Der „Hund von Baskerville“ – es gab ihn wirklich!

23. Dezember 2015 von Niki Vogt
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23. Dezember 2015 (von Niki Vogt) In den Ruinen von Leiston Abbey im englischen Suffolk haben Archäologen einen unheumlichen Fund gemacht: Bei Ausgrabungen stießen sie überraschend auf  das Skeltt eines riesengroßen Hundes. Das Tier war männlich und riesig. Er muß etwa 100 Kilogramm gewogen haben. Dieses Tier war mit Sicherheit unglaublich furchteinflößend. Könnte dieser gigantisch große Hund der Urahn all dieser Legenden und Horrorgeschichten sein, die seit mehr als 500 Jahren in dieser Gegend erzählt und überliefert werden?

 

 

http://api.ning.com/files/76gkTS5QINethWfd6TScaXlVuYmJ3Hk6ijPPX7cPqPX2UHHJ9v0NVZYUVyNzABZNE-Hfp179whtA3wmcuA66YKu-hXdiHe-V/xxx1.jpgFast jeder kennt den alten Sherlock Holmes-Horrorfilm  „Der Hund von Baskerville“. Wohliges Gruseln über ein unheimliches Hundevieh mit glühenden Augen, das im Nebel des englischen Hochmoors Tod und Verderben verbreitet, ein Gruselgenuß, den man mit Gänsehaut auf der Couch wohlig genießen kann. Weil man ja denkt: Huuuh, wie schaurig! Gut, daß es so ein Monster nicht wirklich gibt …

Das könnte ein Irrtum sein. Das, was die Archäologen in den Abteiruinen ausgegraben haben, läßt den „Hound of Baskerville“ wie einen harmlosen Pinscher aussehen. 

Viele alte Texte berichten von Vorfällen mit einem solchen unheimlichen Riesenhund. In diesem Zusammenhang taucht immer die Bezeichnung „Black Shuck“ auf. Dieser Begriff kommt von einem alten, englischen Wort und bedeutet so etwas wie „Schwarzer Dämon“. Die Legenden von einem solchen Höllenhund, die seit über 500 Jahren in Süd- und Mittelengland kursieren, sind seit dem Fund in Suffolk auf einem ganz anderen Hintergrund zu sehen.

Das Skelett wurde nicht ganz einen Meter tief in einem namenlosen Grab zwischen Keramikscherben gefunden. Nach den Berechnungen muß der Rüde über zwei Meter hoch gewesen sein und ca 100 Kilogramm schwer. Allein diese Informationen belegen, daß dieses Tier kein unauffälliges Haustierchen war. Es könnte durchaus sein, daß dieser gigantische Hund der Ausgangspunkt all dieser Schauerlegenden um den „Black Shuck“ begründete.

Bei Wikipedia ist dieser Sagenfigur ein Eintrag gewidmet. Herkunft des Wortes und sein Auftauchen in Überlieferungen wird beschrieben:

 

Ein wohl zu den anschaulichsten Berichten gehörender Auftritt des Black Shuck ist wohl sein Zug durch die Kirchen in Bungay und Blythburgh in Suffolk. Am Abend des 4. August 1577 suchte die Dorfgemeinschaft von Bungay durch einen fürchterlichen aufziehenden Sturm Schutz in der Kirche. Reverend Abraham Fleming, welcher damals anwesender Pfarrer war, beschrieb die Ereignisse in seinem Bericht „A straunge and terrible wounder“ in etwa wie folgt:

„Ein schreckliches Wesen in der Gestalt eines großen schwarzen Hundes erschien der Kirchengemeinde. Beim Anblick des Tieres und in Gedenken an den fürchterlichen Sturm draußen waren wohl viele von ihnen versucht, den Tag des Jüngsten Gerichts für gekommen zu halten. Der Hund, oder wohl der Teufel in Hundesgestalt, jagte mit sagenhafter Schnelligkeit durch die Kirche. Er rannte in sichtbarer Gestalt durch die Menge und zwischen zwei von ihnen, die auf den Knien im Gebet versunken waren, und brach beiden in Blitzesschnelle die Hälse. Gleich danach erreichte die Hundegestalt einen weiteren Gläubigen, welchen er in den Rücken biss. Dieser arme Mann wurde zusammen gezogen und schrumpfte auf grauenvolle Weise. 1) Doch er starb trotz des Angriffes nicht, sondern ist noch immer am Leben. Dieses Wunder erscheint den Menschen als schwer verständlich…“

Und am selben Abend in der 7 Meilen entfernten Kirche von Blythburgh ereignete sich angeblich dies:

„…Der Hund hängte sich an die Dachbalken und schwang sich in die Kirche herunter. In der Menge tötete er zwei Männer und einen jungen Burschen. Auch verbrannte er die Hand einer weiteren Person, die in der Kirche Schutz suchte…“

So lautete der Inhalt des Berichtes des Pastors. Der Hund soll in Blythburgh das Kirchengewölbe zum Einsturz gebracht haben, als er sich davon herunterschwang. Anzumerken ist zudem, dass am Marktplatz von Bungay eine Wetterfahne hängt, die die auffällige Gestalt eines springenden schwarzen Hundes hat. Außerdem kann man am Eingang zur Kirche von Blythburgh mysteriöse Brandspuren zu sehen bekommen, von denen die Ortsangehörigen erzählen, dass der Geisterhund sie damals beim Eindringen in das Gotteshaus hinterlassen haben solle. Es existieren Vermutungen, nach denen die Spuren auf Blitze oder gar den Teufel selbst zurückgehen sollen (sie ähneln angeblich Fingerabdrücken von glühenden Händen).

 

1) Im Originaltext: „This black dog, or the devil in such a likeness (God he knoweth all who worketh all) running all along down the body of the church with great swiftness, and incredible haste, among the people, in a visible form and shape, passed between two persons, as they were kneeling upon their knees, and occupied in prayer as it seemed, wrung the necks of them both at one instant clean backward, in so much that even at a moment where they kneeled, they strangely died.“

https://d15mj6e6qmt1na.cloudfront.net/files/images/1353/2484/BLACK_SHUCK_CHURCH.pngDa die Erzählungen über den Höllenhund sehr vielfältig sind und immer wieder mit neuen Begebenheiten an verschiedenen Orten auftauchen, ist es sogar relativ wahrscheinlich, daß es wirklich eine Art „Urkern“ für diese Geschichten gibt – und das könnte durchaus dieser Hund sein, dessen Überreste jetzt ausgegraben wurden. Das sieht auch der Ausgrabungsleiter, Brendon Wilkins so: „The story of Black Shuck has to have originated from somewhere and, who knows, it could have originated from the dog which was buried here“

Untersuchungen mit der Radio-Karbon-Methode ergaben überdies, daß das Alter der Knochen mit der Zeit übereinstimmt, in der die ganzen Legenden über den Höllenhund entstanden sind. Das paßt also auch zu den oben zitierten Berichten, sowohl zeitlich als auch von den örtlichen Gegebenheiten her. Der spektakuläre Auftritt des Riesenhundes fand etwa 7 Meilen von seinem jetzigen Begräbnisort statt.

Seltsam bleibt die Tatsache, daß das Tier auf dem Friedhof der Abtei, also in heiliger Erde begraben worden ist. Obwohl: Das kann auch aus dem Grund gerade deshalb geschehen sein, weil man verhindern wollte, daß der „Höllenhund“ aus seinem Grab entsteigt und weiterhin als Dämon und Geist sein Unwesen treiben. Zumindest der Landbevölkerung dürfte deutlich wohler dabei gewesen sein, das Tier auf einem Klosterfriedhof beerdigt und „gebannt“ zu wissen.

Ob der Hund wirklich Menschen getötet hat, wissen wir nicht. Allein schon der Anblick eines solchen, unheimlichen Wesens kann schon große Angst und Verunsicherung hervorrufen. Mancher mag wirklich aus reiner Angst gestorben sein.

 

Die Figur dieses „Black Shuck“ taucht auch  heute noch in einigen Stadtwappen, Brunnen oder Wetterfahnen dieser Region auf.

http://4.bp.blogspot.com/-W9r1Ufp29mM/Tt5QYTHGhXI/AAAAAAAAAIM/KOHCOe2gotE/s1600/Untitled_0001+003_0001.jpg

 

Das, was wir aus diesem Fund (wieder einmal) lernen ist, daß Legenden und Mythen nicht immer nur Phantasieprodukte sind. Es wird sicherlich noch einige solcher Geschichten geben, die heute als Hirngespinste ungebildeter, einfacher Leute abgetan werden, denen aber eine wahre Begebenheit zugrundeliegt.

Quellen:

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2629353/Is-skeleton-legendary-devil-dog-Black-Shuck-terrorised-16th-century-East-Anglia.html

http://www.ancient-code.com/7-foot-tall-hellhound-skeleton-unearthed-near-ancient-monastery-in-uk/