Wie man auf 400 Quadratmetern über 2000 Kilo Nahrung erzeugt

9. Dezember 2015 von Niki Vogt
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09. Dezember 2015 (von Niki Vogt) Mitten in Los Angeles lebt die Familie Dervaes. Sie haben dort ein Grundstück von etwas über 400 Quadratmetern. So weit, so gut. Was aber ungewöhnlich ist: Nur 15 Minuten FAhrtzeit vom Stadtzentrum Los Angeles entfernt hat diese Familie eine „Urban Farm“ – also einen Stadtbauernhof aufgebaut, von dem sie sich ernähren können.

 

Viele von uns denken ja darüber nach, wie sie sich besser selbst versorgen können, bekommen aber die Kurve nicht wirklich. Und man muß auch offen sagen: So etwas geht auch nicht von heute auf morgen. Man kann nicht einfach nur Gemüsepflanzensamen irgendwo in die Erde stopfen und schwuppsdiwupps – ohne jedes Zutun – erntet man kurze Zeit später die tollsten Früchte. Da gibt es einiges zu lernen, wie das geht. Man macht ganz neue Erfahrungen: Schädlinge die alle Anstrengungen in einer Regennacht zunichte machen sowie all die Fehler, die man am Anfang macht und die sehr entmutigend sein können.
Ja, und Los Angeles ist ein anderes Klima als Bremen oder Rostock. Paprika unter freiem Himmel gedeihen in kühleren, regnerischen Gegenden nicht wirklich gut. Und die Nacktschnecken sind auch nicht gerade die Freunde des Gärtners, fühlen sich aber in einem verregneten Sommer im Gemüsebeet sauwohl. Mitten in der Stadt im warmen Los Angeles dürften die Mistviecher wohl kaum in Kohortenstärke auftreten.
Trotzdem ist das, was die Familie Dervaes dort kann ein Ansporn. Es müssen ja nicht gleich 100% sein. Aber ein Anfang wäre schonmal etwas wert.
In jedem Fall sind solche halbhohen Beete, wie wir sie hier sehen, mit Kompost aus Küchenabfällen und klug variierter Abwechslung der angepflanzten Nahrungsmittel ein guter Start. Man sollte vielleicht nicht gleich soviele Beete auf einmal in Angriff nehmen. Ein oder zwei größere Hochbeete sind für nebenbei und als Anfang durchaus ausreichend.
Das Halten von Hühnern dagegen ist nicht besonders schwer. Wenn die Tierchen einen sauberen Stall und Auslauf haben, Licht, Luft, Sonnenschein und genügend Platz, dann sind sie bei abwehchslungsreicher, guter Fütterung gesund und munter, legen fleißig Eierchen und sind außerdem sehr unterhaltsam. Übrigens: Hühner sind alles andere als dumm!
Die Dervaes haben jedebfalls nach eigenen Angaben jede Menge Obst und Gemüse, im Jahr 900 Hühnereier und noch mehr Enteneier, über zehn Kilo Honig, Ziegenmilch und daraus Käse, aber auch eine abwechslungsreiche Fleischversorgung mit Kaninchen, Ziegen, Hühnern und Enten.
Nebenbei verkaufen sie ihre Produkte auch im eigenen „Hofladen“, was ihnen 20.000 $ im Jahr Einkommen beschert. Bedenkt man, daß dabei schon die eigene Ernährung vollumfänglich  geleistet ist, ist das nicht einmal wenig Geld. Zu den Kunden der Familie gehören auch Restaurants der Umgebung.
Für alle diejenigen, die sich aktiv auf Krisenzeiten vorbereiten wollen und möglichst noch soviel produzieren, um davon auch ei kleines Einkommen zu erzielen, ist diese kleine Stadtfarm ein guter Ideengeber!