überwachung der Social Networks (Twitter, Facebook) verstärken. Der „Arabische Frühling“ habe alle überrascht, heißt es, man hätte damals mehr auf die Kommunikation im Volk achten müssen, als auf die Herrschenden.

Japs! Also, ehrlich, Freunde, FALLS der BND wirklich überrascht vom arabischen Frühling, ukrainischen Sommer, tunesischen Vorfrühling, ägyptischen Herbst oder was da so alles abgeht, war, dann sollten die Jungs ihre Gehälter zurückgeben. Das brauchen sie doch nur bei der CIA anzufragen, wo denn gerade wieder eine Revolution geplant wird. Am besten mal das Elaborat „A new American Century“ lesen, da steht der Fahrplan drin für die, die lesen können. Angezettelte Revolutionen aller Art gehören mit zu den amerikanischen Massenvernichtungswaffen, die ein Land in Chaos und Bürgerkrieg stürzen – und oh Wunder, am Ende wird das ganze, sturmreife Land zur Beute. Siehe Libyen, Irak, Afghanistan, …

 

Jetzt hat die EZB also den Weg zu Negativzinsen freigemacht. Goldman Sachs-Zögling Draghi wird dafür auch noch gefeiert. Jetzt kommt das ganz große Konjunkturwunder, heißt es. Die Euro-Krisenstaaten sollen mit billigen Krediten für ihre Firmen versorgt werden, damit es wieder brummt. Wenn das je etwas genutzt hätte, dann wäre das am Anfang der ganzen Eurokrise gewesen. Mittlerweile sind die ehrlichen, kleinen Betriebe in diesen Ländern schlicht und ergreifend zum größten Teil tot. Wenn sie jetzt Geld dahin schaufeln – höret meine Worte! – werden wir in nicht allzuferner Zukunft erfahren, daß der neue Boom in den Krisenländern aus einem Haufen großer und kleiner Marodeure besteht, die den Geldbraten witternd, einen bunten Strauß von betrügerischen Abzockfirmen unter dem Deckmantel „Konjunkturwunder“ aufgemacht, das EZB-Geld begeistert aufgesaugt und dann das Weite gesucht haben. Gerade die großen, globalen Firmen werden Werke aufmachen, mit dem billigen Geld für Dumpinglöhne Arbeiter anheuern und schleunigst die Platte putzen, wenn alles abgegrast ist. Wie naiv sind die da in Brüssel und Frankfurt eigentlich?

Deutsche Sparer werden zur Ader gelassen, damit Firmen in den Euro-Krisenstaaten an billigeres Geld kommen. Aber unsere Politschranzen behaupten, die Euro-Krise habe Deutschland nur genützt. Und unser scheinheliger Bundespräser meint sogar, den Deutschen gehe es zu gut. In Wirklichkeit leben immer mehr Deutsche so gerade von der Hand in den Mund.

„Alle Entscheidungen der EZB waren bisher gegen die Menschen gerichtet und dienen nur dem Finanzsektor. Dieser Marschlinie bleibt Draghi treu und tut seinen ehemaligen Kollegen einen Gefallen nach dem anderen. Die Profiteure jubeln und der DAX überschreitet erstmal die 10.000 Punkte Marke. Der einzige der bei diesem Wahnsinn offensichtlich vergessen wird sind wir – ein Großteil der Menschen welcher dabei gnadenlos auf der Strecke bleibt. Denn die Zeche für Draghis desperate und äußerst fragwürdige Entscheidung bezahlen wir, die fleißigen Sparer welche tagtäglich enteignet werden und die Besitzer von Lebensversicherungen welche in Zukunft noch mit unvorstellbaren Verlusten konfrontiert sein werden.“ (DWN, 8. Juni 2014)

Jeder Ökonom weiß: Bleiben die Zinsen im Keller, führt das zu einer immer schneller anziehenden Inflation und in eine Hyperinflation. Diejenigen, die Geld mit Gewinn anlegen wollen, müssen also nach Möglichkeiten suchen. Erscheint eine bestimmte Investition lohnend, rennen sie alle dorthin, um noch etwas zu ergattern. Alle stürzen sich darauf, und treiben somit den Preis dieser Geldanlagemöglichkeit nach oben, was noch mehr Käufer anzieht … usw. Das nennt man dann eine Blase.

Die Erfahrung zeigt: Eine Blase muß immer durch eine neue und noch größere Blase aufgefangen werden, weil sie jedesmal platzt, wenn die Ersten vom „Smart Money“ (Schlaues Geld) rausgehen, weil sie ihre Gewinne sicher einfahren wollen und sehen, daß das Investitionsgut überkauft ist und zu kollabieren drot. Das merken die Insider und springen ebenfalls ab. Die große Meute der Händler folgt, und die Blase platzt. Die Normalmenschen bekommen es erst mit, wenn sie ihr Geld verloren haben.

Das war auch 2008 so, und seit Lehman geht das mit dem Blasenwerfen munter weiter.

„2008 haben wir eigentlich nur den Anfang der Katastrophe gesehen. Bildlich gesprochen sind wir 2008 mit 120 Stundenkilometern gegen die Wand gefahren. Aber es war noch keine echte Wand, eher eine Theaterkulisse. Trotzdem haben viele ziemlich heftige Schrammen abbekommen. Seitdem hat man jährlich mehr und mehr aufs monetäre Gaspedal gedrückt und fährt aktuell 250 Stundenkilometer. Zusätzlich wurden parallel noch die Airbags deaktiviert und der Gurt gelöst. Und die Wand besteht diesmal aus Stein. Der Aufprall wird definitiv tödlich für das Finanzsystem sein.“ (DWN, 8. Juni 2014)

 

 

Wir werden überdies nicht nur durch die bereits beschriebenen Vorgänge abgezockt. Die EZB hat auch noch eine gesetzlich sehr windelweiche Methode im Programm, mit der sie Staatsanleihen von EU-Pleitestaaten aufkauft, obwohl es ihr nach den Statuten verboten ist, die Staatshaushalte der Mitgliedsländer zu subventionieren. Das massenweise Aufkaufen von faulen Staatsanleihen ist aber nichts anderes. Außerdem ist die EZB jetzt keine „Vorrangige Gläubigerin“ dieser Staaten mehr. Will sagen: Sie bekommt eben nicht mehr erst einmal alles geliehene Geld zurück, bevor andere Gläubiger bedient werden. Das heißt: Das EZB-Geld – und unser Geld – ist FUTSCH . Denn wenn ein Land pleitegeht, haftet nicht mehr allein die EZB mit ihrem von 7,5 Milliarden Stammkapital (etwa 2 Milliarden sind Einlage der Deutschen Bundesbank), sondern wer?

Na, wir! Die Bürger Europas. Vorrangig die Deutschen, verlaßt Euch drauf.

„Wir alle erleben gerade live das größte Notenbank- und Geldexperiment der Geschichte. Es dürfte inzwischen deutlich geworden sein, dass die Chance eines Gelingens bei diesem Experiment gleich Null ist, das Ganze vielmehr in einem Ausmaß scheitern wird, das sich unserer Vorstellung entzieht. Denn durch die enge Verbindung zwischen Wirtschaft, Banken, Staaten, Währungen auf der ganzen Welt, die durch die Globalisierung entstanden ist, kann ein einziger rollender Stein heute eine riesige Lawine auslösen.“ (DWN, 8. Juni 2014)

Daß es den Spielern im Finanzsystem so langsam mulmig wird, ist auch schon zu bemerken. Die Chefökonomen und Händler der Banken sind verunsichert. Die Tatsache, daß die EZB ihnen das Geld quasi umsonst hinterherwirft macht sie mißtrauisch. Statt zu jubeln äußern sich Experten mißtrauisch. Der Geld-Tsunami sei ein Zeichen, daß die Lage in der Eurozone und dem globalen Finanzsystem anscheinend viel gefährlicher ist, als man dachte.

Reuters meldete dies wie folgt: „Die umfangreichen Beschlüsse der EZB zur Ankurbelung der Kreditvergabe in der Euro-Zone haben am Interbankenmarkt am Donnerstag für Verunsicherung geführt. “Ich habe noch kein richtiges Gefühl dafür, wie das weitergehen wird“, sagte ein Händler. … “Die EZB hat sehr weitreichende Maßnahmen auf allen Ebenen getroffen”, sagte ein Händler. … “Das ist schon etwas überraschend … „Draghi schießt aus vollen Rohren“, sagt ein Händler. … “Das ist mehr als die ‘Dicke Bertha’.” … Es müsse schlimm um die Euro-Zone stehen, wenn so viel Geld reingepumpt werden müsse. Ob es reiche, um die Banken – vor allem in den südeuropäischen Krisenländern – zu mehr Krediten an den Mittelstand zu bewegen, sei zweifelhaft. … “Die EZB hat aber verdammt tief in die Tasche gegriffen“, fügte ein anderer Händler hinzu.”

Man darf davon ausgehen, daß die systemtreue Agentur Reuters das noch so vorsichtig wie möglich wiedergibt. Und es stellt sich die Frage: Was passiert eigentlich, wenn auch die „überdicke Bertha“ Draghis ohne große Wirkung verpufft? Was kommt dann? Wann kommt der Punkt, wo offen enteignet wird, um das System noch weiter zu halten? Oder der Crash nicht mehr verhindert werden kann?

Wenn die Leute wirklich begreifen, daß ihr Geld entwertet ist, daß sie kaum Rente bekommen werden – wenn überhaupt, wenn es kaum noch Hartz4, Arbeitlosengeld, Sozialgeld gibt, wenn das kleinste Häuschen mit einer erdrückende Zwangshypothek belastet wird, wenn auf alles mörderische Steuern geknallt werden und jeder überwacht und bespitzelt, ob er auch alle Steuern zahlt, drakonische Strafen eingeführt werden … wird der Zorn überkochen. Deshalb muß man Facebook und Twitter abhören, weil man weiß, daß Ausschreitungen, bürgerkriegsähnliche Zustände und Revolutionen kommen. Wie es dann weiter geht, wissen wir ja.