SchnEUwittchen und der vergiftete Apfel

8. Januar 2015 von QUERDENKEN-REDAKTION
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08. Januar 2014 (Bild: Briefmarke „Schneewittchen“) Trotz TTIP, Chlorhühnchen und Global Governance – sollte bei US-Äpfeln tatsächlich mal Ende der Fahnenstange erreicht sein? Bei uns in Europa ist man ja seit der Chlorhühnchen-Affäre seitens der Politik recht schmallippig geworden, was die greuslichen Praktiken der Nachrungsmittelherstellung und -aufbereitung im Land der unbeschränkten Möglichkeiten betrifft. Man möchte ja das Gruselpaket TTP möglichst hinter verschlossenen Türen und geräuschlos durchziehen. Aber in der Presse in den USA wird immer mal wieder berichtet, daß die EU nicht jede Giftsuppe reinlassen will. Pussies!

Es sei schon schlimm, resümiert das US-amerikanische Portal „Natural Society“, wenn eine Supermacht wie die USA eines der grundlegendsten amerikanischen Nahrungsmittel nicht in ein anderes Land exportieren kann, weil es zu giftig ist. Die US-Äpfel werden standardmäßig mit Diphenylamin behandelt, um sie vor dem Braunwerden bei langer Lagerung zu schützen. Nicht nur, daß die frisch und knackig aussehenden Äpfel eigentlich gut erhaltene Mumien sind und kaum noch Vitamine enthalten, sie sind auch noch krebserregend.

Das Diphenylamin (DPA) selbst sei nicht einmal giftig, führt der Artikel in „Natural Society“ aus, aber es zerfalle nach einer Weile in kanzerogene Bestandteile. Auch in Europa habe man eine Weile nach 1962 diesen Stoff benutzt, aber als Fragen zur Gesundheitsschädlichkeit aufkamen, gab es irgendwie niemanden, der sich verpflichtet und befähigt fühlte, darauf eine zufriedenstellende Antwort und eine Entwarnung zu geben. Man verwies seitens der Apfelproduzenten auf eine Studie, die zwar als Zerfallsprodukte des Diphenylamin auf den Äpfeln drei Substanzen ermittelte, aber keinerlei Aussagen darüber machte, ob diese Substanzen krebserregende Nitrosamine waren. In der EU wurde 2012 der Einsatz von Diphenylamid praktish verboten.

Studien belegten schon 1956, daß Nitrosamine stark gesundheitsgefährdend sind. Die britischen Forscher John Barnes und Peter Magee berichteten damals,daß Dimethylnitrosamin bei Ratten zu Lebertumoren führt. Später testeten sie andere Nitrosamine und N-nitroso-Verbindungen. Sie fanden heraus, daß diese Verbindungen zu allen möglichen Problemen führten, einschließlich Leberkrebs, Lungenkrebs und sogar Botulismus.

Daraufhin wurde in der EU die erlaubte Konzentration von DPA auf eine Schwelle von 0,1 p/mill. (Parts per Million) heruntergesetzt. In den USA liegt – laut Greenpeace – die erlaubte Schwelle 100fach höher. Bei einer Überprüfung von 80 Proben importierter US-Äpfeln wurden Rückstände der giftigen Stoffe gefunden, die weit über den in Europa zulässigen Grenzwerten lagen. Irgendwie, so sinniert die Verfasserin des Artikels in der „Natural Society“, wollen die Europaer diese glänzenden, makellosen Superäpfel, wie man sie in den US-Supermarktregalen findet, gar nicht.

Und was unternahm das US-Office of Pesticides (EPA), als es aufgrund der EU-Bedenken hieß, die Kontamination US-Landwirtschaftsprodukte sei auf Chemikalien und Pestizide zu überprüfen? Zuerst einmal tat man sehr erstaunt und behauptete mit treuem Augenaufschlag, man habe in den USA keine Ahnung gehabt, daß in der EU Diphenylamin verboten sei. Aber man habe außerdem nicht die Absicht, die DPA Standards in den USA zu überdenken, nur weil die Europaer nicht das vergiftete Obst der USA essen wollen.

Der Export dieser DPA-behandelten Äpfel und Birnen ist seit 2006 um 73% eingebrochen. Das ärgert die US-Exporteure sehr. Daher wandten sie sich an den Senator Michael Froman und forderten rigoros,die Entfernung dieser „technischen Hindernisse“ für den Export der Früchte müsse mit Priorität durchgesetzt werden (dieses Schreiben ist als PDFauf der Seite von Greenpeace abrufbar).

Aber es ist eine „Lösung“ in Sicht. Eine neue GMO-Apfelsorte namens „Arctic Apple“ soll auf den Markt kommen, die man gar nicht mehr extra vergiften muß, diese Äpfel werden nicht braun. Neal Carter von der „Erfinder“ der kanadischen Company „Okanagan Specialty Fruits“ ist platzestolz: Die Wunder der modernen Wissenschaft“ bescheren dem Menschen einen Apfel, der nicht braun werden kann. Die Oxidierung durch Luftsauerstoff kann nicht stattfinden, der Apfel schrumpelt auch nicht und verliert nicht an Gewicht.

Gott erlaubte nicht, daß Adam den Apfel vom Baum der Erkenntnis essen durfte. Als Eva ihm den Apfel dennoch gab, und Adam anfing, die Dinge um ihn herum zu verstehen, wurde die Menschheit aus dem Paradies vertrieben. Nun, hier ist der Apfel der Verderbnis, und nicht Eva, sondern die Schlange selbst reicht ihn uns. Nicht nur, daß er uns vergiftet, er verpestet auch den Genbestand der Natur – unseres Paradieses, das wir viel mehr schützen müssen, als wir es tun.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/80/Schneewittchen_(Meggendorfer)_08.jpg/700px-Schneewittchen_(Meggendorfer)_08.jpg Äpfel, schöne Äpfel, saftig süß und niemals braun, prall und glänzed anzuschaun!“

 

Quellen:

http://naturalsociety.com/europe-bans-american-apples

http://www.okspecialtyfruits.com/

http://www.greenpeace.org/austria/de/News/Aktuelle-Meldungen/Gentechnik-News/2014/TTIP-Ein-Biss-in-den-sauren-Apfel/