Verbunden mit Volk, Göttern & Natur: Sommersonnwendfeier bei den Azteken …

12. Dezember 2015 von Michael Friedrich Vogt
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12. Dezember 2015 … Nach fast fünf Jahrhunderten christlicher Unterdrückung erstmals öffentlich zelebriert. Miktlan Ehekateotl Kwauhtlinxan im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt. Miktlan Ehekateotl Kwauhtlinxan ist Schamane und Medizinmann und der „Wortsprachführer“ der Azteken. Aus der alten Metropole der Azteken in Mexiko Stadt berichten wir erstmals und exklusiv von einem Ort, an dem die „Mexica“, wie sich die Azteken selber nennen und der der Land den Namen gegeben hat, in einer über vier Tage andauerten, traditionellen Zeremonie zur Sommersonnenwende von den Göttern den Beginn der Regenzeit erbeten.

In dieser Zeit versammeln sich die Nachfahren dieses besonderen indigenen Stammes der Azteken, dem einst vor dem Einfall der Spanier dieses Land „gehörte“, um bei dem Naturspektakel des längsten Tages des Jahres besondere Beobachtungen machen zu könne. Es geht um die Beeinflussung der Wolkenbildung und die Entstehung des Regens in dieser Zeit. Das ist an diesem besonderen Ort, einem heiligen Berg, an dem sich verschiedene Winde genau in diesem Zeitfenster – wenn die Sonne ganz bestimmte tropische Zonen passiert – möglich.

Während des Sommerwendrituals besteht Schweigepflicht, und es wird nichts gegessen und getrunken. Wasser darf lediglich dann zu sich genommen werden, wenn es gespendet wurde.

Über 400 Jahre waren die „Mexica“ gezwungen, nach dem grausamen Eroberungs- und Mordfeldzug der „christlichen“ Spanier ihre Traditionen und Lebensweise nur im Verborgenen stattfinden zu lassen. Gerade erst einmal seit 25 Jahren ist es möglich, ihre Rituale auch wieder öffentlich zu feiern. Das hängt zusammen mit der Eroberung der Spanier vor über 400 Jahren und der entsprechenden Ausrottung und den gezielten Massenvergewaltigung der aztekischen Ureinwohner zur Vernichtung des indianischen Genpools.

Diese indigenen Völker wurden in dieser und der nachfolgenden Zeit der Eroberung ihres Landes durch die Europäer gezwungen, sich mit den verschiedensten Rassen und Nationen, wie Afrikanern, Europäern, Asiaten zu vermischen. Sie wurden in einen Zustand der Unterwerfung und Entrechtung gebracht, in dem sie nicht mehr in einer Übereinstimmung mit ihrem eignen Leben und ihrem nationalen, ethnischen und kulturellen Ursprung leben durften.

Diese aufgezwungene Lebensweise entsprach nicht ihren Vorstellungen eines humanen Lebens. Man brachte ihnen (neben der fremden Religion und der fremden Sprache) u. a. ein Finanzsystem, das einzig und allein der Ausbeutung des Menschen diente. Das Materielle war das Wichtigste und wurde über das Geistige gestellt – ganz im Gegensatz zu den Vorstellungen der Azteken. Das alles steht im Gegensatz zur Lebensform und dem Wirtschaftssystem der indigenen Völker.

Ein Grundwert des Zusammenlebens bestand darin, daß der Mensch für den Menschen da war. Das „MenschSEIN“ und seine Menschlichkeit waren das, was den Menschen ausmachte. Und die „Wahrheit“ ist das zentrale Konzept in der Religion der Azteken ebenso wie der Respekt gegenüber der Natur, denn wie sämtliche indigenen Völker der Welt suchten auch die Azteken das Gleichgewicht und den Ausgleich und Gleichklang mit der Natur und den Naturkräften sowie ein Gleichgewicht mit dem Universum. Miktlan Ehekateotl Kwauhtlinxan spricht von dem schwerwiegenden Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz. Durch Akzeptanz kann sich bei den Menschen eine neue Lebensart herausbilden und ein gegenseitig respektvoller Umgang entstehen. Toleranz hingegen ist für den Wortführer der Schamanen eine Art von Scheinheiligkeit, die Zwanghaftigkeit und Ängste entstehen läßt und letztlich den gezielten Druck zur Aufgabe des eigenen kulturellen Weges.

Miktlan Ehekateotl Kwauhtlinxan fragt: „Welches kulturelle Erbe bzw. besonderes spirituelles Erbe habt Ihr? Wir glauben nur an das eine Leben, und nicht an Wiedergeburt. Nutze Dein Leben deshalb intensiv, wenn Du einmal hier bist. Wir sind nur für kurze Zeit hier, das einzige, was Du mitnimmst, sind Deine guten Beziehungen, die Du gepflegt hast. Laß uns das Leben genießen, wir haben Frieden! Wichtig sind die lächelnden Gesichter, nicht ein großes Haus.“

Und auf die Frage zur kulturellen Identität vor dem Hintergrund des massiven Vernichtungsprogramm der Christen, rät der Azteke: „Du bist Michael, das ist Dein Name! Niemals wirst Du Deinen Namen verleugnen, es ist Deine Sprache, Deine Familie und Deine Kultur, Dein Land. Jeder sollte wissen, wer er ist! Das ist Identität.“

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