Indianische Kultur und Tradition heute – Tradition and Art of the First Nations in today’s Canada

10. Januar 2014 von Michael Friedrich Vogt
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Regional Chief Morley Googoo im Gespräch mit Michael Vogt (Englisches Original-Interview). Der Regionale Häuptling Morley Googoo spricht über die gegenseitige Achtung religiöser Überzeugungen zwischen den kanadischen Ureinwohnern und den eingewanderten Kanadiern, die heute über 98% der Bevölkerung an der Ostküste ausmachen.

Die Indianer und ihre Kultur sind hier nur noch eine verschwindend geringe Randgruppe im Gegensatz zur Westküste Kanadas, wo die Siedlerwelle fast zweihundert Jahre später auf die Ureinwohner traf und die schlimmsten Auswüchse in der Behandlung der Indianer schon nachgelassen hatten. Doch Häuptling Googoo ist zuversichtlich. Ihm sind nur wenige Menschen begegnet, die die Spiritualität und den Glauben der „First Nations“ überhaupt nicht respektieren. Vielmehr prägt Angst und Unwissen über den Glauben der Indianer die Vorstellung der Meisten. Das schließe sogar die eigenen Leute ein, setzt er hinzu.Das komme auch daher, daß die Indianer „ihren Weg verloren“ haben, und viele keine Verbindung mehr zu ihren Wurzeln. Man müsse Tag für Tag und Stück für Stück der ursprünglichen, eigenen Identität wiederfinden und die alten Wege wiederfinden. Es gibt aber mittlerweile viele gute Lehrer, die sich mit großem persönlichen Engagement darum kümmern, ihre Stammesgenossen einen nach dem anderen nach und nach wieder an ihre wahre nationale Identität heranzuführen.

Das Engagement und die Freundschaft Rolf Boumans ist einer der Eckpfeiler, die all diese Bemühungen trägt und finanziert, den Aktivitäten im Cultural Center einen angemessenen Rahmen gibt und den Indianern auch organisatorisch zur Seite steht.

Chief Morley Googoo sieht den eingewanderten Deutschen Rolf, der sich – neben der Förderung der indianischen Kultur – so sehr um die Versöhnung der heutigen kanadischen Gesellschaft mit der Kultur der Indianer bemüht, als eine Art „Neustart“ zwischen den Kulturen.

In der indianischen Kunst sieht er all die Botschaften und Symbole, die durch das Talent der eingeborenen Künstler direkt die Seelen und Herzen der Indianer berühren und so ein Wieder-Verständnis der eigenen Kultur und des ursprünglichen Lebensgefühls möglich machen. Daß diese Kunst zurück zu den First Nations kommt, ist in Häuptling Googoos Augen ein Teil des Plans des Schöpfers.

Es ist wichtig, sagt er, daß wir verstehen und daß wir zusammenleben und zusammenarbeiten müssen. Das ist das Anliegen Rolfs, weiß Morley Googoo, hier in dem Cultural Center eine solche Umgebung zu schaffen, in der Freundschaft und Zusammenarbeit an erster Stelle stehen. Den Namen „Friends United“, findet er daher einen sehr passenden Namen für das ganze Projekt.

Gefragt nach dem Ausblick in die Zukunft, sieht Häuptling Googoo ganz klar die Bildung an erster Stelle. Dabei ist das Hauptziel, daß die Indianer selber die Ausbildung ihrer Jugend kontrollieren: „First Nation Control on Forst Nation Education“. Die Indianer wollen ihre Kinder nach ihren eigenen Vorstellungen ausbilden und erziehen. Dabei sollen Kinder, die sich künstlerisch betätigen wollen, gefördert werden. Die Stammesältesten sollen die alten Überlieferungen weitergeben, damit die jungen Künstler n diese dann in Bilder, Skulpturen und Texte umsetzen können.

Googoo: „Es ist Zeit, daß alle ein besseres Verständnis davon bekommen, wer wir indigenen Völker eigentlich sind. Wir sind nicht „der Indianer“. Wir sind viele verschiedene Stämme. Das verstehen viele gar nicht. Durch diese Kunst, durch die Partnerschaft mit Rolf haben wir wunderbare Möglichkeiten. Ich werde tun, was ich kann, um die Botschaft zu verbreiten, und daß es auf diesem guten Weg weitergeht!“

Webseite: www.friends-united.ca