George Friedman (Stratfor) – was seine Rede für uns bedeutet

22. März 2015 von Niki Vogt
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22. März 2015 (von Niki Vogt) Das Video mit den Statements des Stratfor-Chefs George Friedman rauschte tagelang durch’s Netz und sorgte für Aufregung. In der Tat gab es noch niemals zuvor eine derart offene, unverblümte Darstellung der US-Außenpolitik der letzten 100 Jahre und eine so schonungslos ehrliche Stellungnahme zum weiteren Verlauf der Geschichte und die Rolle Deutschlands darin. So manchem politisch korrekten Gutmenschen dürfte dabei die Kinnlade heruntergefallen sein, was die Bewertung Deutschlands betrifft und die Rolle der Weltkriege. Viele Meinungen sind zu diesem wichtigen Video-Zeitdokument geschrieben worden. Wagen wir eine Analyse sine ira et studio.

Für diejenigen, die dieses Video noch nicht kennen sollten, hier kommt es noch einmal. Es sind nur knapp 13 Minuten, die aber weltgeschichtlich relevant sind:

Die Außenpolitik der USA wird seit Langem in so genannten „Think-Tanks“ und von den Männern des inneren Zirkels erdacht – und bisweilen auch als Buch – oder wie hier als Video – veröffentlicht. Ob es Zbigniew Brzezinski („The grand Chessboard“) ist oder das „Project for a new American Century“, der CFR, die Atlantikbrücke oder sonst eine der US-geleiteten NGOs oder Denkfabriken … oder eben STRATFOR (Strategic Forecasting Inc), das eine der einflußreichsten Denkfabriken für US-Geopolitik ist. Es wird von George Friedman geleitet.

Am 5. Februar 2015 gab es in Chikago ein Treffen von STRATFOR (das zum engeren Kreis gehört und damit mit zu denen, die dem Präsidenten erklären, was er zu tun hat). Nach der Tagung über die Lage von Krieg oder Frieden in Europa gab Friedman am Ende ein Statement – Ausschnitte davon sind in diesem Video zu sehen und zu hören. Der Hauptduktus: Primäres Ziel der US-Geopolitik sei es schon seit 100 Jahren, so George Friedman, eine Allianz zwischen Deutschland und Rußland um jeden Preis zu verhindern. Das ist eine klare Aussage, keine Interpretation. (Die deutschen Untertitel sind nicht immer wirklich exakt übersetzt, wir haben hier unsere eigene, korrektere deutsche Übersetzung der wichtigsten Stellen- so wörtlich wie möglich):

„Also, das primäre Interesse der Vereinigten Staaten durch das letzte Jahrhundert hindurch – also im Ersten, Zweiten und im Kalten Krieg – sind die Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland gewesen, denn vereinigt wären diese beiden die einzige Macht, die uns bedrohen könnte – und daher sicherzustellen, daß das nicht passiert.“

Man muß Friedman Respekt zollen, daß er mal eben mit einem Satz den seit 100 Jahren aufgebauten, eisern hochgehaltenen, in Erz gegossenen Grundsatz „Deutschland trägt die uneingeschränkte Schuld an beiden Weltkriegen“ im Prinzip vom Tisch gefegt hat. Wir brauchen hier nicht um Prozentanteile zu streiten, wer an den Kriegen wieviel Schuld trägt. Er hat hiermit klar gemacht, daß die USA ein überlebenswichtiges Interesse daran hat und hatte, Deutsche und Russen gegeneinander zu hetzen, um den einzig möglichen Konkurrenten um die Weltmacht zu verhindern. Die USA geben hiermit offen zu, ihre Machtinteressen auch durch die zwei Weltkriege in Europa verfolgt  –  und folglich mit zum Ausbruch dieser verheerenden Kriege beigetragen zu haben. Wir sehen ja gerade, wie sie in der Ukraine-Krise dasselbe Spiel wieder spielen.

Die Haltung der meisten unabhängigen, alternativen Medien, daß es ausschließlich im Interesse der USA liegt, diesen Kriegshexenkessel in Europa anzurühren und in erster Linie Deutsche und Russen aufeinanderzuhetzen, ist also hiermit von ganz oberster Stelle bestätigt worden. Die USA wollen einen heißen Krieg mit Millionen von Toten, um ihre Weltmacht zu erhalten. Darum geht es, und das haben wir unabhängigen Medien von Anfang an gewußt. Und die Völker spüren es.

Das ist eine schallende Ohrfeige für die Träumer, die sich im bräsig-wohlig-selbstzerfleischenden Schuldgefühl in dem Gedanken eingerichtet haben, der Weltfriede sei ja sicher, wenn wir Deutschen nur stets schuldbewußt das Köpfchen einziehen und diensteifrig alles mitmachen, was die USA wollen. Es entledigte die Deutschen und alle Anrainer immer der Notwendigkeit, sich Rechenschaft über ihr Tun abzulegen. Die Lösung war ja klar. Die Deutschen sind die ewig Schuldigen, wenn die also Ruhe geben und den USA gehorchen, ist alles gut. In dieser Gewißheit hat man sich seit Generationen eingerichtet, vor allem in Europa.

Hündisch und diensteifrig wuselten die von den USA fest im Griff gehaltenen, handverlesenen deutschen Regierungen stets an der Seite der Weltmacht Nr. 1, das Würgehalsband der deutschen Kriegsschuld immer schön straff gehalten. Über die deutsche Wirtschaftslokomotive Europas, Deutschland, und das Kunstprodukt EU hatten die USA den ganzen Kontinent unter Kontrolle. Deutschland ist seit 1945 in seine Verpflichtungen, Verträge und Vermächtnisse verstrickt und gefangen. Seine erarbeitete Wirtschaftsleistung floß seitdem immer zu einem großen Teil in die EU und ihre Vorläufer und nach USA. Es durfte immer gerade soviel behalten, daß es gut leben konnte und die Menschen zufrieden waren – und nicht aus Not auf die Barrikaden gingen. So offen plump wie bei Versailles ging man nicht mehr vor. Deutschlands fehlende Souveränität und den Besatzungsstatus kaschiert man seither elegant. Die Menschen begannen erst darüber nachzudenken, als die NSA-Abhöraffäre publik wurde, und den Deutschen aus Washington beschieden wurde, sie hätten das Maul zu halten, weil nämlich als besetztes Land nichts zu sagen. Dabei blieb es. Und irgendwie war es ja auch entspannend, gar nicht verantwortlich zu sein für die eigene Politik, nicht wahr? Und die, die eine deutsche Souveränität wollen, sind ja eh alles Verschwörungstheoretiker und Spinner.

Aber das Sich-Drücken vor der Verantwortung für die eigene Politik hat Konsequenzen und holt uns ein. Erneut trägt Deutschland dazu bei, daß Unrecht, Unterdrückung und Kriegstreiberei blühen – bis hin zur Mitschuld an einem Dritten Weltkrieg. Diesmal als Handlanger in vorauseilendem Gehorsam und geduckter Haltung. (Was lag für das am Abgrund zappelnde Griechenland näher, als genau auf den sicheren, roten Knopf der deutschen Kriegsschuld zu drücken, und ein gesamtes Jahreshaushaltsbudget Deutschlands als Reparation zu fordern? Damit hatte doch jeder im Grunde schon lange gerechnet.)

Kein Wunder, daß die deutsche Regierung einschließlich Brüssel derartig dumm, konzeptlos und sogar gegen europäische Interessen in der Ukraine hantiert. Die USA stecken hinter den blutigen Geschehnissen des Maidan, um eine proamerikanische Regierung an die Macht zu putschen. Zu welchem Zweck, erfahren wir gleich. Die USA zwangen die EU zu diesen Sanktionen gegen Rußland, die in den europäischen Mitgliedsländern eine Spur wirtschaftlicher Verwüstung hinterlassen. Erst jetzt wagen es einzelne Länder aus purer Not heraus, gegen das Sanktionsdiktat der USA aufzumucken. Erst, seit es nicht mehr zu übersehen ist, daß die USA Europa – und dabei allen voran Deutschland – als künftigen Kriegsschauplatz für einen (atomaren?) Dritten Weltkrieg ausgesucht haben, fingen die europäischen Regierungen an sich zu winden und zu schlängeln und nach Auswegen zu winseln.

Daß der einzige, echte, sinnvolle, tragfähige und gute Weg ein Wechsel der Allianzen ist, das wissen wir Unabhängigen und Aufgewachten längst. Wir dürfen hier mal an unseren Kongreß aus dem November 2014 erinnern. Gibt es einen überzeugenderen Beweis, als George Friedmans Statement?

 

Weiterhin führt George Friedman aus:

„Letzte Woche – oder vor 10 Tagen – war Ben Hodges, der Oberbefehlshaber der amerikanischen Truppen in Europa, zu Besuch in der Ukraine. Er kündigte an, daß jetzt offiziell US-Militärausbilder und -Berater in die Ukraine kommen würden. Der aktuelle Grund, Ehrenmedaillen an die ukrainischen Kämpfer zu verteilen … was das Protokoll des amerikanischen Militärs (verbietet) … Ausländer kriegen den Pin nicht angesteckt …  wissen Sie, Medaillen. Aber er machte es. Er zeigte damit, daß das SEINE Armee ist.“

Damit ist klar, unter wessen Befehl die Ukrainischen Militärkräfte stehen, und für wessen Interessen sie sterben und töten. Soviel dazu, daß die USA laut John Kerry sich niemals in die Angelegenheiten anderer Länder mischen. Weiter George Friedman:

Dann ging er wieder. Und in den baltischen Staaten wurde verkündet, daß die amerikanische Regierung von nun an  Waffen, Artillerie und andere militärische Ausrüstung vorsorglich positionieren werde – in den baltischen Staaten wie Polen, Rumänien und Bulgarien, was ein sehr interessanter Punkt ist. Und die Vereinigten Staaten … gestern haben die Vereinigten Staaten angekündigt, Waffen (in die Ukraine) zu liefern. Natürlich haben sie es dementiert, aber selbstverständlich, die Waffen gehen (dahin). Bei all diesem haben die Vereinigten Staaten außerhalb des Kontextes der NATO agiert. Weil die NATO immer 100%-Abstimmungen haben muß. Jeder kann alles mit einem Veto blockieren. Und die Türken würden nur aus Spaß ein Veto einlegen (… würden für ein Kichern vetoisieren).“

Dieser Passus geht so ein bißchen unter. Ist aber hochinteressant. Die USA haben also auf eigene Faust und vollkommen eigenmächtig in diesen oben beschriebenen Dingen über die Köpfe ihrer „Verbündeten“ hinweg gehandelt und ihre NATO-Bündnispartner gar nicht einbezogen, wahrscheinlich nicht mal unterrichtet. Weil klar war, daß die ganze Aufrüstung, Kriegshetze und Provokation gegen Rußland ganz und gar nicht im Interesse Europas ist. Natürlich hätte die Türkei als Nachbar Rußlands und als neuer Erdgas-Handelspartner und Hauptumschlagplatz für russisches Gas nach Europa sofort dagegengestimmt. Eben nicht nur aus Spaß. Die Handlungsweise der USA zeigt ganz klar auf, wie brutal sie ihre Interesse verfolgen. Der Krieg soll gegen den Willen aller auf dem Kontinent Beteiligten einfach herbeigeführt werden und alles Nötige dazu plaziert und vorbereitet. Der gesamte eurasische Kontinent wird planmäßig von den USA präpariert, vermint und in Kriegsbereitschaft gebracht. Die „Alliierten“(!) werden weder gefragt, noch einbezogen, die haben einfach das Schlachtvieh abzugeben. Kanonenfutter wird nicht gefragt.

Das hat aber alles auch eine zweite Seite. Die europäischen „Partner“ der NATO-Allianz werden – da dies nun vollkommen klar zutage liegt – wenig Bündnistreue zeigen bei dem kommenden Desaster, das die USA ganz allein angerührt hat – zu Lasten aller Menschen auf diesem Kontinent.

Gehen wir weiter in Friedmans Ausführungen:

„Der Punkt (in der ganzen Angelegenheit) ist, daß die Vereinigten Staaten bereit sind, einen sogenannten „Cordon Sanitaire“ (= Sicherheitsgürtel) zu schaffen … rund um Rußland. Rußland weiß das. Rußland glaubt, daß die Vereinigten Staaten die Russische Föderation zu zerschlagen beabsichtigen. Ich denke –  wie auch Peter Lorey es ausdrückte -, daß wir Euch nicht töten, aber Euch schon ein bißchen weh tun wollen.“

Wenn es ein Wort gibt, was mir bei den grauenhaften Zuständen und dem entsetzlichen Töten und Sterben in der armen Ukraine so gar nicht in den Sinn kommen würde, ist das die Bezeichnung „Cordon Sanitaire“. Das ist kein Sicherheitsgürtel, das ist eine grausame Todeszone, in der Zigtausende für US-Interessen abgeschlachtet werden. Zivilisten und Soldaten, zum Waffendienst gepreßtes Kanonenfutter, halbe Kinder, widerwillige Familienväter, haßerfüllte Rassisten, begeisterte Schlächter gegen unschuldige Kinder, Mädchen, Frauen, alte Leute … alles wird in den Schlund dieser Todesmühle geworfen. Das ist blanker Zynismus.

Wenn dieses Abschlachten und Zerstören eines ganzen Landes, dieser Genozid an russischstämmigen Bürgern unter den Begriff „Erschaffung eines Sicherheitsgürtels“ fällt, was dürfen dann die Russen unter „ein bißchen weh tun“ erwarten?

Nach einigen folgenden Betrachtungen darüber, wie die USA ihre Weltdominanz nach dem Prinzip „Divide et impera!“ (Teile und herrsche!) aufrecht erhalten können, nämlich durch das Aufeinanderhetzen der Völker das Entstehen einer echten Konkurrenz unterbinden, so wie es das Römische und das Britische Imperium taten, kommt er noch einmal auf die heutige Situation im Zusammenhang mit der Ukraine zurück:

08:31:“Die Frage, die für die Russen auf dem Tisch liegt, ist, ob man eine wenigstens neutrale Pufferzone erhalten will, oder wird der Westen soweit in die Ukraine eindringen, daß er nur 70 Meilen (100 km)  von Stalingrad und 300 Meilen (500 km) weit weg von Moskau ist. Für Rußland ist der derzeitige Status in der Ukraine eine existenzielle Bedrohung. Und die Russen können das nicht durchgehen lassen (wörtlich: loslassen). Für die USA heißt das, daß wenn Rußland an der Ukraine festhält, wir gezwungen sein werden, sie (die Russen) zu stoppen. Deswegen ist es kein Zufall, daß General Hodges, der für das alles (die Eskalation der Situation in der Ukraine) verantwortlich gemacht wird, über das Aufstellen von Schnelleingreiftruppen nach Rumänien, Bulgarien, Polen und in die baltischen Gebiete gesprochen hat. Das (Territorium) ist das sogenannte „Intermarum“, also das Gebiet zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee, von dem (der frühere polnische Präsident) Pilsudski schon (nach dem Ersten Weltkrieg) geträumt hat. Dies ist DIE Lösung für die USA.“

Aus diesen Sätzen ist deutlich zu ersehen, daß es Friedman vollkommen klar ist – und damit den Eliten in Washington -, daß sie mit dem Status Quo eine Lage geschaffen haben, mit der sie Rußland existenziell bedrohen und an die Wand drücken. Und daß Rußland irgendwann gar nicht anders kann, als anzugreifen. Und es wird auch klar, daß genau das beabsichtigt ist. Die USA wollen einen Krieg. Anders sind diese Ausführungen gar nicht zu verstehen. Man will die „militärische Auseinandersetzung“. Und da man die Europäer, besonders die Deutschen vorne an die Front setzt, denn, wie schon vorher gesagt, möchte man ja als USA die eigene Armee dort nicht verheitzen, wird das große Sterben zwischen den Europäern, vornehmlich den Deutschen und den Russen, geschehen. Diese Darstellung ist von dankenswerter Offenheit und niemand kann mehr sagen, er habe es nicht gewußt.

Und jetzt kommt der Teil, bei dem wir Deutschen ganz genau zuhören müssen:

„Die Angelegenheit, auf die wir bisher noch keine Antwort haben, heißt: Was wird Deutschland tun? Die wirkliche „Wild Card“ (= unberechenbare Sache, der Joker) in Europa … wenn die USA diesen „Sicherheitsgürtel“ aufbauen – zwar nicht IN der Ukraine, aber zu den Nachbarstaaten des Westens hin, und die Russen versuchen herauszufinden, wie sie die (Bedrohung) Ukraine „aushebeln“ können … da kennen wir die deutsche Position nicht. Deutschland befindet sich in einer sehr eigenartigen Lage. Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder sitzt im Aufsichtsrat von Gazprom … sie (die Deutschen) haben ein sehr komplexes Verhältnis zu den Russen. Die Deutschen selbst wissen nicht mal, was sie tun sollen. Sie müssen exportieren. Die Russen können die Exporte aber nicht aufnehmen (abkaufen). Falls die Deutschen aber andererseits diese Freihandelszone verlieren, müssen sie etwas anderes aufbauen.

Die Haupt-Angst der Vereinigten Staaten ist (Versprecher) … ich meine … die einzigartige Kombination von deutschem Kapital und deutscher Technologie mit russischen Rohstoff-Ressourcen und russischer Arbeitskraft, die seit Jahrhunderten die Vereinten Staaten wie die Hölle geängstigt haben. So, … was wird dabei herauskommen?“

Hier thematisiert er erneut die GRÖSSTE ANGST der USA. Die Kombination von Deutschland und Rußland in Eurasien. Das scheint wirklich der absolute Alptraum der Washingtoner Eliten zu sein. Daher dürfen wir das, was zur Zeit in Europa passiert, keinesfalls unterschätzen. Diese Sätze sagen uns, daß die USA mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln hier dazwischenschlagen werden. Daß man aber gleichzeitig auch irgendwie ratlos ist, wie man mit diesem Problem denn eigentlich fertigwerden soll. Das ist auch der Grund, warum jemand wie Fredman plötzlich Klartext redet und all die bisher angewendeten Vernebelungs-Strategien fallen läßt.

Die Karten werden jetzt offen auf den Tisch gelegt. Es ist nicht mehr von Kriegsschuld die Rede. Nach den offensichtlichen Bündnissen mit stramm faschistischen Kräften in der Ukraine und deren Greueltaten zieht auch die Nazi-Nummer in Deutschland nicht mehr so wirklich. In den europäischen Ländern feiern nationale Parteien mit nationalen Programmen ein mächtiges Comeback. Die Medien und die Mainstreamparteien sind fast überall desavouiert und unglaubwürdig. Das Kunstprodukt EU als US-Brückenkopf auf dem alten Kontinent zerbröselt – samt seiner Kunstwährung. Resigniert stellte Friedman schon vor geraumer Zeit fest, daß niemand in Europa für die EU sterben wolle. Der wachsende „Haß einer intelligenten und verbitterten Klasse gegen das herrschende System“ mache ihm zu schaffen. Die Menschen in Europa sind für das System, das die USA in der Welt durchdrücken, nicht mehr erreichbar. Die Ratlosigkeit der US-Eliten hat wenig mit dem Vorwand zu tun, daß die Völker in Europa nicht wirklich in der EU zusammengefunden hätten. Das war auch nie das Anliegen der USA. Sie ist vielmehr darin begründete, daß hier in Europa auch keine Farbrevolutionen mehr funktionieren würden. Denn genau die US-Marionettenregierungen, die uns gerade TTIP und Monsanto-Gendreck durch die Gurgel würgen wollen, haben wir ja schon sattsam kennen gelernt. Niemand würde hier noch auf eine neue, pro-amerikanische Putschregierung reinfallen.

Nicht wenige Zuschauer des gewalttätigen Schauspiels um die EZB-Feierlichkeiten in Frankfurt fühlten sich an Bilder auf dem Maidan erinnert. Und egal, wie man zu dem Krawall auch steht – einhellig kam immer wieder, daß das Gemetzel auf dem Maidan in der hiesigen EU-US-Propagandapresse als heroischer Freiheitskampf gegen das böse Rußland hochgejubelt wurde, daß unsere Vertreter des „Westens“ dort aufputschende Reden hielten … hier jedoch die Presse und die Politiker einhellig über die Schandtaten von Gewalttätern und Krawallmachern schimpften und kein einziges Wort der Kritik an den Zuständen laut wurde, die Brüssel und die EZB zu verantworten haben. In Frankfurt waren natürlich ausschließlich Terroristen unterwegs, auf dem Maidan ausschließlich Freiheitshelden. Das Volk ist nicht blöd.

Auch der eigentliche Plan der USA, die Ukraine bis an die Russische Grenze unter US-Vorherrschaft zu bringen ist gescheitert, samt der Besetzung der Krim durch den Westen.

11:30 „Wer auch immer mir sagen kann, was die Deutschen tun werden, kann mir auch sagen, was die nächsten 20 Jahren Geschichte bringen werden. Aber unglücklicherweise haben sich die Deutschen bisher noch nicht entschieden. Und das ist immer das Problem Deutschlands. Wirtschaftlich extrem mächtig, geopolitisch sehr zerbrechlich und niemals wirklich wissend, wie beides zu vereinbaren ist. Immer schon seit dem Jahr 1871 ist das die „Deutsche Frage“. Und damit die „Europäische Frage“. Denken Sie über die die „Deutsche Frage“ nach, weil sie jetzt wieder aufkommt. Um diese Frage müssen wir uns als nächstes kümmern. Oder wir stellen uns ihr nicht, weil wir nicht wissen, was wir tun sollen.“

Dies ist eine historische Chance für Deutschland und Europa – und die Welt.

Wir könnten jetzt – und vielleicht nur jetzt – unseren neuen Kurs endlich in Richtung Freiheit und Souveränität und Gleichberechtigung unter den Völkern bestimmen.

Machen wir uns keine Illusionen. Die USA werden nicht tatenlos zusehen, wenn Deutschland und Rußland zusammenkommen. Noch nie hat die USA hingenommen, daß andere Länder einen Kurs fahren, der den USA für sie schädlich erscheint. Aber die USA sind gerade zu dieser Zeit nicht so stark, daß sie es wirklich verhindern können, und die Zeit arbeitet gegen sie.

Natürlich, es wird massive Einflußnahme geben, False Flags, die angeblich von den bösen Russen begangen wurden, um Westeuropa gegen Rußland aufzuhetzen. Die anderen europäischen Länder würden durch US-Propaganda gegen Deutschland in Stellung gebracht, indem man die Angst vor einem neuen „Deutschen Reich“ schüren würde. Sanktionen gegen Deutschland von allen Seiten würden folgen. Geschenkt gibt es hier gar nichts. Wir müssen schon darum werben und ringen. Aber das kann funktionieren, wenn …

Wenn wir begreifen, Mut und Durchhaltevermögen zeigen und deutlich machen, daß wir fair und offen mitspielen. Daß wir Frieden wollen. Daß wir verläßige, anständige Partner sind.

Die Chancen stehen gut. Die USA navigiert im roten Bereich. Sie kann nicht unendlich viele Kriegsschauplätze aufreißen. Die „Westliche Front“ bröckelt überall auf der Welt. Die gesamte Welt hat genug von der skrupellosen US-Dominanz. Sogar der treue Kettenhund Großbritannien geht von der Fahne. London tritt ebenfalls langsam aber sicher in die neuen Strukturen der BRICS-Länder ein, wie Frankreich, Luxemburg, Deutschland und Italien- sogar die Schoßhunde der USA wie Saudi-Arabien und Kuweit. Man folgt den Geldströmen und den Chancen, und Deutschland steckt pfeifend die Hände in die Taschen, guckt in die Luft und schendert hinterher, ganz unauffällig. Sogar die ewig verfeindeten Asiatischen Länder Japan, Südkorea und China wollen die alten Streitigkeiten beilegen und eine neue Allianz bilden. Putin ist dort überall gern gesehen. Obama nicht. Venezuelas Präsident Maduro, dessen Land von den USA als eine „nationale Bedrohung“ klassifiziert wurde, wird in allen Ehren in Peking empfangen und mit großzügigen Krediten unterstützt. Obama setzt auf Drohung.

Die Macht der USA steht auf zwei Säulen. Die eine ist die Weltleitwährung Dollar. Doch die gründet sich nicht mehr auf eine echte Wirtschaftsmacht. Die Wirtschaft der USA ist ein Desaster. Es werden kaum noch echte, werthaltige Sachwerte und Waren – außer Waffen – produziert. Sachwerte, Waren und Rohstoffe werden gegen massenhaft „gedruckte“, grüne Dollarzettelchen eingetauscht. Oder es wird einfach gleich geplündert. Das macht im Außen keine Freunde. Der innere soziale Friede in Amiland ist schwer gestört. Die Amerikanischen Bürger verarmen, werden drangsaliert und überwacht und niedergehalten. Arbeitslosigkeit grassiert. Das alleine wäre vielleicht noch zu verkraften. Aber parallel vollzieht sich der Aufbau einer neuen, wirtschaftlichen Machtachse immer schneller. Die BRICS basteln eifrig an einer neuen Weltleitwährung und an Alternativen zum US-dominierten System von Weltbank IMF (IWF)und SWIFT u.s.w.. Die Waffe „Dollar“ verliert jeden Tag an Kraft und Macht. Immer mehr Länder, die bisher fest zum „Westen“ gehörten, laufen über.

Die andere Säule ist die hochgerüstete Armee, die überall auf der Welt Stützpunkte hat, aber langsam die Überschuldung des Kernlandes zu spüren bekommt. Es fehlt an Geld, Material und an Männern. Wie Friedman in dem Video offen sagte: Die US-Army kann nicht die ganze Welt besetzen. Bisher holte die US-Regierung immer ihren Knüppel „US-Army“ aus dem Sack, wenn sich irgendjemand erdreistete, dem Dollar-Diktat zu entkommen. Diese Zeiten sind vorbei. Der Dollar wird fallen. Er stützt sich jetzt nur noch auf die Säule US-Army. Aber auch dieser Knüppel braucht viel Geld. Und ihm geht langsam die Puste aus.

Der Riese wankt. Die, die aus Angst bisher stillgehalten haben, sehen das. Putin und China haben gewagt, der Supermacht die Stirn zu zeigen und sie stehen noch und bauen sogar ihre Positionen aus. Jetzt trauen sich die Nächsten, aufzumucken, wie Venezuela, das plötzlich alle solidarisch an seiner Seite findet, als Obama drohte. Und danach kommen sie alle, die bisher aus Angst den Kopf eingezogen haben. Die Welt ist im Umbruch. Wir haben eine echte Chance auf einen Neuanfang. Einen friedlichen, fairen Neuanfang zum Wohle aller. Verzaudern wir den nicht!

Vielleicht stellt sich die ewige deutsche Frage ja nicht mehr, wenn sie endlich zu der natürlichen Antwort kommen kann, ein Partner Rußlands und ein ehrlicher Makler für ganz Europa sein zu können – zu aller Vorteil. Vielleicht ist ja diese gewaltsame Abschnürung vom Osten Europas, namentlich Rußland, der Grund für diese immer wieder hochkommende Frage gewesen.

Es stellt sich dann allerdings die schwierige Frage nach dem politischen Personal in Deutschland, das über das nötige Format verfügt, diese Aufgabe durchzustehen und anständig, uneigennützig und ehrenhaft zu erfüllen.

 

Quellen:

http://www.amazon.de/The-Grand-Chessboard-Geostrategic-Imperatives/dp/0465027261

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_einzige_Weltmacht:_Amerikas_Strategie_der_Vorherrschaft

http://de.wikipedia.org/wiki/Project_for_the_New_American_Century

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/03/15/putin-machtwechsel-in-der-ukraine-war-putsch-mit-hilfe-der-usa/

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2015/03/kerry-usa-stand-nie-hinter-einer.html

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/02/22/stratfor-chef-ueber-militaerische-schwaeche-niemand-wuerde-fuer-die-eu-sterben-wollen/

http://www.shortnews.de/id/1143670/privater-us-geheimdienst-stratfor-fuer-die-eu-wuerde-niemand-sterben-wollen?offset=26

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/03/17/affront-gegen-die-usa-eu-staaten-steigen-bei-china-bank-fuer-entwicklung-ein/

www.politaia.org/politik/deutschland/kenfm-mit-wimmer-mueller-ganser-krieg-gegen-russland/

http://www.epochtimes.de/Sehr-bittere-Niederlage-fuer-die-USA-Deutschland-tritt-der-Asian-Infrastructure-Investment-Bank-AIIB-bei-a1228064.html

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/03/21/gegen-usa-china-gibt-venezuela-milliarden-kredit/

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/03/17/der-dollar-haelt-sich-nur-noch-durch-militaerische-erpressung-auf-den-beinen/

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/03/22/falsche-strategie-sanktionen-treffen-eu-haerter-als-russland/

http://sputniknews.com/latam/20150318/1019656366.html

http://quer-denken.tv/index.php/1262-yankee-go-home-das-fass-laeuft-ueber