Chikago: Verbarrikadiert sich die Fed?

26. Januar 2014 von QUERDENKEN-REDAKTION
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26. Dezember 2014  Ein Gerücht geht seit Tagen durchs Netz: Die Fed in Chikago mauert angeblich die Fenster zu, um sich gegen Volksaufstände zu verbarrikadieren, die nämlich angeblich sehr bald kommen werden, weil alles zusammenbricht. Es geht ein Foto im Netz herum und ein Video, was das belegen soll, und seit Mitte Dezember wird in amerikanischen und deutschen Blogs berichtet, das Finanzministerium habe Überlebenspakete für die Angestellten bestellt, die das „Bundes-Banksystem“ überwachen.

Die Nachricht von den Überlebenspaketen scheint zutreffend zu sein. Wie die renommierte Seite Zerohedge berichtete – allerdings unter Berufung auf andere Quellen – will das US- Bundesfinanzministerium in aller Stille ca. 200.000 US-Dollar für besagte Überlebenspakete für alle 3814 Angestellten des OCC („Office of the Controller of the Currency“) ausgeben, die das US-amerikanische Bundes-Bank-System überwachen. Eine Meldung, daß die tatsächliche Anschaffung auch erfolgt ist, ist nicht zu finden. Es kann aber durchaus geschehen sein oder noch stattfinden.

Hier ist dieAbbildung der „Ausschreibung“ für das Überlebenspaket (Quelle: Zerohedge):

In dem Päckchen enthalten sollen u.a. folgende Dinge sein: medizinische Notausrüstung (inkl. Antibiotika, Aspirin, Desinfektionsmittel, Handschuhe), Wasser-Reinigungstabletten, kalorienhaltige Riegel, Gasmaske, Solar-Decke, Poncho, eine Atemmaske gegen Virenverseuchung und ein wiederverwendbares Solarpaneel in Tuchform.

Dieses Überlebenspaket muß an alle größeren Banken ausgeliefert werden, in denen diese Angestellten tätig sind: Bank of America, American Express Bank, BMO Financial Corp., Capitol One Financial Corporation, Citigroup, Inc., JPMorgan Chase & Company, and Wells Fargo.

Warum diese Maßnahme getroffen werden soll, was die Regierung also erwartet, ist unklar. Man kann nur spekulieren. Kein Wunder also, daß die Nachricht, die Fed würde ihre Niederlassung in Chikago sturmfest gegen Aufstände machen, indem die Fernster zugemauert werden, sofort Aufsehen erregt.

Ausgangspunkt war ein Video, das ein US-Blogger namens Jim Comiskey ins Netz stellte. Es zeigt, wie die Fensteröffnungen zugemauert werden, sagt er und führt sein Video vor:

 

Etwas zu sehen bekommt man dabei allerdings erst von Minute 14:12 bis 16:00 und sieht dabei nicht besonders viel. In der ersten Einstellung von der Seite ein paar Handwerker, die mit einer Leiter an einer Fensteröffnung zur Straßenfront arbeiten, einige Bretter daneben – aber nichts Genaues. Das nächste Beweisbild zeigt ein Fenster, das mit Brettern – oder wie behauptet – Steinen verschlossen ist. Nicht wild zugenagelt, sondern recht exakt und kustvoll die Flächen mit Holz oder Stein ausgefüllt, die vorher in den Sprossenfenstern mit Glas ausgefüllt waren. Und man sieht nur EIN Fenster auf diese Weise zugemauert. Mehr nicht. Ob die daneben auch verschlossen – oder verbarrikadiert – wurden, ist nicht zu sehen.
Aber es gibt ein Foto dazu im Internet, das angeblich von GoogleEarth stammt und beweisen soll, daß die ganze Front des Fed-Gebäudes zugemauert worden sei:
fedbrick
Es sieht allerdings arg zusammengephotoshoppt aus, und es sind richtige Brüche und Nahtstellen zu sehen. Hier ist es in größer im Netz zu finden.
Der Datumseintrag auf diesem angeblichen Google-Foto ist der 20. Juni 2014. Die Vermutungen über anstehende Katastrophen sind seit Mitte Dezember nun in allen möglichen Foren in den USA und hier Thema.
Geht man aber wirklich mal auf Google gucken und gibt die Adresse der Fed dort ein(172 – 176 W Jackson Blvd) und schaut sich das Bild an, dann ist da nichts von zugemauerten Fenstern zu sehen. Es gibt große Blumenkübel, die auf dem Gehsteig stehen, und die beiden Zylindrischen Vorsprünge, die auf dem obigen bild zu sehen sind (mit den kreuzförmigen Einkerbungen) gibt es auf der aktuellen Google-Aufnahme nicht.
Nachtrag: Die zugemauerten Fenster gibt es. Allerdings an einer anderen Straßenfront der Fed Chikago. Sozusagen praktisch um die Ecke. Ein aufmerksamer Quer-Denken-Leser hat uns den Link geschickt. Das bedeutet, die Bank hat eine Straßenfront breit die Fassade geändert und die Fenster tatsächlich zugemauert. An den anderen Straßenfronten aber nicht. Also nicht generell gegen Aufstände verbarrikadiert. Bei Gefahr einer Stürmung der Bank, wäre alles rundrum zugemauert. Wasnicht heißt, daß bei einer Revolte die Fed nicht blitzartig die ganze Zweigniederlassung abschotten würde.
Als Aufnahmedatum steht dort ebenfalls Juni 2014. Sollte diese, jetzt bei Google jetzt sichtbare Aufnahme VOR dem Zumauern der Fenster gemacht worden sein, dann fragt sich, woher denn die angebliche Google Earth-Aufnahme oben mit den Verbarrikadierten Fenstern herkommt. Google wird die nicht erst eingestellt und dann wieder gegen die alte ausgetauscht haben, als sie gemerkt haben, was drauf zu sehen ist. Ist jedenfalls sehr unwahrscheinlich.
Fazit: Die Meldung mit den Überlebenspaketen hat Substanz, ob die LIeferung bereits erfolgt ist, ist unklar. Es kann aber vielleicht auch noch kommen. Warum? Darüber kann man nur Vermutungen anstellen. Die Geschichte von den zugemauerten Fed-Fenstern scheint wohl nicht zu stimmen.