Die verdrängte Hälfte unserer Wirklichkeit: Autosuggestion von und mit Émile Coué

7. Juni 2014 von Michael Friedrich Vogt
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(Bild: Émile Coué) Franz Josef Neffe im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt. Jeder kennt Sigmund Freud – kaum jemand Émile Coué: Und wieder stehen wir vor einer spannenden cui-bono-Frage, warum ausgerechnet das Spitzenmodell Autosuggestion nach Émile Coué vom Markt gedrängt wurde. Ausgerechnet das Modell, das nicht alles auf eine seltsame Mentaltechnik reduziert sondern zeigt, daß Autosuggestion die unbekannte Kehrseite der Medaille ist.

 

Erkenntnisse:

  • Wenn ich Sie in dem Irrtum lasse, daß ich es bin, der Sie gesund macht, mindere ich Ihre Persönlichkeit.
  • Wer so gut denken kann wie Sie, sollte niemals denken: Ich kann nicht.
  • Wenn jemand von Dir verlangt, daß Du Dir was aus dem Kopf schlagen sollst, frag ihn, ob Du erst mit seinem Kopf ein wenig üben darfst.
  • Bescheiden ist nicht, wer sich klein macht, sondern wer sich groß sein läßt.
  • Wenn wir nicht schulfrei haben, haben wir dann schulunfrei?

Jeder kennt Siegmund Freund – kaum jemand Émile Coué: Und wieder stehen wir vor einer spannenden cui-bono-Frage, warum ausgerechnet das Spitzenmodell Autosuggestion nach Émile Coué vom Markt gedrängt wurde. Ausgerechnet das Modell, das nicht alles auf eine seltsame Mentaltechnik reduziert sondern zeigt, daß Autosuggestion die unbekannte Kehrseite der Medaille ist. Suggestion ist einerseits fremder (Hetero-Suggestion), andererseits eigener (Auto-Suggestion) Einfluß – und ausgerechnet die Seite mit dem eigenen Einfluß soll nicht gezeigt werden?

Es geht um die Konkurrenz zwischen Siegmund Freud (1856-1939) – Émile Coué (1857-1926): Freud = eine Theorie, die immer tiefer ins Problem hineinführt und Dauerpatienten schafft) versus Coué = eine Praxis, die aus dem Problem herausführt. Freud erweist sich als der Idealfall für die GOÄ, während Coué der Supergau für die GOÄ ist, weil er den Menschen in die Befreiung ohne Therapeut und Medikation führt. Coué nahm den „Göttern in Weiß“ das Feuer der alleinigen Erleuchtung.

Suggestion unterteilt sich in Hetero- und Autosuggestion. Das ist sehr viel mehr als mentaltechnische Fremd- und Selbstbeeinflussung. Autosuggestion = der eigene Einfluß. Pädagogik, Therapie, Medizin, …. bis hin zur Religion ist heut alles FREMDER Einfluß. Es fällt gar nicht auf, daß man uns den EIGENEN Einfluß völlig „wegrationalisiert“ hat. Darum ist Autosuggestion in Coué-Qualität so wichtig.

Suggestion ist eine Geste von unten (lat. „sub“) hinauf – wir sind dagegen nur an eine Hierarchie gewohnt, in der alles von oben herab kommt. Zu Coués Zeit machten alle Menschen Autosuggestion. Durch Coué wurde sie weltberühmt, weil er mit Abstand am besten verstanden hatte, daß man beDIENEN lernen muß, was man beherrschen will.

Die PRAXIS der Autosuggestion:

  • die drei Lebenshilfeformeln: Wegwegweg…. und Kannkannkann…. und: Es geht mir jeden Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser
  • der Glaube an sich selbst und der gute Umgang mit seinen Kräften
  • das Verständnis des Wollens und die Vermeidung von Anstrengung
  • Wenn man mit sich selbst EINS wird, multipliziert das die Wirkung der Kräfte.

Coués 4 Gesetze:

1. Im Widerstreit zwischen Wille und Vorstellungskraft siegt letztere ausnahmslos. 2. Im Konflikt zwischen Wille und Vorstellung beträgt die Vorstellungskraft — bildlich gesehen — soviel wie das Quadrat der Willenskraft. 3. Sind Wille und Vorstellungskraft gleichgerichtet, so addieren sie sich nicht, vielmehr ist die Endkraft das Ergebnis einer Multiplikation beider Energien. 4. Die Vorstellungskraft ist lenkbar.

Wer also ist hier eigentlich der Chef?

»Nur Du spielst die Hauptrolle in meinem Leben. – Mein Sohn spielt die Hauptrolle in meinem Leben. – Musik spielt die Hauptrolle in meinem Leben. – …« Alles und jeder wird dazu herangezogen, die Hauptrolle in unserem Leben zu spielen. Aber wie ist das, wenn wir den Mittelpunkt unseres Lebens aus unserer Mitte hinaus verlegen? Ist es wirklich verwunderlich, wenn uns das Leben dann herumwirbelt? Ist es ein Zufall, daß wir nicht wollen, daß sich alles um uns dreht? es uns ins Rotieren, daß wir uns nicht selbst als den Mittelpunkt unseres Lebens akzeptieren?

Ich bin der natürliche Mittelpunkt meines Lebens. Ich stehe im Zentrum. Alles dreht sich um mich. Warum bringt man uns dazu, daß wir uns selbst ständig von der Grundwahrheit unseres Lebens abbringen? Warum dressiert man uns darauf, daß wir uns selbst nicht die Hauptrolle in unserem Leben spielen lassen? Warum weist man uns von klein auf nur immerfort Statistenrollen im Leben anderer zu und bringt uns davon ab, uns um unsere eigene Lebensfirma zu kümmern? Warum schämen wir uns, uns zu unseren feinsten und edelsten Kräften und Talenten zu bekennen? Warum füttern wir täglich unseren Körper und lassen Geist und Seele hungern? Warum sollen wir uns ausbilden lassen, uns aber nichts einbilden? Es bringt uns ins Rotieren, daß wir uns nicht selbst als den Mittelpunkt unseres Lebens akzeptieren.

Ich bin der Chef meiner Lebensfirma. Alle meine Kräfte und Talente und Potentiale und Begabungen und Fähigkeiten fragen sich jeden Tag: »Wo bleibt der Chef? Warum kommt er nicht und sagt uns, für was er uns braucht? Wo geht es hin? Was sind die Firmenziele? Was ist der Sinn unseres Daseins?« Ich spiele die Hauptrolle in meinem Leben. Damit nehme ich niemand etwas weg, im Gegenteil! Endlich ist jemand anzutreffen, der für mein Leben zuständig ist!

Publikationen: Émile Coué, Autosuggestion. Wie man die Herrschaft über sich selbst gewinnt, mit einem Nachwort von Franz Josef Neffe Franz Josef Neffe, Suggestive Chefansprache – Die Hauptrolle in meinem Leben, Booklet mit CD Franz Josef Neffe, Lebensschlüssel Autosuggestion Franz Josef Neffe, Die Autosuggestion und ihre Wirkung in der Schule Franz Josef Neffe, Coué — wer was über ihn schrieb Franz Josef Neffe, LegastheNIE — Kinder zu Legasthenikern machen, das zerstört die Persönlichkeit. Die Aufdeckung unbewußter problemfördernder Autosuggestion und die Lösung durch bewußte problemlösende Suggestion Erwin Richter/Franz Josef Neffe (Hrsg.)/Klaus Dieter Ritter: Die Befreiung von Stottern durch Autosuggestion Franz Josef Neffe, Die neue Ich-kann-Schule – Start in den Schulerfolg, Vortrags-DVD Franz Josef Neffe, Dorn – der Wirbelflüsterer, Vortrags-DVD

Download als pdf: Franz Josef Neffe, »Suggestive Chefansprache«, Die Hauptrolle in meinem Leben

Websites: www.coue.org www.FJNeffe.de