Edelmetalle und die unsichere Lage in Europa im Februar 2014

25. Februar 2014 von Gastautor: Hubert Hüssner
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von Hubert Hüssner. Der Goldpreis ist wieder in Bewegung nach oben gekommen, und das Interesse an den Edelmetallen steigt spürbar. Das hat vielfältige Gründe. Die Welt ist kein sicherer Ort zur Zeit, und Gold bedeutet Sicherheit für Staaten, Zentralbanken und auch den Bürger.

In Westeuropa wächst die Sorge um die anstehenden Enteignungsstrategien der EU. Es ist allzu deutlich, daß die Wirtschafts- und Schuldenkrise eben nicht in den Griff zu bekommen ist. Jetzt rutschen auch die bisher stabilen Staaten wie Norwegen und Finnland in die Krise. Frankreich, das zweitgrößte Schwergewicht hinter Deutschland ist das größte Sorgenkind. Italien und Spanien sind eigentlich auch schon nicht mehr zu retten, Portugal, Griechenland und Belgien sind de facto bankrott. Die Absicht der EU-Kommission, auf die Sparvermögen der 500 Millionen Europäer zuzugreifen, um den Zusammenbruch noch ein paar Jahre hinauszuzögern, wird wahrscheinlich mittelfristig funktionieren. Doch die Informierten unter den Bürgern haben verstanden – und ziehen ihr Geld von den Banken und aus den Papieren ab, um es in Sachwerte zu stecken … und in Edelmetalle. Hier hat die hungrige Kralle der EU keinen Zugriff.

Im Osten Europas ist die Lage schon viel dramatischer. Die Ukraine droht im Chaos zu versinken. Die Währung verliert rapide an Wert. Nach Berichten aus dem Land stehen lange Schlangen vor den Banken. Man holt sein Geld ab und setztes in Sachwerte und Gold oder Silber um. Dabei wird das Drei- bis Fünffache des offiziellen Preises bezahlt. Es gilt nur noch zu retten, was zu retten ist. Viele Insider sehen eine solche Entwicklung in Zukunft auch auf Westeuropa übergreifen.

Die weltweite, unaufhaltsame Schuldenkrise und die andauernde globale Rezession in Verbindung mit dem Niedergang des Dollar als Weltleitwährung veranlaßt die Zentralbanken, Gold zu kaufen. Alen voran sammelt China massenhaft Gold und fegt den Markt geradezu leer. Es ist ein offenes Geheimnis, daß China im Verbund mit den asiatisches Ländern an einer neuen globalen Leitwährung bastelt. Und das Vertrauen in eine solche neue Weltleitwährung läßt sich mit nichts besser herstellen, als mit einer Golddeckung. Daher zieht China soviel von dem gelben Edelmetall an sich, wie es nur bekommen kann.

Die Bewegung auf vielen Ebenen hin zum Gold hat aber auch Konsequenzen:

1) Indien war lange Zeit der größte Goldimporteur. Letztes Jahr wurde Indien dann von China in seiner Führungsrolle abgelöst. Dennoch ist auch der Goldhunger der Inder ungebremst. Doch die Tatsache, daß die Bevölkerung stetig große Mengen an Rupien gegen das wahre Geld „Gold“ eintauscht, schwächt die Wahrung und zwingt den Staat zu Gegenmaßnahmen. Die Goldeinfuhrgesetze in Indien wurden jetzt von der indischen Zentralbank weiter verschärft und zwar wie folgt: Importeuren wurden 3 Lieferungen pro Lizenz gewährt. „Die dritte Goldlieferung darf jetzt nicht mehr als die kleinere der zwei vorangegangen betragen“, wurde von der „Reserve Bank of India“ im Monat Februar 2014 bekanntgegeben. In der Praxis führt das dazu, dass die Maximalmenge beim dritten Import „die fünffache Menge der nachgewiesenen Exporte oder die rechtmäßig genehmigte Goldmenge, welche an eine autorisierte Behörde geschickt werden darf, betragen kann“. Was in Indien zur Zeit geschieht, könnte auch in Europa angewendet werden, wenn die Flucht aus dem wankenden Euro in stabile Werte wie das Gold richtig Fahrt aufnimmt.

2) Daum empfiehlt es sich, frühzeitig und in aller Ruhe und mit Sorgfalt umzuschichten. Begreift die große Masse ersteinmal, daß sie aus dem Euro fliehen muß, wird man kaum  mehr mit der nötigen Sorgfalt kaufen können, geschweige denn zu den günstigen Preisen wie zur Zeit. Das ist dann die große Zeit der Fälscher, die die Panik nutzen, um Fakes schnell und teuer an ahnungslose, verängstigte Bürger zu bringen. Aber auch schon jetzt sollte man Einiges beachten.

Wer sein Anlagegold im Internet kauft, sollte ganz besonders darauf achten wo und bei wem er sein Gold bezieht. Es gibt sie leider immer wieder, die Betrüger und gerade im sensiblen Goldgeschäft muss man sehr achtsam sein, wem man sein Geld anvertraut. In den letzten Jahren sind viele neue Vertriebsfirmen entstanden, um die Nachfrage von möglichen Anlegern zu decken. Und hier gab es in der Vergangenheit und Gegenwart schon den ein oder anderen Betrugsfall. Bei Gold aus dem Inland oder im Ausland sollte man ganz besondere Achtsamkeit an den Tag legen. So weiß der Verfasser z.B. von einem konkreten Fall, wo man 999,9er Feingold bestellt und bezahlt hat, es wurde aber nur Gold in der Qualität unter 995 geliefert – also kein Anlagegold. In so einem Fall liegt dann doppelter Betrug vor, denn dann wird zum eigentlichen Qualitätsbetrug auch noch der deutsche Staat um die 19% Mehrwertsteuer geprellt. Mittlerweile stellt es für Menschen mit kriminellen Energien auch kein wirkliches Problem mehr dar, sich über eine bekannte ausländische Handelsplattform, z.B. Krügerrand Plagiate zu besorgen und die tauchen dann eines Tages irgendwo im world wide web oder sonst wo zum Verkauf auf …

Deshalb sei allen, ganz besonders aber den Neuligen, folgende Ratschläge gegeben, falls irgendwelche Zweifel berechtigt sind:

a) Erkundigen sie sich nach dem Rechtsstatus des Unternehmens und nach dem Eintrag im Handelregister.

b) Recherchieren oder informieren Sie sich über die Geschichte des Unternehmens, seinen Standort und seinen Ruf. Wie lange existiert dieses Unternehmen bereits? Welche Unternehmen (Bsp. staatliche Münzprägeanstalten) gehören zum Kundenkreis. Mit Hilfe des Internets ist das in der heutigen Zeit ziemlich unkompliziert. Im Zweifelsfall können Sie sich auch einen aktuellen Auszug aus dem Handelsregister besorgen. Stellen Sie bei Ihren Recherchen sicher, daß es sich bei den Angaben um nachprüfbare Informationen von neutralen Stellen handelt, welche aus zuverlässigen Quellen kommen, bzw. daß sie sich auf seriösen Webseiten befinden.

c) Tippen Sie den Namen des Unternehmens in einer Internet-Suchmaschine ein. Suchen Sie zusätzlich nach dem Namen, bzw. der Integrität des Geschäftsführers.

und last but not least

d) sollten Sie in der Lage sein, das zu kaufen, was Sie kaufen wollen – in der Menge, die Sie möchten – und nicht das, was man Ihnen eventuell entgegen Ihrem Kaufwunsch verkaufen möchte.

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